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Elterntaxi wird beliebter – mit Verkehrschaos

Schulwege in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald Elterntaxi wird beliebter – mit Verkehrschaos

Immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule – mit erheblichen Folgen. An vielen Schulen in der Region entsteht durch das morgendliche Elterntaxi ein Verkehrschaos. Und nicht nur das: Auch Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, werden gefährdet. Nicht zuletzt wird die Umwelt zusätzlich belastet. Daran will das Projekt Kindermeilen etwas ändern.

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Ordnungsamt-Mitarbeiter Christian Koch zeigt das Halteverbotsschild vor der Rangsdorfer Grundschule.

Quelle: Melanie Höhn

Dahmeland-Fläming. Um 7.30 Uhr ist besonders viel Blech vor der Grundschule in Zeuthen zu sehen. Dann beginnt das Verkehrschaos, wenn ein Großteil der Schüler von den Eltern zur Schule gefahren wird.

Schulleiterin Christine Schleifring sieht diesen Trend, der in ganz Deutschland gilt, kritisch. Mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes und den Revierpolizisten versucht sie immer wieder, Eltern davon zu überzeugen, andere Parkmöglichkeiten zu nutzen, die ein Stück von der Schule entfernt sind. „Ich würde mir wünschen, dass mehr Kinder mit dem Bus oder Fahrrad zur Schule kommen“, sagt sie. „Manche der Eltern steigen sogar aus dem Auto aus und laufen mit bis zum Schulhof, obwohl dort ein Halteverbotsschild steht. Dadurch entstehen Staus.“

Absperrungen sollen Kinder schützen

Um die Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen vor Unfällen zu schützen, wurde ein breiter Fußweg mit einer Absperrung aus Holz gebaut. Christine Schleifring hofft, dass in Zukunft der Parkplatz in der Birkenallee besser genutzt wird, denn von dort gelangen die Kinder gefahrlos auf den Fußweg und können dann zur Schule laufen. Zusammen mit Elternsprechern hat sie auch schon versucht, Strichlisten zu führen, um zu dokumentieren, wann wie viele Autos vor der Schule parken. Abstellen wird sie die Gewohnheiten der Eltern so nicht, aber Christine Schleifring wünscht sich, dass sich der morgendliche Verkehr zumindest etwas mehr verteilt. „Ich möchte die Bequemlichkeit, die sich durch unser ganzes Leben zieht, ein wenig außer Kraft setzen. Am Ende haben die Eltern das Problem mit einem Stau, den sie selbst verursacht haben.“

Das Hauptproblem für diese Entwicklung sind so genannte Helikopter-Eltern, sagt Irina Günther von der Landesverkehrswacht Brandenburg: Sie sorgen sich um ihr Kind und wollen es am besten gar nicht aus den Augen lassen. Die Geschäftsführerin stellt fest, dass manche Eltern ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer tragen würden.

Kontrolle der abgestellten Autos vor Schulen

Kontrolle der abgestellten Autos vor Schulen.

Quelle: Melanie Höhn

Schon bei den Schuleinführungen fängt sie deshalb an den Eltern zu erklären, dass es wichtig ist, Kindern eine gewisse Selbstständigkeit und die Befolgung der Verkehrsregeln an die Hand zu geben – so können auch kleinere Kinder den Bus nehmen. Sie weiß, dass das auch weniger gefährlich ist: „Unfallstatistiken belegen, dass deutlich mehr Kinder in den Autos der Eltern verunglücken als im öffentlichem Nahverkehr.“

Zudem verhielten sich manche Eltern nicht regelkonform, etwa wenn sie ihr Kind auf der fahrbahnzugewandten Seite aussteigen lassen oder die Kleinen nicht anschnallen. „Oft entstehen auch Staus vor den Schulen, bei denen die Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, gefährdet werden. Manche Eltern wollen schnell weiter, drängeln, hupen, verbreiten Hektik oder parken in der Bushaltestelle, so dass der restliche Verkehr beeinträchtigt wird und Unachtsamkeiten entstehen.“

Eltern unzufrieden mit Busfahrplänen

Viele Eltern seien auch mit den Busplänen nicht einverstanden, weiß sie: „Die Busse fahren ihnen zu selten. Einige schätzen ihre Kinder auch als zu klein ein oder trauen den älteren Mitfahrern nicht. Viele sagen auch, dass sie sowieso in Richtung Schule fahren, um ihr Kind abzusetzen.“ Irina Günther findet jedoch, dass Kinder lernen müssen, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden – hauptverantwortlich für das richtige Verhalten auf der Straße seien die Eltern.

Daran wird auch an den Kitas und Schulen gearbeitet. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald fängt die Vorbereitung auf den Straßenverkehr schon im Kindergarten mit einer Bewegungs- und Verkehrserziehung an, in der ersten Klasse führt die Polizei eine Busschule durch. „Dabei lernen sie, wie man sich im öffentlichen Verkehr an den Haltestellen und als Fußgänger richtig verhält und werden vorbereitet auf das Busfahren“, erläutert Irina Günther.

Halteverbot vor Schulen wird täglich missachtet

In einigen brandenburgischen Städten wie etwa in Fürstenwalde gibt es schon so genannte Elternhaltestellen, die in Abstimmung mit Eltern und Schulen eingerichtet werden. Dort können Eltern parken, ohne dass jemand gefährdet wird. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald gibt es das noch nicht.

Ähnlich wie in Zeuthen geht es an der Grundschule in Rangsdorf zu, auch dort parken die Eltern oft im Halteverbot. Christian Koch, Mitarbeiter des Ordnungsamtes, spricht die Fahrer immer vor Ort darauf an, auf das Anhalten vor der Schule zu verzichten. „Nur zehn Sekunden stoppen kann den Verkehr ins Stocken bringen“, sagt er – für ihn ist die Arbeit vor der Schule eine Herzensangelegenheit, ihm ist die Sicherheit der Kinder sehr wichtig.

Die Kleeblatt-Grundschule in Ludwigsfelde hat schon seit vier Jahren erreicht, dass Eltern nicht mehr an die Schule heranfahren dürfen: „Vorher war das eine erhebliche Gefahr für unsere Kinder“, sagt Schulsekretärin Ulrike Lenz. „Vor allem im Winter, wenn es dunkel war.“

Eine Vorbildfunktion bei diesem Thema hat die Grundschule Prieros: „Die meisten Kinder kommen mit dem Schulbus zu uns“, sagt Schulsekretärin Heike Niedergesäß. Ab der dritten Klasse fahren viele Schüler dann mit dem Rad. Zwar komme es manchmal vor, dass Eltern in der Wendeschleife des Busses parken, aber das passiere relativ selten. „Unsere Eltern sind bemüht, kein Verkehrschaos zu verursachen.“

Von Melanie Höhn

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