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Dahme-Spreewald Ein schönes Feld
Lokales Dahme-Spreewald Ein schönes Feld
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11:30 09.08.2016
Heiko Ribbeck lenkt den Giganten über das Feld im Schönefelder Ortsteil Großziethen. Mittwoch könnte die Ernte eingebracht sein. Quelle: Andrea Müller
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Schönefeld

Montagvormittag, punkt 9.30 Uhr fährt Landwirt Jürgen Pahl von seinem Hof der „Flora Agrar“ in Karlshof. Hinter ihm fädelt sich seine Mähdrescher-Flotte ein. Vier Giganten fahren einer nach dem anderen hinaus aufs Feld. In diesen Tagen wird die Roggenernte eingebracht. „Wenn die Sonne scheint, zählt da jede Minute“, so Pahl, der den Betrieb gemeinsam mit Bruder Frank führt.

Doch ehe die Armada tatsächlich auf den Feldern des seit über 50 Jahren bestehenden Familienbetriebes ankommt, dauert es noch. Denn die Fahrzeuge mit über 300 Pferdestärken dürfen nicht jede Straße nutzen. Statt die B96 zu fahren, müssen sie auf viel kleinere Straßen ausweichen. Das bedeutet Umwege. Dabei haben sie die nun sowieso, seit dem der BER gebaut ist.

Erleichterungen erwünscht

„Weil wir Flächen auf beiden Seiten des Flughafens haben, müssen wir ständig drum herum fahren“, erklärt Pahl. Aber davon will er gar nicht reden. „Ist doch gegessen das Thema“, sagt er. Trotzdem würde er sich Erleichterungen wünschen; etwa eine Sondergenehmigung zur Nutzung der 96. Wenn die für landwirtschaftliche Fahrzeuge eine Erlaubnis bekäme, wäre ihm schon sehr geholfen. Ihm ist viel daran gelegen, über die Probleme zu reden. Das hält er in der eigenen Firma so mit seinen beiden Söhnen Patrick und Oliver und den anderen Mitarbeitern. Und das will Pahl auch nach außen so praktizieren. Er will, dass man die Landwirte ernst nimmt und sie unterstützt. „Immerhin produzieren wir das Brot“, so Pahl.

Die „Flora Agrar“ liegt in Rotberg, bewirtschaftet aber Flächen von 1600 Hektar in Schönefeld, Großziethen und Waßmannsdorf. Dazu kommen 100 Hektar Grünland. Hauptsächlich wird Roggen angebaut. Dazu kommen Gerste, Weizen und Raps. „Mit etwas Glück sind wir am Mittwochabend durch“, sagt Junior Oliver Pahl, der den Vater im Betrieb unterstützt, wo es geht. Beide Söhne sind mit der Landwirtschaft und dem Wechsel von Saat und Ernte groß geworden. „Da war klar, dass wir später mit einsteigen“, so der 29-Jährige.

Erfolgreicher Familienbetrieb

Angefangen hatte alles mit August Pahl, der nach dem Krieg als Flüchtling hier in die Gegend kam und als Bauer arbeitete. 1957 bekam er sogar eine Auszeichnung von Otto Grotewohl, dem ersten Ministerpräsidenten der DDR. Pahl wehrte sich später lange gegen die Gründung einer LPG, konnte es aber auf lange Sicht nicht verhindern. Gemeinsam mit acht Einzelbauern gründete er auf eigenem Grund und Boden im Jahr 1960 die LPG „Flora“. Nach der Wende wurde daraus die Flora Agrar GmbH. „Wir waren der kleinste Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis“, so Pahl. Man habe ihm keine Zukunft gegeben. Doch Totgesagte leben länger. Die Flora Agrar GmbH hat sich zu einem der führenden Betriebe gemausert. Jürgen Pahl übernahm den Betrieb von seinem Vater Rudi Pahl. Bald werden nun die eigenen Sohne in die Fußstapfen der Altvorderen treten. Beide haben inzwischen auch Kinder. „Es wäre schon schön, wenn die später den Betrieb übernehmen“, meint Oliver Pahl.

Heiko Ribbeck ist mit seinem Mähdrescher ein paar Meter ins Feld gefahren. Dann misst er nach, wie nass das Korn ist. Er kommt auf über 16 Prozent. „Wenn die 15 vor dem Komma steht, legen wir los“, weist Jürgen Pahl an. Die Männer nicken. Es wird ein langer Tag.

Von Andrea Müller

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