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Dahme-Spreewald Ein Landwirt denkt in Generationen
Lokales Dahme-Spreewald Ein Landwirt denkt in Generationen
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04:35 09.06.2016
Auf seinem Hof an der Dorfaue verwöhnt der Wildauer Bauer Siegfried Behnke seine Schafe manchmal auch mit einem Leckerbissen – einer Schippe Hafer. Quelle: Franziska Mohr
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Wildau

Das Image der Stadt Wildau bestimmen heute vor allem der große Schmiedehammer sowie die Hightech der Hochschule. Die einstige landwirtschaftliche Prägung des Ortes unter anderem mit der LPG „Zum Funkturm“ ist fast in Vergessenheit geraten. Als Urgestein gilt diesbezüglich der 76-jährige Siegfried Behnke, der einzige noch verbliebene Bauer im Ort, für den „ein Acker noch immer ein Heiligtum ist.“

Ungerührt, ohne jede Bitterkeit sagt er: „Ich werde hier auf dem Hof sterben.“ Und fast scheint es, als sei er bei diesem Gedanken glücklich, während er seinen Hund Putina begrüßt, die Schafe mit einer Schippe Hafer verwöhnt und selbst seine Schweine im Stall ein wenig streichelt. Mit Zufriedenheit erfüllt ihn daher, dass jetzt endlich auch seine Nachfolge geregelt ist. Eigentlich wollte er schon vor zwölf Jahren nur noch Hobby-Landwirt sein. Doch seine drei Kinder winkten anfänglich ab. Bauer im Hauptberuf kam für sie, die Tischler, Maurer und Beamtin geworden sind, nicht in Frage. Jetzt aber wird der 45-jährige Sohn Olaf die Landwirtschaft zumindest im Nebenerwerb betreiben. Die Verträge sind Behnke zufolge so gut wie unter Dach und Fach.

1955 schloss er in Wildau die Volksschule ab

Das aber hielt den Wildauer Bauern keineswegs davon ab, jetzt in seinen etwa 30 Hektar umfassenden Wäldern noch Eichen und Rotbuchen zu pflanzen. „Ein Landwirt ist kein Politiker, der wiedergewählt werden will. Er denkt in Generationen“, sagt Behnke. Das hat ihn sein Vater Heinrich gelehrt, der sich 1968 das Leben nahm. „Für ihn war das der letzte Ausweg, um dem Eintritt in die LPG zu entgehen“, sagt der 1939 in Westpreußen geborene Behnke. Dort allerdings wurde er 1945 als Deutscher gar nicht mehr eingeschult, so dass er kriegsbedingt erst 1955 in Wildau die Volksschule abschloss, um Bauer zu werden. Das aber war er längst. Schon als kleiner Junge mussten er und seine vier Geschwister dem Vater helfen: Kühe melken, mit dem Pferd die Felder pflügen. Als er zwei Jahre alt war, starb 1941 seine Mutter. Am Ende des Krieges reihte sich der Vater mit seinen fünf Kindern in den Flüchtlingstreck ein. Geblieben waren ihm nur seine Hände zur Arbeit. Er lud bei den Russen im Wildauer Werk Kohlen aus und brachte die große Familie als Hucker beim Aufbau der Berliner Stalinallee durch, ehe er 1951 von einem Kriegsversehrten den mit Schulden behafteten Wildauer Hof an der Dorfaue erwarb. Fortan konnte er wieder Bauer sein. Von ihm hat Behnke, der nach seinem Zwangseintritt bis zur Wende bei der LPG unter anderem 40 Bullen versorgte, die Liebe zum Boden geerbt. Nach 1989 bekam er seine Flächen zurück und begann wieder als Einzelbauer. Urlaub kennen er und seine Frau Frieda seither nicht mehr. Den einzigen Luxus, den sich das seit über 50 Jahre verheiratete Paar, gönnt, ist der sonntägliche Gang zur Neuapostolischen Kirche.

Behnke: „ Demut gegenüber der Natur“

„Ein Bauer lebt im Einklang mit der Natur“, sagt der 76-Jährige. Deshalb beachte er auf seinem etwa 60 Hektar Acker die Fruchtfolgen und baue unter anderem Roggen, Weizen oder Lupinen an. Er mähe die Dahmewiesen und pflege seine Wälder.

Von den „neumodischen Naturschützern“, die oft nur eine Art wie den Kranich oder den Biber im Blick hätten, hält er wenig. „Der Mensch muss wieder die Demut gegenüber der Natur erlernen“, sagt Bauer Behnke, setzt sich auf einen seiner zehn Traktoren und fährt aufs Feld.

Von Franziska Mohr

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