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Dahme-Spreewald Eine Bühne für bunte Unterhaltung
Lokales Dahme-Spreewald Eine Bühne für bunte Unterhaltung
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00:17 27.02.2016
Die Berliner Band Blackbird wird am 19. Mai in der Thyrower Kulturscheune erwartet. Quelle: Oromo/Doerte Wittig
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Thyrow

Selbst an trüben Wintertagen hat es etwas Heimeliges, von der Thyrower Kulturscheune auf den gepflasterten Hof der alten Vierseitanlage zu schauen. Ein schöner Ort, der mehrmals im Monat Anziehungspunkt wird für all jene, die Konzerte, Lesungen oder auch Theatervorstellungen besuchen wollen. Der aber auch beliebt ist für Hochzeiten und Familienfeiern. Christoph Stadler kümmert sich seit 2014 um das Kulturprogramm. Sein Büro im ehemaligen Wohnhaus des Komplexes im Trebbiner Ortsteil Thyrow ist zugleich das Kartenbüro. „Es kommen allerdings eher weniger Trebbiner“, stellt er immer wieder fest. Und, Stadler merkt es deutlich, da Thyrow noch im C-Bereich des Berliner Nahverkehrs liegt, nutzen zahlreiche Berliner das Angebot auf dem Dorf. Auch viele Ludwigsfelder reservieren gern Tickets für die Kulturscheune.

Besonders beliebt seien Auftritte von Peter Orloff und den Schwarzmeer-Kosaken, die erst kürzlich mal wieder mit dem Fläming-Chor gemeinsam auf der Bühne der Kulturscheune standen. „Orloff ist einfach ein Publikumsliebling“, erzählt Stadler. Sehr nachgefragt sind auch die Gastspiele von Gregorianika, einem auf mittelalterliche Gesänge spezialisierten Chor, der am 31. März wieder in Thyrow zu erleben sein wird. „Die Band ,Echte Ärzte’ kommt auch einmal im Jahr, und das läuft eigentlich immer super“, so Stadler, der sich für Lesungen mit der Trebbiner Bibliothek abstimmt. Parallel kümmert er sich auch um das Trebbiner Clauerthaus, in dem Konzerte in kleinerem Rahmen stattfinden können. Die großen Veranstaltungen aber kommen nach Thyrow, denn in die Kulturscheune passen nahezu 200 Besucher.

Eröffnet wurde sie nach aufwendigen Sanierungsarbeiten im Jahr 2000. „Jahrelang stand der Hof leer“, erinnert sich die Thyrower Bürgermeisterin Gertrud Klatt, die in dem Komplex ein Restaurant betreibt. Dann entschloss sich die damals noch eigenständige Gemeinde Thyrow, den Komplex zu erwerben. „Wir hatten uns nach der Wende fast verdoppelt in der Einwohnerzahl und brauchten ein neues Gemeindezentrum“, berichtet sie. Anfangs hätten sich die Thyrower mit Vereinen und viel Eigeninitiative gekümmert.

Über das Ende der 1990er Jahre von der Bundesregierung initiierte Jugendsofortprogramm zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit konnte der Vierseithof dann restauriert und ausgebaut werden. „Der Hof war voller Jugendlicher, die hier einen Neuanfang starten wollten und sich mit großem Elan eingebracht haben“, so Klatt. Mehrfach wurden die Sanierung und das Konzept ausgezeichnet.

Für das kommende Jahr, kündigt sie an, habe die Stadt Trebbin einige nunmehr schon wieder nötige Maßnahmen ins Auge gefasst. Viele Vereine nutzen die Scheune überdies; die Akteure der Thyrower Theatertruppe proben hier, außerdem der Chor TonArt und der Fläming-Chor. Der Sportverein bietet Aerobic-Kurse an. Seit dem vergangenen Jahr findet außerdem neben der Scheune der große Auftritt des von dem Trebbiner Frank Hollmann gegründeten Symphonic Pop Orchestras statt. An zwei Abenden im September werden wieder tausende Musikfans die hochkarätigen Tanzdarbietungen mit Gesang und Lasershow besuchen.

Für Scheune und Hof selbst schwebte Christoph Stadler vor, einmal ein Sommerfest mit einer guten Coverband zu organisieren. Was am Ende funktioniert und ausreichend Besucher anzieht, lässt sich aber nie prognostizieren. Es kann auch passieren, dass anderswo beliebte Klassiker in Thyrow mal vor nur wenigen Zuschauern auftreten. Bands, die in der DDR schon erfolgreich waren, werden auch heute in Thyrow meist gern gehört. Bei scharfzüngigen Akteuren wie Désirée Nick ist das Haus ebenfalls voll. Demnächst kommt mit Frank Lüdecke wieder ein Kabarettist in die schmucke Scheune.

Von Karen Grunow

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