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Dahme-Spreewald Einkaufen wie im Tante-Emma-Laden
Lokales Dahme-Spreewald Einkaufen wie im Tante-Emma-Laden
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14:40 29.07.2016
Regina Berndt leitet den Carisatt-Laden von Anfang an. Quelle: Josefine Sack
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Königs Wusterhausen

Der Carisatt-Laden in Königs Wusterhausen feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Obwohl die Arbeitslosenquote in der Stadt unter dem ostdeutschen Durchschnitt liegt, ist der Bedarf an günstigen Lebensmitteln, Kleidung und Beratung nach wie vor ungebrochen. „Wir haben Stammkunden, die von Anfang an zu uns kommen“, sagt die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin, Regina Berndt. Nur eines hat sich geändert: Anders als in den Jahren nach der Eröffnung im Februar 2001 kaufen heute wesentlich mehr Migranten im Carisatt-Laden in der Maxim-Gorki-Straße ein.

Das Konzept des Ladens stammt aus der Schweiz. Es handelt sich dabei nicht einfach nur um eine Ausgabestelle für Lebensmittel wie bei der Tafel. „Die Menschen können hier einkaufen wie im Tante-Emma-Laden“, sagt Carisatt-Koordinatorin Maria Streichert. Zudem sollen Hilfsbedürftige, die am Existenzminimum leben oder Arbeitslosengeld II beziehen, in Königs Wusterhausen eine Anlaufstelle finden. „Wir sehen das Angebot auch als Hilfe zur Selbsthilfe“, so Streichert.

Laden als soziales Zentrum

In den vergangenen Jahren hat sich der Laden, der vom Caritasverband Erzbistum Berlin betrieben wird, mehr und mehr zum sozialen Zentrum entwickelt. Das Diakonische Werk unterhält in dem Flachbau eine Tee- und Wärmestube. Mehrmals pro Woche bieten Caritas und Diakonie Beratungsstunden für Flüchtlinge an. Auch Alteingesessenen wird vor Ort geholfen. „Wir vermitteln bei Problemen an Fachstellen weiter und unterstützen die Kunden auch bei Behördengängen und Anträgen“, sagt Maria Streichert. „Viele trauen sich nicht, Hilfe anzunehmen, und blocken bei Sozialarbeitern von vornherein ab“, weiß Regina Berndt aus Erfahrung. Über den Einkauf im Carisatt-Laden komme man ins Gespräch. „Es ist so viel leichter, einen Draht zu den Leuten zu finden“, sagt sie. Auch nach 15 Jahren ist die Einkaufsmöglichkeit für Bedürftige das Herzstück des sozialen Zentrums. An die 50 Kunden kommen im Schnitt pro Tag. Gegen Vorlage eines Einkommensnachweises erhalten sie die Berechtigung, um hier einzukaufen.

Die Lebensmittel sind 30 Prozent günstiger als im Supermarkt, weil sie das Mindesthaltbarkeitsdatum fast schon überschritten haben. Vor dem Verkauf werden sie sorgfältig kontrolliert und verkostet. Die Waren bezieht die Caritas aus etwa 20 Märkten aus der Umgebung. Spenden zu finden, ist nicht immer leicht: „Viele Märkte haben Verträge mit der Tafel oder werfen die Waren lieber weg“, sagt Streichert. Die Carisatt-Koordinatorin für Berlin, Königs Wusterhausen, Fürstenwalde und Frankfurt (Oder) hofft auf ein Umdenken bei den Händlern: „Wir sind ein guter Multiplikator für den bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln.“

Von Josefine Sack

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