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Ein Neuanfang für Mittenwalde

MAZ-Kommentar Ein Neuanfang für Mittenwalde

Die Abwahl des Mittenwalder Bürgermeisters Uwe Pfeiffer (parteilos) am Sonntag gibt der Stadt die Chance auf einen Neuanfang. Die Entscheidung war angesichts der Vorgeschichte überfällig – Pfeiffer ist wegen Vorteilsnahme vorbestraft und soll Mitarbeiter angewiesen haben, Adressen von Frauen zu ermitteln. Ein Kommentar von MAZ-Redakteur Ekkehard Freytag.

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Quelle: Margrit Hahn

Mittenwalde. Wenn ein Amtsinhaber nicht mehr sieht, dass seine Macht nur geliehen ist, läuft seine Zeit ab. Wenn der Bürgermeister einer kleinen Stadt fünfstellige Gefälligkeiten zu Lasten der Stadtkasse gewährt, wenn dieser Bürgermeister zudem noch seine Position missbraucht, um an
Adressen von Frauen zu gelangen, dann ist seine Abwahl mehr als überfällig. Insofern ist das Votum der Mittenwalder gegen ihren bisherigen Bürgermeister Uwe Pfeiffer nur folgerichtig.

Zum Nachlesen:

– Im Juni wird Pfeiffer wegen Korruption verurteilt

– Neuer Skandal: Bürgermeister soll Frauen ausspioniert haben

– Pfeiffer mit großer Mehrheit abgewählt

Nun gab es manche – in Telz und Mittenwalde selbst waren es durchaus viele –, die das anders sahen. Man kann vermuten, dass sie mehr Wert darauf legten, dass Pfeiffer in der Vergangenheit viel getan und erreicht hat für Mittenwalde. Das ist auch unbestritten. Allerdings hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Worum es gehen muss, ist die Zukunft der Stadt. Und da stellen sich schon ein paar Fragen. Wie soll jemand diese Zukunft gestalten, der vorbestraft ist, und der sich mit dem Ausspionieren von Frauen nicht nur politisch unmöglich gemacht hat? Wie will er künftig für die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung stehen? Und auch das sei gefragt: Wie will er weiterhin Vorbild sein?

Für das Ansehen der Stadt wie auch das Ansehen von Pfeiffer wäre ein Rücktritt das Ehrenvollste gewesen. Dass er darauf nicht zuletzt wegen der komplizierten versorgungsrechtlichen Lage verzichtet hat, ist immerhin nachvollziehbar. Insofern ist es umso besser, dass die große Mehrheit der Einwohner die Weichen für einen Neuanfang gestellt hat.

Von Ekkehard Freytag

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