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Dahme-Spreewald Ein Stolperstein gegen das Vergessen
Lokales Dahme-Spreewald Ein Stolperstein gegen das Vergessen
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18:53 27.11.2013
Werner Winkelmann kann sich noch an Doktor Anschel erinnern. Er war bei ihm in Behandlung. Quelle: Klaus Bischoff
Mittenwalde

„Er war ein Arzt, der nicht darauf sah, ob die Menschen, die zu ihm kamen, Geld hatten oder nicht“, erinnert sich der Töpchiner Werner Winkelmann an den Allgemeinmediziner Erich Anschel aus Mittenwalde. Anschel war Jude und wurde von den Nazis zur Aufgabe seines Berufes gezwungen. Nur durch Flucht konnte er sich der Verschleppung in ein Konzentrationslager entziehen. Um seiner zu gedenken, wird am Dienstag vor dem Haus seiner Familie in der Berliner Vorstadt ein Stolperstein eingeschlagen.

„Als Kind war ich 1927 vom Fahrrad gefallen und hatte mir das Schlüsselbein gebrochen“, erzählt der heute 91-jährige Winkelmann, von dem die Initiative zu der Ehrung ausging. „Doktor Anschel behandelte mich gut. Weh tat es nur, als schließlich das Pflaster abgenommen wurde.“ Obwohl Winkelmanns Familie arm war, kümmerte sich der Arzt aufmerksam um seinen kleinen Patienten. „Der Junge sieht so blass aus, der kommt mal unter die Höhensonne“, habe er einmal gesagt.

Acht Jahre danach, die Nazis saßen schon fest im Sattel, war kein Dr. Anschel mehr da, als Winkelmann die Praxis aufsuchte. Ein anderer Arzt praktizierte. Am Ende, so der Töpchiner, habe ein stadtbekannter Nazi-Funktionär das Haus gekauft. Nachdem jüdischen Medizinern 1938 die allgemeine Zulassung entzogen wurde, flüchtete Anschel zu seinem Vater nach Berlin. Der wurde mit zwei anderen Söhnen und einer Tochter später deportiert. Erich Anschel rettete sich durch Flucht vor dem sicheren Tod.

Das Schicksal des Mittenwalders ist in dem nun in zweiter Auflage erschienenen Buch „Das haben wir alles nicht gewusst“ dokumentiert. Der Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald gab es heraus, seine Vorsitzende Irmtraud Carl besorgte das Lektorat. „Sich den Lebensgeschichten zu nähern gleicht einem Puzzle, bei dem die meisten Teile fehlen“, stellt Vize-Vereinsvorsitzender Peter Münzer fest, der das Projekt betreute. „In der gesamten Region mussten die diskriminierten jüdischen Ärzte ihre Patienten verlassen“, betont er. „Sie kamen anfangs oft bei Freunden unter und suchten dann den Schutz der Anonymität der Großstadt Berlin.“

Das gelang zunächst auch Erich Anschel, über dessen letzte Lebensjahre bislang nur Vermutungen existierten. Vor wenigen Wochen teilte das Bundesarchiv mit, es gebe glaubwürdige Belege dafür, dass er 1939 nach Bolivien auswanderte und dort 1950 verstarb. Womit es endlich eine halbwegs gesicherte Information über den Abschluss seines Lebensweges gibt. Sollte es eine dritte Auflage des Erinnerungsbandes geben, meint Peter Münzer, würde sie dort einfließen.

Von Klaus Bischoff

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