Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Eltern proben Aufstand gegen Schulbaustelle

Dahme-Spreewald Eltern proben Aufstand gegen Schulbaustelle

Im Landkreis Dahme-Spreewald fürchten viele Eltern um die Gesundheit ihrer Kinder. In Bestensee wird eine Grundstelle bei laufendem Betrieb umgebaut. Einige Kinder leiden nun unter Schwindel oder Atemnot. Die Eltern wollen sich mit den Zuständen nicht abfinden. Der Bürgermeister hingegen versteht die Aufregung nicht.

Voriger Artikel
Günter Böhme betätig sich jeden Tag künstlerisch
Nächster Artikel
Eltern kalt erwischt von zweitägiger Kita-Schließung

Die Grundschule bekommt eine zusätzliche Etage. Die Bedingungen für die fast 300 Schulkinder sind unzumutbar, finden Eltern.

Quelle: Frank Pawlowski

Bestensee. Der Ausbau der Bestenseer Grundschule bei laufendem Schulbetrieb wird von Eltern immer kritischer betrachtet. Nachdem es vor einigen Wochen einen größeren Wasserschaden gab, halten sie die Zustände auf der Baustelle für unzumutbar. Inzwischen wandten sie sich Hilfe suchend an das Gesundheitsamt des Kreises, ans Schulamt und an die Gemeindeverwaltung.

Die Schule neben der Landkost-Arena wird um eine Etage aufgestockt. Die Bauarbeiten begannen nach den Sommerferien. Vor einigen Wochen drang von oben Wasser ins Gebäude ein. Ein Raum wurde wegen Schimmelbefall gesperrt. Das Gesundheitsamt ordnete außerdem die Trocknung von

Die Toiletten stehen genau vor den Klassenzimmern

Die Toiletten stehen genau vor den Klassenzimmern.

Quelle: Frank Pawlowski

Räumen an. Das führe dazu, dass die Klassenräume stark aufgeheizt sind und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrsche, schreibt Katja Hahn im Auftrag von Eltern in einem Brief an die Behörden. Am Montagmorgen maß sie 90 Prozent in einem Klassenraum. Sie ist selbst Mutter von zwei Grundschulkindern, will sich mit den aus ihrer Sicht unhaltbaren Zuständen auf der Baustelle nicht mehr abfinden. „Es geht um die Gesundheit der Schüler und Lehrer, es muss etwas getan werden“, sagte sie am Montag bei einem Lokaltermin vor der Schule, zum dem auch Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) erschienen war. Mit Nora Diesler war eine weitere Mutter dabei; ihr Sohn geht in die zweite Klasse.

Eltern berichten von gesundheitlichen Beschwerden ihrer Kinder. Sie würden über Augenjucken, trockene Haut, Reizhusten, Atemnot, Kopfschmerzen und Schwindel klagen. Der „enorme Lärmpegel“ durch Bauarbeiten sei ebenfalls ein großes Problem. Die Baustelle selbst hält Katja Hahn für ein Sicherheitsrisiko. So ist das Gerüst an der Fassade nicht mit einem Netz versehen, das herabstürzte Teile abfangen kann. Die Bautreppe hinauf auf das Dach ist zugänglich, Türen zum Innenhof, der einem Lagerplatz gleicht,

Blick in den Innenhof

Blick in den Innenhof. Er ist gesperrt, aber zugänglich. Die Tür ist nicht verschlossen.

Quelle: Frank Pawlowski

sind nicht verschlossen. „Die Bauausführung ist aus unserer Sicht ein reines Desaster“, lautet ihr Fazit. „Daher stellt unsere Hauptforderung die Anmietung von geeigneten Räumen für sämtliche in dem zu sanierenden Schultrakt unterrichteten Kinder dar.“ Hahn glaubt nicht, dass die Bauarbeiten wie angekündigt im Frühjahr 2018 beendet sein werden. Ein weiterer Kritikpunkt der Eltern ist, dass sie unzureichend informiert werden. „Mehr Transparenz wäre schön“, sagte Katja Hahn.

Auf das Schulgebäude wird eine zusätzliche Etage gesetzt

Auf das Schulgebäude wird eine zusätzliche Etage gesetzt.

Quelle: Frank Pawlowski

Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf versprach hier Besserung. Die Elternvertreter sollen künftig auf dem Laufenden gehalten werden. Bei ihm selbst seien Elternbeschwerden noch nicht gelandet. Die nächste Kontrolle des Gesundheitsamtes steht am heutigen Dienstag an. „Anhand der Ergebnisse entscheiden wir, ob wir den Schulbetrieb verlagern müssen“, sagte Quasdorf. „Wir werden die Gesundheit der Kinder nicht gefährden.“ Die Sorgen der Eltern verstehe er, halte sie aber für unbegründet. „Die Festlegungen des Gesundheitsamtes werden eingehalten. Es sieht bisher keine Gefährdung der Kinder.“

Die Initiative der Eltern lässt die Kommunalpolitiker aufhorchen. SPD-Gemeindevertreter Thomas Irmer ist alarmiert: „Es muss zügig eine Lösung her. Wenn kein ordentlicher Unterricht mehr möglich ist, muss die Gemeinde Abhilfe schaffen.“ Er schlägt den kurzfristigen Aufbau von Schulcontainern vor.

Von Frank Pawlowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg