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Dorf- und Treckerfest in Ragow

Ragow Dorf- und Treckerfest in Ragow

Der Höhepunkt des diesjährigen Dorf- und Treckerfestes am Sonnabend in Ragow war definitiv der Umzug von Oldtimern und modernen Traktoren. Mutige konnten selbst eine Runde drehen. Gezeigt wurde aber auch, wie fleißige Hausfrauen in früheren Zeiten Butter stampften oder die Wäsche machten.

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Die Treckerparade beim Ragower Dorffest am Sonnabend.

Quelle: H. Voigt

Ragow. Sie tuckerten und knatterten lautstark um die Wette, für die Besucher war es Musik in den Ohren. Und die Rußwölkchen und der Dieselgeruch in der Luft machten die alten Trecker erst so richtig liebenswert. Der Höhepunkt des Dorf- und Treckerfestes in Ragow war der Umzug der Oldies und der modernen Traktoren am Sonnabend.

Herausgeputzt fuhr der lange Zug durchs Dorf und wurde bestaunt und beklatscht. „Die Parade war spitze, hervorragend. Sie haut mich jedes Mal um“, schwärmte René Schwarzer aus Dannenreich. Er outete sich als Oldie-Liebhaber. Gekommen war er mit einem Wartburg, Baujahr 1961. Organisiert hatte das Fest der Dorfgemeinschaftsverein.

Viele Besucher haben selbst einen Trecker

„Der Umzug ist wunderbar. Wir sind sonst immer selbst mitgefahren, aber diesmal schauen wir mal als Zaungäste“, sagte Ursula Reiche. Die Mittenwalderin erzählte, dass ihr Partner Erhard Wieduwilt drei Traktoren hat, und dass sie mit dem Porsche Junior, Baujahr 1954, im nächsten Jahr wieder dabei sein werden.

Hans-Joachim Thiele präsentierte am Stegepfuhl stolz seinen Lanz von 1936. „Zur damaligen Zeit war das der größte Straßenschlepper. Ich habe ihn seit 1985. Früher hat er im Erzgebirge Holz aus dem Wald gefahren“, sagte der Wildauer. Er ist in der Landwirtschaft groß geworden, daher rührt seine Vorliebe für alte Traktoren. Und nicht zuletzt ist es für Hans-Joachim Thiele auch eine „gewisse Brauchtumspflege“.

Wer weiß denn noch, wie ein Pferdegöpel funktioniert?

Brauchtumspflege betreiben auch die Heimatvereine Ragow und Mittenwalde. Die Ragower Butterfrauen stampften, was das Zeug hielt. „Wir sind jedes Jahr hier und verkaufen auch Butterstullen. Für die Leute ist das eine Leckerei“, sagte Lisett Kiekebusch. Die Mittenwalderinnen zeigten auch, wie Hausfrauen anno dazumal die Wäsche machten.

Wer weiß denn noch, wie früher gemäht, gedroschen oder gepflügt wurde? Und wie ein Pferdegöpel funktioniert? All das konnten die Besucher beim Treckerfest erleben. Ganz Mutige durften sich auch in einen Traktor setzen und eine Runde drehen. Wer sich einen Überblick über das bunte Treiben verschaffen wollte, konnte das per Hubschrauber oder Krangondel tun.

„Ich hätte gern eine Bockwurst mit Dieselgeschmack“

Für reichlich Essen und Trinken war natürlich auch gesorgt. Eine besondere Spezialität bot Marcel Schwirten an: die Diesel-Bockwurst. „Das ist ein alter Dieselmotor, das Kühlwasser wärmt sich auf, ich habe einen Spezialbehälter eingesetzt“, erläuterte der Mann kurz sein System. Bei den Besuchern des Treckerfestes komme das an – schon seit zehn Jahren. „Ich hätte gern eine Bockwurscht mit Dieselgeschmack“, verlangte dann auch prompt ein Kunde und grinste.

Von Heidrun Voigt

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