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Dahme-Spreewald Einblicke ins Familienleben
Lokales Dahme-Spreewald Einblicke ins Familienleben
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00:33 22.08.2015
Ein Altstorch saß am Dienstagmittag auf dem Nest in Gräbendorf, wie das Kamerabild dokumentiert. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Gräbendorf

Fährt man durch Gräbendorf und an der Bäckerei Schüren vorbei, geht der Blick automatisch nach oben. Dort auf dem Schornstein in 17 Metern Höhe ist ein Storchennest und das bereits seit Anfang der 90er Jahre. Nicht nur „Storchenpapa“ Karl-August Schüren, Senior der „Backstube am Storchennest“, beobachtet aufmerksam was sich da so in luftiger Höhe abspielt. Musste man in den Vorjahren immer den Kopf nach oben recken, gibt es jetzt eine Kamera am Nest. Während Gäste in der Bäckerei gemütlich einen Kaffee trinken oder den leckeren Kuchen verspeisen, können sie über einen Monitor ganz genau verfolgen, was so alles in dem Nest passiert.

Es ist immer wieder aufregend so ein Storchenjahr und ehe man sich versieht, ist es auch schon wieder um. Am Dienstag sammelten sich auf einer Wiese nahe der Umgehungsstraße bei Zeesen Jungstörche. „Die werden sich wohl jetzt auf den Weg in wärmere Gefilde machen“, meint Karl-August Schüren. „Denn die fliegen immer zwei Wochen vor den Altstörchen los“, erklärt er. Im Nest auf dem Schornstein der Bäckerei stand am Dienstagmittag lediglich ein Altstorch, der damit beschäftigt war, sorgfältig sein Gefieder zu putzen.

Zwei Küken schlüpften Ende Mai

In diesem Jahr kamen die ersten Störche Anfang April nach Gräbendorf. Am 21. April hatten sich Storchenmama und Storchenpapa gefunden und Ende April lagen vier Eier im Nest. Am 29. Mai schlüpften zwei Küken und am 1. Juni ein drittes. Das vierte Ei blieb geschlossen und wurde von den Altstörchen aus dem Nest gestoßen.

Wenn Karl-August Schüren morgens um sechs die Bäckerei betritt, ist sein erster Blick auf den Monitor, um zu sehen, was die Storchenfamilie treibt. Am 24. Juni, nach einer längeren Kältezeit und viel Regen, lag das kleinste der Storchenkinder fast leblos im Nest. Der Altstorch wollte ihn dazu bringen aufzustehen, blieb jedoch ohne Erfolg.

Jungstorch Rudi war zu schwach

Da war Eile geboten. Denn es dauert in solchen Situationen erfahrungsgemäß nicht lange, bis ihn die Eltern aus dem Nest stoßen. Schnell war der Kran der Tischlerei Stenglein aus Bestensee zur Stelle und nur eine Stunde später saß der kleine Storch in der Wärme. Er bekam mit einer Pinzette Nahrung und erholte sich, lebte drei Tage in der Küche bei Karl-August Schüren, bis dieser ihn in den Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt brachte. Einen Namen hatte er inzwischen auch – Rudi. Nachdem sich Rudi gut erholt hatte, kam er in ein Ersatznest zu einem bereits vorhandenen Jungtier. Die Eltern akzeptierten den Neuling und zogen ihn mit groß. „Ohne die Kamera hätten wir Rudi nicht retten können“, sagt Karl-August Schüren, der sich gern für die Natur engagiert.

Von Gerlinde Irmscher

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