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Ehrenamtler im Dialog mit Sozialministerin

Diana Golze besucht Asylunterkunft in Pätz Ehrenamtler im Dialog mit Sozialministerin

Am Mittwochnachmittag ist Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) mit Vertretern von Willkommens-Initiativen für Flüchtlinge ins Gespräch gekommen. Im Kreis Dahme-Spreewald haben sich inzwischen stabile Strukturen unter den Bürgern gebildet. Landrat Stephan Loge (SPD) hat einen Ausblick auf weitere Unterbringungs-Möglichkeiten gegeben.

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Sozialministerin Diana Golze (Linke) und Landrat Stephan Loge (SPD) am Mittwoch in Königs Wusterhausen.

Quelle: Anja Meyer

Pätz. Die Willkommens-Initiativen für Asylbewerber im Landkreis Dahme-Spreewald sind bei der Betreuung von Flüchtlingen kaum mehr wegzudenken. Der Kreis muss nach aktuellem Stand in diesem Jahr etwa 1000 Menschen unterbringen, die Zahl könnte im Jahresverlauf sogar noch weiter nach oben korrigiert werden. Die Initiativen helfen an den jeweiligen Heimstandorten ehrenamtlich, sie vermitteln und bemühen sich um eine schnelle Integration der Asylbewerber in den Orten. Wie es den Ehrenamtlern bei ihrer Arbeit geht und an welchen Stellen sie mehr Unterstützung benötigen, diskutierten Vertreter der Initiativen am Mittwoch mit Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) und Landrat Stephan Loge (SPD) in der Asylunterkunft in Pätz. Zu dem Treffen kamen Ansprechpartner der Willkommens-Initiativen aus Pätz, Waßmannsdorf, Massow und Königs Wusterhausen.

Mit besonders schwierigen Umständen sind die Ehrenamtler in Massow konfrontiert. In der früheren Reha-Klinik leben derzeit 150 Bewohner, ab Montag sollen weitere 90 Flüchtlinge in einem benachbarten Hotel untergebracht werden, bis Ende des Jahres sollen in dem Hotel sogar 300 Flüchtlinge unterkommen. Der ganze Komplex liegt aber äußerst abgeschieden.

Kritik am Betreuungsschlüssel

Hilmar Stolpe, der sich in Massow engagiert, kritisierte vor Ministerin Golze unter anderem den Betreuungsschlüssel von einem Sozialarbeiter auf 120 Bewohner. Die Konsequenzen machte seine Mitstreiterin Jacqueline Olm deutlich: Theoretisch soll es in Massow einen Shuttleservice mit Bussen geben. Weil die Sozialarbeiter aber mit so vielen Dingen gleichzeitig beschäftigt sind, funktioniere der kaum. Ein im Krankenhaus liegender Bewohner wartete unlängst vergebens auf den Bus, der ihn abholen sollte. In der Not rief er bei Jacqueline Olm an. „Wie soll das erst sein, wenn in Massow 450 Menschen leben?“, fragt sie.

Ein Problem, vor dem sich auch die Bewohner des Heims in Waßmannsdorf fürchten. Weil die Unterkunft dringend renoviert werden muss, soll ein Teil der Bewohner demnächst nach Massow ziehen. „Obwohl die Umstände in Waßmannsdorf schlecht sind, wollen die Menschen nicht weg“, erzählte Carolin Ochs von der dortigen Initiative. Die Berlin-Nähe sei ihnen wichtig.

Zudem sprach Carolin Ochs sich gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften und für Wohnungen aus. Daraufhin entgegnete Gesine Liersch von der Königs Wusterhausener Initiative, dass sie Gemeinschaftsunterkünfte zumindest am Anfang für sinnvoll hält. „Die Flüchtlinge können sich untereinander vernetzen und wir als Ehrenamtler haben viel leichter einen Zugang zu den Menschen“, sagt sie.

Sozialministerin Golze nahm die Anregungen der Ehrenamtler auf und bedankte sich für das Engagement. Sie stellte in Aussicht, dass noch in diesem Jahr eine Ehrenamtskarte eingeführt werden soll, mit der etwa Fahrtkosten finanziert werden können.

Landrat Loge gibt Ausblick

Landrat Stephan Loge gab einen Überblick über künftige Unterbringungen. Neben dem Hotel in Massow sollen im Golßener Ortsteil Zützen 100 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht werden. Weitere 90 sollen ab September nach Uckley kommen, 188 weitere ab Dezember nach Luckau.

Der Kreis sucht nach weiteren Objekten, die Zeit drängt: „Es gibt natürlich einen Notfallplan“, sagte Loge und verwies auf Potsdam-Mittelmark. In Michendorf mussten vor wenigen Wochen 100 Flüchtlinge in eine Turnhalle ziehen. „Ich hoffe, wir finden andere Lösungen“, sagte Loge.

Von Anja Meyer

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