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Doppelter Grund zum Feiern

Firmenjubiläum Doppelter Grund zum Feiern

Gas-Neumann gibt es seit fünfzig Jahren in Bestensee. Damals wurde hier die erste Flüssiggasabfüllstelle eröffnet. An jenem Tag im August gab es noch einen Grund zum Feiern, denn Tochter Annette erblickte auch das Licht der Welt. Die Firma hat in den fünf Jahrzehnten viel durchgemacht mit Höhen und Tiefen. Sie hat den Sozialismus und die Wende überlebt.

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Hannelore und Peter Neumann in ihren originalen Kutten und dem Dienstauto aus alten Zeiten. Die Bestenseer Firma feiert jetzt Jubiläum.

Quelle: Privat

Bestensee. Peter Neumann ist jemand, den man kennt in Bestensee. Das hat mit seiner imposanten Erscheinung zu tun, vor allem aber mit seiner Firma: Gas-Neumann ist eine Institution im Ort. Inzwischen seit fünfzig Jahren.

Die alten Gefährte waren ein Leben lang auch Gefährten

Die alten Gefährte waren ein Leben lang auch Gefährten. Jetzt wurden sie vor dem Jubiläum allerdings aufgemöbelt und präsentieren sich so schön wie nie zuvor.

Quelle: Privat

Angefangen hat alles mit Otto Neumann zum Ende des 19. Jahrhunderts. Der hatte wiederum zwei Söhne. Einer davon war der Vater von Peter Neumann. Das damalige Familienoberhaupt hatte sich 1934 selbstständig gemacht als Klempner und Installateur für sanitäre Anlagen. Wenige Jahre später kam der Krieg und der Klempner geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Dreimal ist er ausgerissen. Beim dritten Mal lief er von Dresden nach Bestensee. Wieder schnappte ihn ein Russe kurz vor dem Ziel, verschonte ihn, aber tauschte die eigenen Stiefel gegen die des Deutschen. „Seither hat mein Vater immer zu kleine Schlappen getragen, bei denen die Verse hinten überstand“, erinnert sich Peter Neumann. Die Stiefel des Russen waren nämlich zu klein, so dass der Vater sie aufschneiden musste, um sie tragen zu können

Abfüllstelle für Flüssiggas

Peter Neumann selbst hat 1971 die Firma übernommen, die sich nach dem Krieg und trotz der in der DDR viel gelobten Volkswirtschaft gut entwickelte. Erst wurden Töpfe geflickt und Kühler repariert. Seit 1967 kam eine Abfüllstelle für Flüssiggas dazu, denn die vielen Bungalow-Besitzer aus Berlin kochten mit Gas aus der Flasche. „Das bieten wir bis heute an“, zeigt Neumann die Abfüllstelle am Firmensitz in der Hauptstraße.

An den Tag der Eröffnung am 25. August können sich die Neumanns bis heute gut erinnern. Denn an diesem Tag wurde auch Tochter Annette geboren, die heute Ortsteilbürgermeisterin in Pätz ist.

Zu DDR-Zeiten war es nicht immer einfach. Urlaub gab es kaum, wenig Freizeit, oft Arbeit auch an den Wochenenden – und wenn sich ein Engpass auftat, wurde mit Enteignung gedroht. „Die Versorgung war immer zu gewährleisten“, erinnert sich Peter Neumann. Das sei bei 50 000 Kunden nicht einfach gewesen. Die Kunden-Kartei aus jener Zeit existiert bis heute, verrät seine Frau Hannelore, die ebenfalls immer mit im Geschäft war. Doch seien es heute wesentlich weniger Leute, die die Dienstleistungen in Anspruch nähmen. Aber es gibt die Firma – trotz aller Unkenrufe all jener, die nach der Wende dazu rieten, zu verkaufen. Klar, man musste sich neu orientieren. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf den Einbau von Gasheizungen. Der Sanitärbereich wurde ausgebaut. „Da war damals viel zu tun“, so Neumann, der von einem wahren Aufschwung redet. Der Name Neumann war eben bekannt, die Leute hatten Vertrauen.

In den 70ern, aber noch lange kein altes Eisen

Peter Neumann ist inzwischen in den 70ern, ist aber immer noch im Dienst. Zwar hat sein Sohn Alexander im Jahr 2000 die Heizung-Sanitär-Strecke übernommen und seine eigene Firma gegründet, aber Peter Neumann füllt noch immer Gas ab. Außerdem befindet sich am Firmensitz eine Gas-Tankstelle. Sie wurde 2006 eröffnet und gehörte neben der am A10-Center zu den ersten in der Region.

Seit der Eröffnung der Flüssiggasabfüllstelle 1967 sind 50 Jahre ins Land gegangen. Das wollen die Neumanns mit Familie, Freunden und Kunden feiern. Blumen oder Geschenke wollen sie nicht haben, stattdessen freuen sie sich über Spenden für die Kita-Kinder oder die Tiere im Tierheim.

Von Andrea Müller

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