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Dahme-Spreewald Eisenerzverhüttung wie bei den Germanen
Lokales Dahme-Spreewald Eisenerzverhüttung wie bei den Germanen
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14:45 23.06.2016
Hans-Jörg Nüsse, die Studentinnen Luisa Bierstedt und Christine Ochs (v.l.) am Rennofen, in dem das Raseneisenerz verhüttet wird. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Klein Köris

In historische Welten hautnah eintauchen und Germanen zum Anfassen erleben, das ist im Freilichtmuseum Germanische Siedlung in Klein Köris möglich. Für den 25. Juni lädt der Verein zum großen Sommerfest ein. Es steht in diesem Jahr unter dem Thema „Metallverarbeitung und Schmuckherstellung bei den Germanen und Römern vor 2000 Jahren“.

Michael Böhm bewundert die von Lisa Roost hergestellten Glasperlen. Quelle: Gerlinde Irmscher

Erstmals können die Besucher eine Raseneisenerzverhüttung erleben. Möglich ist dies durch ein Projekt des Vereins und des Institutes für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin. Hans-Jörg Nüsse, Gastprofessor am Institut, hat mit Studentinnen auf dem Museumsgelände die Voraussetzungen für die Verhüttung geschaffen. Es wurden „Rennöfen“ – Schachtöfen aus Lehm – gebaut. Bereits im 4. bis 5. Jahrhundert vor Christi wurde in solchen Öfen in Brandenburg Eisenerz verhüttet. Die Herdgrube wird mit Holzkohle beschickt. Bei 1050 bis 1100 Grad schmilzt der Sandteil des Erzes, rinnt zäh herab und bildet den mit Resteisen durchsetzten Schlackeklotz. In dessen oberem Bereich sammelt sich bei einem Temperaturanstieg auf rund 1200 Grad die stark eisenhaltige, teigig-poröse Roh-Luppe. Diese muss durch wiederholtes Erhitzen von Unreinheiten befreit werden, bevor die eigentliche Luppe als Ausgangsmaterial zum Schmieden von Geräten verwendet werden kann. Raseneisenerz war das einzige Metall, das es in der Region gab. Dabei handelt es sich um durch Eisenminerale verfestigte Sedimentfraktionen. Der Name kommt daher, weil es bei Grundwasserböden nahe unter der Rasensode ansteht.

Ofen für die Verhüttung ist ein komplexes Gebilde

Hans-Jörg Nüsse ist zuversichtlich, dass es mit der Verhüttung am Samstag klappt. „Allerdings sind wir nicht so versiert, wie die Eisenzeitleute damals“, gibt er zu bedenken. Es spiele vieles zusammen. Der Ofen muss sich als tauglich erweisen, die Düsen für die Luftzufuhr müssen korrekt sein, damit sie nicht verschlacken bei dem mehrstündigen Prozess. Eine Rolle spielt auch die Qualität des Erzes. „Unser Experte für Raseneisenerz am Institut, Markolf Brumlich, hat den Ofen für gut befunden und er bringt auch gutes Erz mit“, so Nüsse. „Theorie ist das Eine, erst wenn man es selbst einmal in der Praxis gemacht hat, kann man den Prozess viel besser einschätzen“, erklärt Christine Ochs. Sie studiert Prähistorische Archäologie und meint, Experimentalarchäologie gehört einfach dazu.

Nicht nur die Raseneisenerzverhüttung dürfte interessant sein. Auch die römischen Freunde des Vereins von der Legion XVII Albica sind dabei. Als Höhepunkt prägen sie eine römisch-germanische Münze. Eine Wikingergruppe präsentiert die Schmuckherstellung einer späteren Zeitepoche. In der Schmiede erklärt Gerd Schröder unter anderem, wie einst die Germanen Feuer gemacht haben und hilft den Besuchern beim Ausprobieren. Umrahmt wird das Fest mit historischen Geschichten hoch zu Ross, vom „Ardanwen-Theater“. Im Lehmofen wird germanisches Brot gebacken und über der Feuerstelle köchelt Suppe.

Von Gerlinde Irmscher

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