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Ein Haus so bunt wie seine Besucher

Königs Wusterhausen Ein Haus so bunt wie seine Besucher

Das Mehrgenerationenhaus am Fontaneplatz in Königs Wusterhausen ist bei Einheimischen wie Fremden eine begehrte Adresse. Hier gibt es Rat und Unterstützung, aber auch Möglichkeiten zum Reden, Kontakte pflegen, singen und basteln. Für die Kinder wird Unterstützung bei den Hausaufgaben angeboten. Das Haus ist bei den interkulturellen Wochen vertreten.

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Die Gäste im Mehrgenerationenhaus in Königs Wusterhausen sing genauso bunt wie die hier gefertigten kleinen Fingerpuppen.

Quelle: Andrea Müller

Königs Wusterhausen. Wer da wohl hinter der Tür singt? Die beiden Kleinen sind mit ihrer Mutter ins Mehrgenerationenhaus am Fontaneplatz in Königs Wusterhausen gekommen, weil sie Rat brauchen. Der Junge auf den Armen von Renate Müller-Schäfer, die mit zwei weiteren Mitarbeitern das Haus betreut, strahlt über das ganze Gesicht, als er die Singegruppe um Marion Schmidt ganz aus der Nähe hören kann. „Hoch auf dem gelben Wagen“, scheint ihn hellauf zu begeistern. Er strampelt, als wollte er tanzen. Seine Schwester, die in den nächsten Tagen vier Jahre alt wird, schaut mit großen Augen abwechselnd zu den Sängern und zum erst sechs Monate alten Bruder. So wie der kleinen Familie geht es vielen, die das Mehrgenerationenhaus aufsuchen. „Sie brauchen Hilfe, Unterstützung, vielleicht eine Beratung oder sind auf der Suche nach Kontakt“, weiß Müller-Schäfer. Die Adresse mitten im Königs Wusterhausener Neubaugebiet gibt es bereits seit zehn Jahren. Das Haus wird aus Bundesmitteln gefördert.

Ursprünglich war es hier im sozialen Brennpunkt der Stadt dazu gedacht, zwischen den Generationen zu vermitteln, sie zusammen zu führen, damit sie einander kennenlernen und voneinander profitieren. Doch das Ansinnen hat sich über das Jahrzehnt gewandelt. Erst waren es vor allem jüdische Zuwanderer aus Russland und Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die neben den Königs Wusterhausenern hierher kamen, heute sind es Menschen aus aller Welt. Was die neuen Nachbarn suchen, so Müller-Schäfer, unterscheide sich nicht von den eigenen Wünschen: Ein Dach über dem Kopf, soziale Sicherheit, Kontakte zu anderen Menschen und vor allem Frieden. Hier im Mehrgenerationenhaus werde versucht, all das zu geben. Bei den interkulturellen Wochen wird das Haus in diesem Zusammenhang umso mehr eine zentrale Rolle spielen. Denn gerade bei den Veranstaltungen trauen sich Menschen zu kommen, für die es sonst schwer ist. So singt am Sonnabend um 17 Uhr Halina Minkowa jüdische Lieder.

Das Mehrgenerationenhaus in Königs Wusterhausen

Das Mehrgenerationenhaus in Königs Wusterhausen.

Quelle: Andrea Müller

Wer erst einmal den Weg hierher gefunden hat, trifft auf eine bunte Vielfalt. Morgens ab 9 Uhr kann man einfach Zeitung lesen oder im Internet surfen. Es gibt ein breites Beratungsangebot etwa zum Teilhabegesetz oder dazu, was man bei Schulden tun kann. Darüber hinaus gibt Spielerunden, Singe- und Handarbeitsgruppen, Schach und viele Angebote für Kinder. „Ihnen helfen wir unter anderem bei den Hausaufgaben“, so Müller-Schäfer, die von Beruf Sozialpädagogin ist. In einer Spielecke können die Kleinen aber auch einfach toben. Besonders begehrt sind bei ihnen die winzigen, handgefertigten Fingerpuppen, die genauso bunt und farbig sind, wie die Menschen, die hierher kommen – egal, aus welchen Gründen.

Von Andrea Müller

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