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Dahme-Spreewald Ein Langer Kerl fürs Schlosscafé
Lokales Dahme-Spreewald Ein Langer Kerl fürs Schlosscafé
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00:26 13.03.2018
Mike Sprenger, Inka Lumer und Carola Hänel (v. l.) freuen sich über den Langen Kerl. Quelle: Heidrun Voigt
Königs Wusterhausen

Adrett sieht er aus, der Lange Kerl in seiner preußisch-blauen Uniform mit roten Hosen und weißen Gamaschen. Seit Kurzem präsentiert er stolz sein Steinschlossgewehr vor dem Schlosscafé Königs Wusterhausen. Der Grenadier löste dort seinen alten Pappmaschékameraden ab, der schon allerlei Blessuren trug.

„Wir haben den ersten langen Kerl im Schuppen gefunden und ihn so gut wie möglich geflickt. Ein zweiter war nicht mehr zu retten“, sagt Carola Hänel, die seit November 2016 Inhaberin des Schlosscafés ist. Sie erzählt, dass sich die Touristen gern bei dem Grenadier für ein Foto einhaken. Als die Stiefel des alten immer mehr bröselten, entschied Carola Hänel: Ein neuer muss her! Und sie beauftragte Inka Lumer mit dieser Aufgabe.

Inka Lumer recherchierte genau, bevor sie zu malen begann. Quelle: Privat

Umfangreiche Recherche zu den Grenadieren

Die junge Frau, die in Streganz lebt, hat nach einer Lehre als Schriftsetzer Abendkurse an der Kunsthochschule Weißensee besucht. Lumer arbeitet heute als freiberufliche Illustratorin. Sie gestaltet Bücher, Plakate und Kalender. In Kooperation mit dem Kreisfeuerwehrverband Dahme-Spreewald hat sie auch eine Brandschutzfibel erstellt. „Ich habe Uniformkunde betrieben und mir ist aufgefallen, dass der alte Grenadier vom Café eine schwarze Jacke statt einer blauen trug. Da vermutete ich, dass auch andere Details nicht stimmen und habe intensiv recherchiert“, erzählt Inka Lumer. Sie verrät, dass sie den Ehrgeiz hatte, einen „richtigen Knüller“ zu schaffen. Die kreative Frau zeichnete die Umrisse auf eine Holzplatte und ließ sie beim Tischler aussägen. Der baute auch eine Querverstrebung auf der Rückseite für noch mehr Stabilität.

Die Kanten schliff Lumer glatt, dann grundierte sie das Holz und machte sich mit Acrylfarben an den kreativen Akt. Anschließend versiegelte sie die Farben. „Es hat total Spaß gemacht. Das Schwierigste war die Mütze. Allein für die orangefarbene Bommel aus Wolle habe ich dreieinhalb Stunden gebraucht“, sagt sie.

Seine Majestät Friedrich Wilhelm I. höchstpersönlich nahm kürzlich den Neuzugang seines Leibregiments in Augenschein. „Eine prachtvolle Arbeit, ganz ausgezeichnet“, lobte Mike Sprenger, der seit zwölf Jahren für den Verein zur Förderung und Pflege der Potsdamer Riesengarde „Lange Kerls“ in die Rolle des Soldatenkönigs schlüpft. Er räumte ein, dass ein paar Details aber nicht exakt seien. „Die langen Kerls trugen nur drei Locken und die Offiziere vier, hier sind es mehr“, stellte der Fachmann fest. Er vermisste auch die rote Halsbinde, die die Soldaten des Leibregiments ab 1722 trugen.

Leibgarde wuchs rasant

Besonders gefiel dem König die Wollbommel an der Mütze. „Die Bommel war orange, weil das preußische Königshaus mit dem Haus Oranien in den Niederlanden verwandt war“, erläuterte Sprenger. Er erzählte, dass die Langen Kerls aus der Jagdtruppe in Königs Wusterhausen entstanden seien. „Der König hat gemerkt, dass bei den Jagdtreibern die großen Kerle schneller und besser durchs Unterholz stapften und hat sie mal exerzieren lassen“, so Sprenger. Er verwies darauf, dass es im Jahr 1713 mit insgesamt 700 Mann mit der Leibgarde losging. Im Jahr 1738 waren es bereits 3681.

„Im Regiment waren die Soldaten bis sie malade waren. Auf der Insel Werder gab es ein Sanatorium aus Königs Gnaden. Dort besserten die Kranken die Uniformen für die aktive Truppe aus und pflegten deren Gewehre“, erklärte Mike Sprenger. Er möchte den König mimen, bis er malade ist. Er ist sich sicher, dass dies noch sehr lange sein wird. Und auch der Lange Kerl vorm Schlosscafé in Königs Wusterhausen hat noch viele, viele Dienstjahre vor sich.

Von Heidrun Voigt

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