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Durchwachsene Getreideernte

Dahmeland-Fläming Durchwachsene Getreideernte

Bis auf wenige kleine Restflächen bei Winterweizen, Triticale und Roggen steht die diesjährige Getreideernte kurz vor dem Abschluss. Insgesamt fielen die Erträge dabei sehr unterschiedlich aus. Unterm Strich können die Landwirte aber zufrieden sein.

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Die Landwirte in Dahmeland-Fläming sind auf den letzten Feldern unterwegs, bald ist die Getreideernte abgeschlossen.

Quelle: Danilo Hafer

Dahmeland-Fläming. Mit der diesjährigen Ernte ist Thomas Gäbert sichtbar unzufrieden. Der Referent für Pflanzenproduktion bei der agt Agrar GmbH steht neben einem Weizenfeld in der Nähe von Klein Schulzendorf bei Trebbin und beobachtet den neuen Mähdrescher, der sich durch das Getreide arbeitet, das zu großen Teilen von Unkraut durchwuchert ist. „Das schlechte Wetter mit Wind und Regen hat den Weizen umkippen lassen, so dass Sonnenlicht auf den Boden traf und Unkraut wunde

Hintergrund

Im Landkreis Teltow-Fläming ist der Anbau von Triticale in den letzten Jahren weiter zurückgegangen und beträgt im Kreis nur noch 2700 Hektar. Auch der Ertrag konnte mit 44,4 Dezitonnen pro Hektar nicht überzeugen und lag unter dem Vorjahresniveau. Bei der Getreideart Triticale handelt es sich um eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, die nach der Ernte zu großen Teilen als Futtergetreide genutzt wird.

Auch vom Winterraps haben sich die Landwirte in diesem Jahr mehr versprochen. Mit 28,8 Dezitonen pro Hektar blieb Raps 10 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Beim ökologischen Anbau im Landkreis Teltow-Fläming hat der Roggen nur knapp 20 Dezitonnen pro Hektar erreicht. Hafer kommt sogar nur auf einen Ertrag von 15 Dezitonnen pro Hektar. Damit liegt der Ertrag beim ökologischen Anbau 13 Dezitonnen pro Hektar unter dem des konventionellen Anbaus.

Am meisten angebaut wird im Landkreis Dahme-Spreewald die Getreideart Roggen. Diese liegt mit einer Anbaufläche von 11 400 Hektar auf Platz eins. Danach folgen Raps und Gerste mit jeweils 3400 Hektar, Weizen (3100 Hektar) und Triticale (2300 Hektar).

 

Das Wetter machte einigen Landwirten zu schaffen

Insgesamt sei die Ernte in diesem Jahr eher schlecht ausgefallen, sagt der Landwirt. Vor allem der unregelmäßige Niederschlag habe zu Problemen geführt. „In der ersten Jahreshälfte hatten wir Phasen mit wenig Niederschlag und viel Trockenheit, danach dann ein Überangebot an Wasser“, sagt Thomas Gäbert. Bei Winterweizen und Triticalen würden die Erträge fast 20 Prozent unter denen des letzten Jahres liegen. Verglichen mit der Getreideernte 2014 seien es sogar rund 25 Prozent weniger. Dennoch konnte das Unternehmen bis letzte Woche bereits 800 Tonnen Raps, 900 Tonnen Gerste und gut 2000 Tonnen Roggen ernten. Das Feld mit dem W

Thomas Gäbert schaut besorgt auf die Getreidepreise

Thomas Gäbert schaut besorgt auf die Getreidepreise.

Quelle: Danilo Hafer

Im gesamten Landkreis Teltow-Fläming steht die diesjährige Getreideernte bis auf wenige kleine Restflächen bei Winterweizen, Triticale und Roggen kurz vor dem Abschluss. Mit einem vorläufigen Gesamtertrag von 58,6 Dezitonnen pro Hektar liegt der Ertrag 9,9 dt/ha über dem Durchschnitt der letzten Jahre, aber auch um 5,4 dt/ha über dem Durchschnitt des Jahres 2015. Damit haben die Landwirte in diesem Jahr eine Rekordernte eingefahren. Besonders ertragreich war die Wintergerste mit 70,3 dt/ha.

Landwirte können zufrieden sein

„Bei Winterweizen haben wir noch nicht das Endergebnis, aber mit 73,6 dt/ha können die Landwirte zufrieden sein“, sagt Berndt Schütze, Leiter des Landwirtschaftsamtes Teltow-Fläming. Mit 15 500 Hektar bildet der Winterroggen die größte Anbaufläche im Landkreis Teltow-Fläming. Allerdings habe dieser mit einem Ertrag von 47,7 dt/ha nur ein Durchschnittsniveau erreicht. „Wir hatten schon Erträge von 52 oder 54 dt/ha“, so Schütze.

Dahme-Spreewald: mittlere bis gute Ernte

Auch im Landkreis Dahme-Spreewald waren bis Anfang der Woche schon rund 83 Prozent des Getreides geerntet, teilt Manfred Schuhmann vom Landwirtsschaftsamt in Lübben mit. „Die Landwirte haben eine mittlere bis gute Ernte eingefahren“, so Schuhmann. Bei den Ertragsmengen liegt die Wintergerste mit 58,4 dt/ha auf Platz eins, gefolgt von Weizen (54,1 dt/ha), Triticale (42,4), Roggen (41,8) und Raps (30,2).

Trockenheit im Frühsommer

Insgesamt ist die Getreideernte in beiden Landkreisen in diesem Jahr von sehr differenzierten Erträgen gekennzeichnet. Hauptgrund sei die unterschiedliche Niederschlagsverteilung in den vergangenen Monaten gewesen, erklärt Berndt Schütze. „Besonders ertragsmindernd hat sich die längere Trockenperiode im Frühsommer ausgewirkt.“ Im Mai und Juni habe es über einen längeren Zeitraum von bis zu 50 Tagen teilweise gar keinen Niederschlag gegeben, sagt Schütze vom Landwirtschaftsamt Teltow-Fläming.

Schlechte Bodenverhältnisse in Dahme-Spreewald

Für einige Regionen kommen dann noch ungünstige Bodenverhältnisse hinzu. „Der Boden wird auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet, wobei 100 das beste Ergebnis ist. In Dahme-Spreewald liegt dieser Wert im Durchschnitt bei 20“, sagt Manfred Schuhmann. Es gibt aber auch hier vereinzelt lokale Unterschiede. Während in der einen Ecke des Landkreises fast purer Sand auf den Äckern liegt, ist der Boden in Mittenwalde mit einem Wert von 40 auf einem etwas besseren Niveau. Auch Thomas Gäbert in Klein Schulzendorf kämpft mit dem trockenen märkischen Sand. „Manchmal beginnt das Grundwasser erst in 15 Meter Tiefe, da kommt keine Wurzel mehr ran“, sagt er. Daher seien Landwirte auf Niederschlag angewiesen. Und richtige Niederschlagsmengen zur richtigen Zeit entschieden letztendlich über den Ertrag.

Preise für Getreide sehr niedrig

Doch nicht nur das wechselhafte Wetter entwickelte sich in diesem Jahr zum Nachteil der Landwirte. „Der Ertrag ist nur die eine Seite der Medaille, denn die Verkaufspreise für die einzelnen Getreidearten und auch für Winterraps liegen weit unter dem Niveau der vergangenen Jahre“, sagt Berndt Schütze. Wurden vor zwei Jahren im Schnitt noch 140 Euro für eine Tonne Roggen gezahlt, liegt der Preis heute teilweise bei nur noch 110 Euro. Kein leichtes Geschäft für die Landwirte, denn die Gewinnspanne ist bei den meisten gering. „Wir werden wahrscheinlich einiges von dem Getreide erst einmal einlagern und schauen, wie sich die Preise entwickeln“, erklärt Thomas Gäbert.

Von Danilo Hafer

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