Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Eine erleichterte Pfarrerin

Wildau Eine erleichterte Pfarrerin

Das Gemeindehaus in Wildau ist verkauft. Der Förderverein für den Erhalt des Pfarr- und Gemeindehauses wertet den Verkauf des Gebäudes jetzt als Schritt in die richtige Richtung.

Voriger Artikel
Auto kommt von Straße ab und prallt gegen Baum
Nächster Artikel
Drohende Abschiebung ist endgültig abgewendet

Das Gemeindehaus in Wildau ist sanierungsbedürftig.

Quelle: Schmidt, Voigt

Wildau. Der Förderverein für den Erhalt des evangelischen Pfarr- und Gemeindehauses in Wildau hatte bis zur letzten Minute alle Register für seine Ziele gezogen und seine Hoffnungen auf die Wahl des neuen Gemeindekirchenrates am morgigen Sonntag gesetzt. Doch am Mittwoch hat der Bevollmächtigtenausschuss der Kirchengemeinde einen Erbpachtvertrag für die Dauer von 99 Jahren beim Notar unterzeichnet (die MAZ berichtete). „Das Ensemble Kirche und Pfarrhaus wird nicht auseinandergerissen. Es bleibt im Prinzip alles, wie es war“, stellt Pfarrerin Cornelia Mix erleichtert fest.

Die Anspannung der vergangenen Monate ist der Kirchenfrau anzusehen. Sie verweist darauf, dass ein Nutzugsrecht von mindestens 30 Jahren für zwei große Gemeinderäume, Küsterei, Küche und Sanitärräume im Erdgeschoss vereinbart wurden. Zudem darf laut Vertrag die Gemeinde den Garten allein nutzen. Die Kosten für notwendige Sanierungen der Räume übernehme der Pächter, so Mix. Es handle sich dabei um eine Privatperson aus Berlin. „Die Miete, die wir zahlen, ist geringer, als die Pacht, die wir einnehmen“, sagt die Pfarrerin. Sie verweist darauf, dass – nach einem neuen Gesetz der Landeskirche – die Gemeinde ab 2017 für die Immobilie eine Rücklage von 8000 Euro jährlich hätte anlegen müssen. „Wo hätten wir das Geld hernehmen sollen? Das wäre das ganze Budget für die Gemeindearbeit gewesen.“

Alles mit Leben erfüllen

Cornelia Mix erzählt, dass es vor zehn Jahren, als sie ihren Dienst in der Gemeinde antrat, ihr Ziel gewesen sei, dass Haus ausschließlich für die Gemeinde und als Pfarrhaus zu erhalten und mit Leben zu erfüllen. „Ich habe vier Jahre gekämpft und persönliche Nachteile in Kauf genommen. Der Gemeinderat – dem damals auch Mitglieder des Fördervereins angehörten – hat 2010, während einer langen Krankheit von mir, den Beschluss gefasst, das Haus zu vermarkten“, erinnert sich die Pfarrerin.

Im Oktober diesen Jahres habe man Mitglieder des Fördervereins zu einer Gemeindeversammlung eingeladen und von den Verhandlungen mit dem Pächter und dem Wunsch, die Räume weiter nutzen zu können, berichtet. Die Atmosphäre damals bezeichnet die Pfarrerin als „zukunftsorientiert“.

„Mit der Lösung ist uns eine große Last genommen, die Zeit und Kräfte gebunden hat“, stellt Cornelia Mix erleichtert fest. Sie räumt ein, auch Fehler gemacht zu haben, dass sie auf manche Beteiligte noch mehr hätte zugehen müssen. „Wem ich etwas schuldig geblieben bin, mit dem würde ich gern reden. An mir soll es nicht liegen, neu zu beginnen.“

Keine Überraschung

Den Förderverein hat nach Aussage des Vorstandes die Abwicklung der Erbpacht vor der Wahl am Sonntag nicht überrascht. „Von einem Bevollmächtigtenausschuss, dessen Mitglieder mehrheitlich nicht aus dem Kirchenkreis Wildau sind, war das zu erwarten“, sagt Mark Scheiner vom Förderverein. Die Mitglieder wollen die Wahl nun abwarten und mit dem neuen Kirchenrat „Kontakt aufnehmen und Regularien besprechen“. Es müsse beispielsweise geklärt werden, wo das Geld eingesetzt werden könne, das für die Sanierung des Hauses gesammelt wurde.

Die Lösung, wie sie sich jetzt darstellt, geht für Scheiner und seine Mitstreiter „grundsätzlich in die richtige Richtung“. „Wir verbuchen das als Teilerfolg“, sagt Mark Scheiner.

Die Vergabe des Pfarrhauses in Erbpacht hatte der Gemeindekirchenrat laut Protokoll im Oktober 2015 beschlossen. Als Grund wurde der für die Gemeinde nicht finanzierbare, hohe Sanierungsbedarf des Gebäudes benannt und die erwähnte Rücklagenbildung ab 2017.

Von Heidrun Voigt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg