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Dahme-Spreewald Sonnenbetriebene Veranda auf See
Lokales Dahme-Spreewald Sonnenbetriebene Veranda auf See
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18:22 13.08.2014
Der Solar-Katamaran ist meistens am Wochenende rund um Teupitz unterwegs. Quelle: Hohnstein
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Eigentlich wirkt der Solarkatamaran vom Wiesencafé in Schwerin (Dahme-Spreewald) wie eine schwimmende Veranda: Vor der durchgängigen Glasfront befindet sich ein zierliches weiß-rot gestrichenes Zaungitter, gekrönt von einem Dach. 11,50 Meter lang ist das Fahrzeug, 4,40 Meter breit und elf Tonnen schwer. Alles ist quadratisch, von Windschnittigkeit ist keine Rede. Aber die braucht es auch nicht, wie Kapitän Eberhard Bulisch bei einer Spritztour beweist.

Mit rund zwölf Stundenkilometern fährt das Solarboot seine Touren. Dabei ist außer dem Plätschern des Wassers kaum ein Geräusch zu hören. Und kein Dieselgeruch stört bei der Rundfahrt. Quelle: Aileen Hohnstein

Er betreibt mit seiner Frau das Wiesencafé. Seit 2013 bieten sie Fahrten über die Teupitzer Seenkette an. Der 53-Jährige war schon bei der ersten Probefahrt vom Boot überzeugt: Es lässt sich einfach fahren, ist behindertengerecht, leise und erzeugt keine störenden Gerüche – und es ist bei jedem Wetter zu nutzen. Die Glasscheiben schützen vor Regen – wenn die Sonne scheint, werden sie weggeschoben. „Es macht einfach Spaß“, sagt Bulisch.

Statt Motorgeräusche gibt es höchstens ein leichtes Surren

Tatsächlich, als das Boot von der Anlegestelle ablegt, erzeugen die Bug- und Heckstrahlruder kurz ein elektrisches Surren. Doch als der Kurs gehalten und mit rund zwölf Kilometern pro Stunde der Teupitzsee überquert wird, ist nur noch das Plätschern des Wassers zu hören. Vielleicht noch das ein oder andere Piepsen eines Vogels am Ufer. Noch idyllischer wird es, als das Boot mit etwa fünf Stundenkilometern gemächlich durchs Wasser gleitet. Nicht das leiseste Gluckern dringt ans Ohr. Langsam zieht die Landschaft vorbei. Kein lästiger Dieselgeruch steigt in die Nase, denn die Energie fürs Vorankommen kommt von den Solarzellen auf dem Dach des Bootes. Scheint die Sonne, wandeln diese Sonnenlicht in Energie um, die in vier Batterien gespeichert wird.

Seit 2013 ist Eberhard Bulisch als Kapitän unterwegs. Quelle: Hohnstein

Über zwei Motoren mit 4,7 Kilowatt wird das Boot dann angetrieben. Seit dieser Saison verlässt sich Eberhard Bulisch aber nicht nur auf die Sonnenenergie. „Es ist zwar noch nie etwas passiert, aber ich wollte nicht ins Schwitzen kommen. Deshalb haben wir jetzt auch einen Benzinmotor für den Notfall.“ Sollten die Akkus wider Erwarten einmal schlapp machen, könnte das Boot so zumindest mit eigener Kraft ans rettende Ufer gebracht werden.

Vom Passagierschiff zum Partyboot

Gebaut wurde das Fahrzeug – noch ohne die Solartechnik – in Mecklenburg-Vorpommern, 2009 für die Bundesgartenschau in Schwerin. Danach wurde es in Bad Saarow als Passagierschiff genutzt, bis Eberhard Bulisch 2012 einen Anruf erhielt. „Es wurde gefragt, ob wir Interesse daran hätten“, erzählt er. Nach dem ersten positiven Eindruck und einer längeren Bedenkzeit entschied er sich dafür. „Es ist, als ob das Boot zu uns kommen wollte“, sagt Bulisch. Seitdem nimmt er bis zu 30 Gäste gleichzeitig mit zur Wassertour. Für Hochzeiten, aber auch Geburtstage oder Firmenfeiern würde das Boot gern gebucht.

Die Solarplatten sind auf dem Dach des Bootes angebracht. Quelle: Hohnstein

An eine Anekdote erinnert sich Bulisch. Er hatte einige Gäste an Bord, als ein Gewitter aufzog. Weil sich alle gegenseitig Angst machten, quetschten sie sich letztlich auf einen knapp eineinhalb Meter langen Fußabtreter – um vorm metallenen Boden geschützt zu sein, der den Blitz weiterleitet. Passiert sei nichts, Kapitän Bulisch habe sein Boot ja auch sicher von der offenen Wasserfläche an die Uferregion gelenkt. „Aber das war ein Anblick!“ Meist sind die Fahrten aber entspannt und die Gäste genießen das schöne Wetter und den Ausblick. Und dann ist es doch so wie auf einer Veranda. Nur, dass diese eben auf dem Wasser ist.

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Von Aileen Hohnstein

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