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Ein Urgestein geht in den Ruhestand

Königs Wusterhausen Ein Urgestein geht in den Ruhestand

Seit 30 Jahren arbeitet Frank Hoffmann bei der Stadt Königs Wusterhausen. Zum 1. Dezember geht er in den Ruhestand. Der wird jedoch wohl alles andere als ruhig. Denn Hoffmann wird sich dann ausführlich seiner Leidenschaft widmen: Der Arbeit beim Deutschen Roten Kreuz.

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Nach 30 Jahren geht Frank Hoffmann in den Ruhestand, um ehrenamtlich nun endgültig „sein Zuhause“ beim DRK zu errichten.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Frank Hoffmann erlebt nun schon den sechsten Bürgermeister im Königs Wusterhausener Rathaus. Aus der Ruhe bringen oder gar erschüttern konnte ihn dies nicht. Er erledigte immer gleichbleibend seine Arbeit. Egal, ob im Städtischen Betriebshof, im Grünflächen- oder im Ordnungsamt. Begonnen hat er noch in der DDR, 1987 als Stadtinspektor, der Umweltsünder – illegale Müllablagerungen – Aufspüren sollte.

In den 30 Jahren stand er aber nicht selten auch nachts um 3 Uhr auf, lange bevor die Bewohner „seiner“ Stadt erwachten, weil der Schnee beräumt oder das Glatteis beseitigt werden mussten. Er pflegte unzählige Grünflächen und freute sich über jeden neuen Baum in „seinem“ Königs Wusterhausen. Manchmal allerdings ärgerte er sich auch kräftig, weil Rowdys Bänke demoliert, Wege zertrampelt oder Laternen eingeschmissen hatten. In Erinnerung geblieben ist ihm auch eine Pflanzaktion vor dem Schloss, als sein Team plötzlich auf die sterblichen Überreste einer standrechtlichen Erschießung stieß. „Es sind Jahre vergangen, dennoch denke ich jedes Mal beim Anblick der jungen Linden an diese grausige Entdeckung“, sagt er. Als Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes verteilte Frank Hoffmann auch so manches Knöllchen und musste sich dabei auch den einen oder anderen dummen Spruch anhören.

50-jährige DRK-Zugehörigkeit

„Jetzt aber ist es genug“, sagt der wortkarge Mann, der sich bescheiden zum 1. Dezember möglichst nur mit einer kleinen Kaffeerunde in den Ruhestand verabschieden möchte. Über Langeweile wird er dann aber ganz sicher klagen. Schließlich kennen ihn die meisten Königs Wusterhausener vor allem als „Mister DRK“, der nun schon seit Jahrzehnten mit seinen fleißigen Mitstreitern unzählige Veranstaltungen vom Weihnachtsmarkt über das Schlossfest bis zum einst traditionellen Schleusenfest sowie dem „Brandenburgtag“ absicherte. Auch bei unzähligen Sportveranstaltungen vom Stadionfest bis zur Kita-Olympiade trug er die Verantwortung für den Sanitätsdienst. Gelegentlich ist er, der Koordinator des Schulsanitätsdienstes, aber auch an der Gulaschkanone des DRK zu finden. Dabei blieb ihm in seiner fast 50-jährigen DRK-Zugehörigkeit auch so manche brenzlige Situation nicht erspart. So fiel einer jungen Frau ausgerechnet beim letzten Stadionfest eine Anzeigetafel auf den Kopf, sodass er sie mit einer schweren Kopfverletzung an den Rettungsdienst übergeben musste. 15 Verletzte mit Schädelhirntrauma und Brüchen gab es auch bei einem Rock-Konzert, bei dem die Bühne umfiel. Sofort zur Stelle war dann stets einer: Frank Hoffmann.

Das Helfersyndrom bleibt

„Als ich mit 16 Jahren als Rettungsschwimmer beim DRK anfing, wollte ich vor allem eines: helfen. Und von diesem Helfersyndrom bin ich bis heute befallen“, sagt der gelernte Dreher schmunzelnd. Angesteckt hat er damit inzwischen schon Generationen, wenn er ehrenamtlich Woche für Woche jeden Dienstag ab 17.15 Uhr im Keller der Herderschule in der Erich-Weinert-Straße junge Schulsanitäter mit den Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen vertraut macht. Dabei erlernen Mädchen und Jungen aus sieben Königs Wusterhausener Schulen sowie der Wildauer „Villa Elisabeth“ längst nicht nur die stabile Seitenlage, sondern auch ein soziales Miteinander. „Frank Hoffmann war in der Stadt einer der ersten, der bei der Integration der Flüchtlingskinder gesagt hat: ‚Ich bin dabei‘“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Petra Gröhnke. „Was er hier nicht nur medizinisch leistet, verdient höchste Anerkennung“, lobt sie.

Insofern weiß Hoffmanns Frau Kosnauta ganz sicher, wo sie ihren „Un-Ruheständler“, der zudem noch die Notfalldarsteller leitet, künftig noch mehr finden wird: in seinem zweiten Zuhause beim DRK.

Von Franziska Mohr

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