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Elterninitiative hält Kita in Schwung

„Rappelkiste“ in Neue Mühle Elterninitiative hält Kita in Schwung

Als engagierte Eltern 1997 zum Erhalt der Kita „Rappelkiste“ in Neue Mühle ihre Betreibung in Eigenregie übernahmen, betraten sie im Landkreis Dahme-Spreewald völliges Neuland. Heute ist die Eltern-Initiativ-Kita längst Alltag. Einen wesentlichen Anteil daran hat Heike Schwichtenberg, die den Förderverein der Kita seit zwölf Jahren leitet.

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Heike Schwichtenberg spielt im Garten der Kita „Rappelkiste“ mit der kleinen Amy.

Quelle: Franziska Mohr

Neue Mühle. Tumultartige Szenen prägten das Bild im Stadtparlament, als vor 20 Jahren bekannt wurde, dass die Kita in Neue Mühle aufgrund fehlender Rentabilität auf der Kippe steht. Die Eltern ließen nichts unversucht, um deren Existenz zu retten. Sie riefen zu Demos auf, sammelten Unterschriften und verfassten unzählige Protestbriefe. Den Kopf in den Sand zu stecken, kam für sie nicht in Frage. Mitte 1995 gründeten sie kurzerhand den „Förderverein der Kita Rappelkiste“ und nahmen nur anderthalb Jahre später die Betreibung der Kita in die eigene Hand. Damit war die erste Eltern-Initiativkita im Landkreis Dahme-Spreewald geboren. „Das Schönste aber ist, uns gibt es heute noch und zwar munterer denn je“, freut sich Heike Schwichtenberg, die seit 15 Jahren im Vorstand des Fördervereins tätig ist.

Bezüglich der Auslastung der Kita mit ihren 38 Plätzen brauchte sie sich bisher keine Gedanken machen. Ganz im Gegenteil. Allein für das kommende Schuljahr 2016/17 musste sie schon mehr als 20 Interessenten eine Absage erteilen.

Hintergrund

Eltern gründeten 1995 den „Förderverein Kita Rappelkiste“, der derzeit etwa 45 Mitglieder hat. Er wird seit zwölf Jahren von Heike Schwichtenberg geleitet.

Hauptanliegen war der Erhalt der bis dato kommunalen Kindertagesstätte in der Birkenallee in Neue Mühle, die aufgrund ihrer geringen Kapazität und hohen Kosten abgewickelt werden sollte. Das allerdings stieß auf heftigen Widerstand, so dass engagierte Eltern die Betreibung der Kita selbst in die Hand nahmen. Mit dieser Eltern-Initiativ-Kita betraten sie Mitte der 90er Jahre im Landkreis Neuland.

Eigentümer der Einrichtung ist die Stadt Königs Wusterhausen.

„Leicht ist die Unterhaltung einer so kleinen Kita allerdings nicht“, räumt Schwichtenberg ein. Schließlich dauerte es fast fünf Jahre, ehe über Kuchenbasare, Sommerfeste und letztlich die Sparkassen-Stiftung die Finanzierung der erst in diesem Jahr in Betrieb genommenen Sauna für die Kinder gesichert war, die das Kneipp-Konzept wunderbar ergänzt. „Ohne die Unterstützung der Eltern geht dies alles nicht“, sagt die Mutter von drei Söhnen. Dabei allerdings ging der Förderverein in den letzten Jahren dazu über, dies auch vertraglich zu vereinbaren. Demnach sind die Eltern der Kita-Kinder verpflichtet, jährlich mit mindestens zehn ehrenamtlichen Stunden die Arbeit der Kita zu unterstützen. „Bisher gab es nur ein einziges Elternpaar, das wir an diese Vereinbarung erinnern mussten“, sagt Schwichtenberg. Bei den meisten Eltern kommen beim Vorbereiten von Kita-Festen, beim Malern von Gruppenräumen oder der Gartenpflege viel mehr Stunden zusammen. Das galt insbesondere in der Zeit, als das aus den 30er Jahren stammende Kita-Gebäude saniert wurde. Da halfen die Eltern beim Trockenlegen des Kellers, indem sie das Mauerwerk rund um das Haus freilegten, sowie beim Umzug in das Übergangsdomizil in Niederlehme aktiv anpackten.

Heike Schwichtenbergs Söhne sind längst dem Kita-Alter entwachsen, von der „Rappelkiste“ loslassen, vermag die Agrar-Ökonomin dennoch nicht. Neben ihrer ehrenamtlichen Arbeit managt sie jetzt noch für zehn Stunden pro Woche die gesamte Verwaltungsarbeit. „Der Kampf von damals hat sich für die Kinder gelohnt“, sagt sie und schließt stolz das kleine Haus mit der neuen Sauna auf. Und dass für den Förderverein noch Wünsche offen bleiben, wie ein frischer Farbanstrich für das graue Kita-Gebäude oder ein Bewegungsraum für die Kinder, empfindet sie als normal.

Von Franziska Mohr

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