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Beim Gassigehen: Frau entdeckt Kotspuren vom Wolf

Senziger Heide Beim Gassigehen: Frau entdeckt Kotspuren vom Wolf

Erneut ist in Brandenburg ein Wolf gesichtet worden: Beim Gassigehen hat eine Spaziergängerin aus Niederlehme (Dahme-Spreewald) einen verdächtigen Haufen entdeckt. Sie schickte ein Foto an einen Experten. Schnell war klar: Das ist die Hinterlassenschaft eines Wolfs.

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In der Senziger Heide war ein Wolf unterwegs.

Quelle: EPD

Königs Wusterhausen. In einer Facebook-Gruppe verabreden sich Hundebesitzer aus Königs Wusterhausen und Umgebung in der Regel zum Gassigehen, schreiben über dies und das. Doch was Anne Röhling aus Niederlehme vor Tagen dort verkündete, war ein Paukenschlag. Sie hat in der Senziger Heide einen Wolf entdeckt. Indirekt jedenfalls.

Ein sehr haariger Haufen

Als sie mit ihren beiden Hunden am Feld hinter der Gussower Straße spazieren ging, fiel ihr ein ungewöhnlicher Haufen auf: Sehr haarig und mit Hornstückchen versetzt, die von einem Reh stammen könnten. Da hatte Anne Röhling schon so eine Ahnung. Sie wusste, dass Wolfskot so aussehen kann. Sie fotografierte den Fund, schickte das Bild einem Wolfsbeauftragten und bekam prompt die Bestätigung. „Mit großer Wahrscheinlichkeit“ sei das die Hinterlassenschaft eines Wolfs, urteilte der Experte.

Das ist der Beweis

Das ist der Beweis: diese Wolfskot-Haufen entdeckte Anne Röhling beim Gassigehen mit ihren Hunden.

Quelle: Privat

Für die Niederlehmerin war das ein bewegender Moment. „Ich bin immer noch total ergriffen und stolz. Wann kommt man einem Wolf schon mal so nahe?“, schrieb sie. Den Mitgliedern ihrer Facebook-Gruppe riet sie, achtsam zu sein, wenn sie mit ihren Hunden unterwegs sind. Doch das war nicht alarmierend gemeint.

„Großartig, dass der Wolf zurückkommt“

„Ich finde es großartig, dass der Wolf zurückkommt“, sagte sie der MAZ. Dass Nutztierhalter besorgt um ihre Tiere sind, kann sie verstehen. Doch verteufeln darf man den Wolf nach ihrer Ansicht nicht. „Ich habe keine Angst vor dem Wolf. Die Tiere sind scheu und wunderschön. Ich bin überzeugt, dass Wolf und Mensch zusammenleben können. Wir müssen sogar, denn wir sind Teil der Natur“, sagte sie.

Valeska de Pellegrini  ist eine von zwei Wolfsbeauftragten im Land Brandenburg

Valeska de Pellegrini ist eine von zwei Wolfsbeauftragten im Land Brandenburg.

Quelle: MLUL, D. Schott

Für die Wolfsbeauftragte des Landes Brandenburg, Valeska Pellegrini, ist der Senziger Fund durchaus überraschend. Aber dass in der Region etliche Wölfe umherziehen, ist bekannt und gut belegt. „Jeder einzelne Fund hilft uns, mehr über ihre Verbreitung zu erfahren“, sagte die Expertin.

Der Wolf ist meistens unsichtbar

Zu Gesicht bekommen Spaziergänger einen Wolf in der Regel nicht. „Er verschwindet, wenn er Menschen bemerkt“, so Pellegrini. In Europa habe es seit Jahrzehnten keine Attacken auf Menschen gegeben. „Wildschweine sind in der Regel deutlich gefährlicher.“ Nutztierhalter weist die Wolfsbeauftragte auf Fördermöglichkeiten für Maßnahmen zum Schutz von Herden hin, die das Land anbietet (Kontakt: Valeska.dePellegrini@MLUL.Brandenburg.de).

In LDS sind drei Rudel unterwegs

In Dahme-Spreewald haben laut Kreisverwaltung derzeit drei Wolfsrudel ihren territorialen Schwerpunkt – in Lieberose, Siegadel und Märkisch Buchholz. In Nachbarkreisen gibt es vier weitere Wolfsterritorien. Ein Rudel besteht aus fünf bis zehn Tieren. Ihre Reviere sind etwa 250 Quadratkilometer groß.

Von Frank Pawlowski

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