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Dahme-Spreewald Ein Leben zwischen Jazz, Pop und Filmmusik
Lokales Dahme-Spreewald Ein Leben zwischen Jazz, Pop und Filmmusik
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00:17 30.01.2016
Die gefeierte Jazzsängerin Jessica Gall und ihr Mann Robert Matt, der ihr Produzent und außerdem erfolgreicher Filmkomponist ist. Quelle: Heidrun Voigt
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Schulzendorf

Jessica Galls Stimme ist bittersüß – im klangschönsten Sinne. Ihre Songs changieren zwischen Jazz und Pop, sind an der Singer-Songwriter-Musik geschult. Die Sängerin textet und ihr Mann Robert Matt komponiert – eine inspirierende Symbiose. Das Paar lebt mit den beiden Töchtern seit zwölf Jahren in Schulzendorf.

„Mit meinen Eltern habe ich schon einmal eine Zeit in Schulzendorf gewohnt und damals die Paul-Dessau-Schule besucht. Ich mag die Gegend, deshalb waren wir sehr froh, hier ein Zuhause zu finden“, erzählt Jessica Gall. Im Keller seines Hauses hat das kreative Paar ein Tonstudio und einen Proberaum eingerichtet. Im Wohnzimmer steht ein Klavier. „Unsere ersten Ideen nehmen wir am Klavier mit einem Diktiergerät auf. Die Ausarbeitung, kleine Arrangements, die Beats, die Bassline und so weiter erfolgen im Studio“, sagt Robert Matt. Er betont, dass es auf gehaltvolle Texte ankomme, die gleichwertig zur Musik stehen. Jessica Galls englischsprachige Texte sind poetisch und facettenreich, reichen von Sehnsüchten über Reiseimpressionen bis zum Alltag einer Mutter.

Insgesamt drei Alben hat die Sängerin bereits aufgenommen. Das vierte wird im Juli erscheinen. „In der Endphase einer Produktion arbeiten wir oft die Nächte durch“, berichtet die junge Frau. Doch wenn die CD fertig sei, wiege dieser Glücksmoment allen Stress wieder auf. Das übernächste Album hat das Paar bereits schon im Kopf. Es soll das erste deutschsprachige werden. Aber erst einmal sind Jessica Gall & Co. am 29. Januar zum Neujahrskonzert des Lions-Clubs Königs Wusterhausen in der Hochschulbibliothek Wildau zu hören. Die Sängerin wird von ihrem Mann am Klavier und Johannes Feige auf der Gitarre begleitet. Brandneue Stücke und Songs von ihren CDs werden präsentiert.

Ende April bis Mitte Mai geht es dann auf Konzertreise auf einem Expeditionskreuzfahrtschiff vor Brasilien und Costa Rica. Im vorletzten Jahr gab das Duo in der Südsee Konzerte. Auch in Istanbul und Krakow stand das Paar schon auf der Bühne. „Wir sind sehr froh, dass die Großeltern in Mahlow einspringen, wenn wir unterwegs sind, sonst könnten wir die Angebote nicht wahrnehmen.“

Das Paar fühlt sich in Schulzendorf geerdet. „Wir führen ein ganz normales Leben. Unsere zwei Kinder müssen morgens zur Schule und die schönsten Tage sind die, wenn wir hier im Studio arbeiten können, mal nicht in die Stadt rein müssen“, erläutert Jessica Gall.

Die jüngere Tochter besucht die Grundschule Schulzendorf, die ältere geht aufs Gymnasium in Königs Wusterhausen. Beide Kinder haben Geigenunterricht, die Große spielt zudem Gitarre. Wichtig ist den Eltern, dass ihre Töchter den Musikunterricht nicht als Last sehen. „Musik kann immer nur dann gut sein, wenn sie Freude bringt, sonst sind es nur Töne“, sagt Robert Matt.

Und er weiß, wovon er redet. Mit zehn Jahren kam der gebürtige Bayer ins Internat zu den Regensburger Domspatzen. Da er mit 15 Jahren an einem Pop-Wettbewerb der Stadt teilnahm und diesen gewann, durfte er nicht mehr im Solistenchor der Domspatzen mitsingen. Matt studierte Arrangement, Komposition und Klavier in Los Angeles. Neben dem Konzertieren und Produzieren leitet er den Fachbereich Popularmusik an der Musikschule Friedrichshain/Kreuzberg und komponiert Filmmusik – zum Beispiel für den Kinderfilm „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ von Wolfgang Groos, mit Moritz Bleibtreu und Katharina Thalbach.

Im Gegensatz zu ihrem Mann wurde Jessica Gall die Musik sozusagen in die Wiege gelegt. „Meine Ururgroßmutter war schon Berufsmusikerin, und meine Oma und mein Papa haben an der Eisler-Hochschule studiert.“ Die gebürtige Berlinerin begann mit sechs Jahren Klavier zu spielen und mit zwölf Jahren folgte das Saxofon. Eine Zeit lang wollte sie Tierärztin werden, auf keinen Fall Musikerin wie die Eltern. Mit dem Erfolg bei einem Gesangswettbewerb änderte sie ihre Meinung und studierte Jazzgesang an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. Finanziert hat sie ihr Studium übrigens als Backgroundsängerin bei Phil Collins und Sarah Connor. Jessica Gall unterrichtet an der selben Musikschule wie ihr Mann. „Durch die Arbeit dort haben wir mehr Freiheit, müssen nicht jedes Konzertangebot annehmen und ständig unterwegs sein“, sagt sie.

Für das Paar ist die Musik der Traumjob. „Als wir beim Sommerfest im Auswärtigen Amt spielten und erlebten, wie die steife Atmosphäre sich bei unseren Songs zusehends lockerte, war das schon toll“, sagt Robert Matt. „Die Musik hält uns lebendig, wir stagnieren nicht“, sagt seine Frau. Beide sind sich einig, dass es schwerer sei zusammenzuarbeiten, wenn man auch privat ein Paar ist. „Wir beide haben aber einen guten Weg gefunden und ich kann es mir nicht schöner denken“, sagt Jessica Gall lächelnd. „Wenn ich mal sauer bin – wie es in jeder Beziehung vorkommt – muss ich Jessi nur singen hören, dann wird mein Herz wieder weich“, sagt Robert Matt und strahlt seine Frau an.

Info: www.jessicagall.de, und www.robertmatt.de, Neujahrs-Benefiz-Konzert der Lions am 29. Januar ab 19.30 Uhr in der Bibliothek der TH Wildau; www.lionsclub-kw.de/news

Von Heidrun Voigt

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