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Dahme-Spreewald Ein Wassermann aus dem Brennofen
Lokales Dahme-Spreewald Ein Wassermann aus dem Brennofen
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11:15 22.08.2016
Ein Steckenpferd von Claudia Eichler sind lustige Vögel, die sie um ein Wasserspiel in ihrem Garten arrangiert hat. Quelle: Heidrun Voigt
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Eichwalde

Ein großes, rotes Tor. Dahinter eröffnet sich eine bunte Welt. Skurrile Gestalten bevölkern Claudia Eichlers Garten. Ein Mann, der in einer Zinkbadewanne liegt. Seine Hände halten sich am Wannenrandfest, aus seinem Mund plätschert ein Wasserstrahl. Blaue Fische haben es sich an Kiefernstämmen gemütlich gemacht. Überdimensionale Bienen, Gnome mit breitem Grinsen, ein fröhlicher Frosch und viele breitschnäbelige Vögel bevölkern einen Seerosenteich. Sie alle stammen aus Claudia Eichlers Brennofen. Der Keramikerin haben es vor allem Raben angetan. „Die Faszination besteht für mich darin, ein nichtssagendes Stück Ton lebendig zu machen. Und Vögeln kann man relativ schnell einen Charakter einhauchen“, sagt die gebürtige Zeesenerin, die in Neue Mühle aufgewachsen ist. Seit 18 Jahren arbeitet sie mit Ton und gibt ihr Wissen in Kursen weiter. Für die gelernte Wirtschaftskauffrau ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Für diesen Traum hat sie aber hart gekämpft und viel gearbeitet.

Normalerweise decken Blätter den Wassermann zu. Quelle: Heidrun Voigt

„Mein Berufsweg ist im Zickzack verlaufen. Kunsterzieherin zu werden, scheiterte an meiner Stimme. Nach der Wende habe ich hier und da gejobbt und in einem Jugendclub für eine kleine Aufwandsentschädigung ehrenamtlich gearbeitet“, erzählt Eichler. Als ihr für die Arbeit mit den Jugendlichen ein Brennofen angeboten wurde, zögerte sie nicht. Autodidaktisch hat sie sich das Handwerk angeeignet. Trotz einer Weiterqualifizierung in Buchhaltung fand die damals 52-Jährige keine Arbeit, deshalb beschloss sie, sich selbstständig zu machen.

Vor 10 Jahren machte sich Claudia Eichler selbstständig

Im Dezember 2006 meldete sie sich als selbstständige Keramikerin an. Die Voraussetzungen an ihrem Wohnort in Eichwalde waren gut. In den Neunzigerjahren war Claudia Eichler mit zwei kleinen Kindern in die Gemeinde gezogen. Dort brachte sie den Mut auf, als sie aus ihrer Wohnung ausziehen musste, auf einem verwilderten Grundstück mit einem halb zerfallenen Gartenhäuschen neu zu beginnen. Die Miete war gering, also sagte sie ja und reparierte, isolierte, flieste, verputzte und baute allein neue Fenster ein.

Der Keramikverkauf im Internet floppte

„Ich wollte von dem Keramik-Verkauf auf Märkten und im Internet leben, das war ein Flopp.“ Doch die Frau gab nicht auf. Ein paar Monate später stellte sie eine skandinavische Holzhütte hinterm Zaun auf und bot dort Keramik und Kurse an. Der Raum platzte bald aus allen Nähten. „Einen Kredit von der Bank gab es nicht, aber mit Hilfe eines Privatkredits von einem Verwandten haben wir es geschafft“, sagt Claudia Eichler und lächelt. Sie erzählt, wie sie mit ihrem jetzigen Mann Jürgen und Freunden in nur fünf Monaten eine große, helle Werkstatt mit kleiner Küche an die Holzhütte anbaute. „Seit Februar 2011 haben wir Platz. Es ist richtig schön geworden.“

Die Heimatfreunde treffen sich regelmäßig in der Werkstatt

Jeden letzten Freitag im Monat treffen sich die Heimatfreunde zum Stammtisch am großen Holztisch in der Keramik-Werkstatt. Claudia Eichler gehört zum Vorstand des Heimatvereins. Zusammen mit ihrem Mann schlüpfte sie in die Rolle des Königspaares beim diesjährigen Rosenfest. „Die Arbeit im Heimatverein macht mir viel Spaß. Meine Aufgabe ist es, das Vereinsleben lebendig zu halten“, sagt die engagierte Frau.

Claudia Eichler nennt sich selbst „Rabenmütterchen“

Claudia Eichlers humorvolle Figuren strahlen Optimismus und Stärke aus – wie ihre Schöpferin. Da die Keramikerin als erstes Rabenvögel kreierte und sie bis heute in ihr Herz geschlossen hat, nennt sie sich auch „Rabenmütterchen“.


Info: www.rabenmuetterchen.de

Von Heidrun Voigt

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