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Ein Radioverrückter

Funkerberg Ein Radioverrückter

Der Nachrichtentechniker Rainer Suckow ist ein Radioverrückter. Das gibt er gern zu. Als der 47-Jährige vor 30 Jahren erstmals den 1000-PS-Dieselmotor auf dem Funkerberg in Betrieb sah, war er fasziniert. Eine Begeisterung, die anhält und ihm nun schon seit gut zehn Jahren den ehrenamtlichen Job des Leiters des Fördervereins „Sender KW“ eingebracht hat.

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Besucher können im Museum den Hochfrequenzteil des 250-Kilowatt-Mittelwellensenders aus dem Funkwerk Köpenick bestaunen, der in Köpenick-Uhlenhorst von 1959 bis 1993 in Betrieb war.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Für andere Lehrlinge der Funkschule war es fast eine Strafarbeit, im Maschinensaal der Sendestelle Königs Wusterhausen Kabel für die Schrottaufbereitung zu trennen. Für den gebürtigen Ueckermünder Rainer Suckow aber wurde dieser Arbeitseinsatz zur Geburtsstunde einer Leidenschaft, die ihn seit 30 Jahren gefangen hält.

„Als 17-Jähriger sah ich damals zum ersten Mal den 1000-PS-Dieselmotor von 1935 in Betrieb und war fasziniert“, bekennt der Nachrichtentechniker, der nach der Lehre als Tontechniker in der Betriebsschule des Deutschen Fernsehfunks (DFF) der DDR arbeitete. Mit der Wende wurde er fast automatisch Beschäftigter der Telekom. „Glück gehabt“, sagt Suckow, der sich ohnehin zu den „notorischen Optimisten“ zählt.

Rainer Suckow

Rainer Suckow

Quelle: Franziska Mohr

Als sich 1993 der Förderverein „Sender Königs Wusterhausen“ zum Erhalt der „Wiege des Rundfunks“ gründete, wurde der damals 25-Jährige sofort Mitglied. „Das knapp 15 Jahre lang mit Abstand jüngste“, sagt Suckow schmunzelnd. War der heute 47-Jährige anfangs doch auch der Einzige, der sich mit Internet & Co auskannte, während er andererseits von den alten Rundfunkhasen wie Peter Manteuffel noch viel lernen konnte. Der Youngster wurde schnell Vorstandsmitglied, ehe er vor mehr als zehn Jahren die Leitung des Vereins übernahm. Befragt nach dem bisher schönsten Moment, kommt die Antwort schnell: „Ich habe mich riesig gefreut, als Königs Wusterhausen von Matthias Platzeck beim Brandenburg-Tag den Titel Rundfunkstadt verliehen bekam.“ Ohne den Förderverein hätte es das nicht gegeben, sagt Suckow. Schließlich pflegen die 80 Mitglieder im Fundus des Funktechnikmuseums mehr als 20 000 Exponate, von denen in der Ausstellung 1500 gezeigt werden. Freaks können allein 1500 Röhren bewundern.

Ehrenamtlich veranstalten die Vereinsmitglieder jährlich 180 bis 200 Führungen.„Wir wissen den Luxus zu schätzen, dass uns die Stadt die Räume kostenfrei zur Verfügung stellt“, sagt Suckow. Er erinnert sich noch genau, wie dem Verein 2004 ausgerechnet während einer Vorstandssitzung das Fax ins Haus flatterte, demzufolge das Haus 1, in dem das Museum beheimatet ist, bis zum 31. August besenrein an eine Telekom-Tochter übergeben werden sollte. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus, so dass sich selbst ein Museumsdirektor aus der Schweiz direkt an den Telekom-Chef wandte. Im Januar 2007 konnte das Museum offiziell wieder öffnen. Die Stadt kaufte das Areal des Funkerbergs. Der Optimist Suckow hatte wieder einmal gesiegt, so dass er sich jetzt sogar einem weiteren Hobby zuwenden kann. Er gestaltet gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern von März bis Oktober einmal im Monat auf dem Funkerberg einen Radiotag, bei dem anderthalb Stunden Programm rund um den Rundfunk von der Geschichte bis zur Gegenwart ausgestrahlt werden.

Und Suckow wäre nicht Suckow, käme nicht gleich noch die Info: Ab Januar wird diese „Welle 370“ auf dem einzigen noch aktiven Mittelwellensender in Deutschland ausgestrahlt. Neulinge sind im Verein übrigens stets willkommen. „Wir finden für jeden Arbeit, die Spaß macht“, ist sich Suckow sicher.

Von Franziska Mohr

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