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Eltern in Königs Wusterhausen drohen höhere Kita-Kosten

Betreuung außerhalb der Öffnungszeiten soll teurer werden Eltern in Königs Wusterhausen drohen höhere Kita-Kosten

In Königs Wusterhausen gibt es ein besonderes Betreuungsangebot: Betreuer kommen zu den Kindern nach Hause, um sich früh morgens oder spät abends um sie zu kümmern. Der bislang kostenlose Service könnte künftig teuer werden.

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Alle da? Kinderbetreuung außerhalb der Öffnungszeiten könnte teurer werden.

Quelle: Peter Geisler

Königs Wusterhausen. Für Eltern, die auch außerhalb der Kita-Öffnungszeiten eine Betreuung für ihre Kinder benötigen, um arbeiten gehen zu können, gibt es in Königs Wusterhausen ein besonderes Angebot. Die Betreuer kommen sogar nach Hause, um auf die Kleinen aufzupassen, manchmal schon früh um fünf oder bis 23 Uhr, auch am Wochenende. Diesen Extra-Service gibt es gratis, ohne Aufschlag auf die regulären Kita-Kosten. Doch damit könnte bald Schluss sein. Die Eltern sollen ihr Scherflein beitragen. Darüber werden die Stadtverordneten am kommenden Montag entscheiden.

Stadtverordnete Birgit Uhlworm (Unabhängige Frauenliste) hält die Absicht für unsozial. „Es liegt kein finanzieller Druck seitens der Stadt vor“, sagt sie. Die Regelung sei bisher ein Aushängeschild für eine familienfreundliche Stadt gewesen. „In anderen Gegenden hat man uns immer darum beneidet“, sagt sie. Die Randbetreuung wurde unter anderem von den Johannitern übernommen. „Vor einigen Jahren wandte sich eine verzweifelte Mutter an uns“, sagt Daniela Freitag von der Johanniter-Dienststelle Königs Wusterhausen. Die Mutter bat um Hilfe und pochte auf Richtlinien, die es schon für die Randbetreuung gab. Andere Eltern – auch in Mittenwalde und Wildau – folgten.

Von den 10 Euro, die eine Stunde kostet, zahlt die Stadt 16 Prozent, der Kreis 84. Im Rathaus Königs Wusterhausen wird auf eine neue Situation verwiesen. Die freien Träger, die die Randbetreuung übernahmen, bekämen für das Geld keine Betreuer mehr. Deshalb legt die Stadt 2,50 Euro drauf. 50 Cent zahlt sie selbst,den Rest müssten die Eltern beisteuern. Sonst kämen auf die Kommune weitere Kosten von 20 000 Euro dazu.

Birgit Uhlworm erinnert daran, dass die Betroffenen mehrfach benachteiligt sind. „Sie haben oft ungünstige Arbeitszeiten im Handel oder in der Gastronomie und verdienen sowieso nicht sehr viel.“ Da können weitere Forderungen, auch wenn sie klein scheinen, schmerzhaft sein.

Daniela Freitag meint, dass die zusätzlichen 2,50 Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Die Betreuer können schon jetzt nicht für 10 Euro sozialpflichtig eingestellt werden. Sie erhalten momentan 6 Euro Honorar. Der Bedarf an einer Randbetreuung sei vor allem bei Alleinerziehenden hoch. Es gebe eine Warteliste. Daniela Freitag: „Manche müssten ohne dieses Angebot ihren Job kündigen, um auf die Kinder aufzupassen.“

Bürgermeister Lutz Franzke weist den Vorwurf, unsozial zu handeln, entschieden zurück. „Wir geben dieses Jahr 2,3 Milionen Euro für Soziales vor allem im Kitabereich aus“, sagt er. Jetzt stocke man die Randbetreuung auf, um sie zu erhalten. Für 12,50 Euro, die der Träger dann pro Stunde bekommt, könne man trotz der Abzüge die Betreuer vernünftig bezahlen. Eine Beteiligung sei Eltern zuzumuten. Franzke: „Wir führen eine Kappungsgrenze für die Kosten bei 100 Euro im Monat ein.“(Von Liane Stephan)

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