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Entscheidung zur Friedhofs-Kapelle vertagt

Boddinsfelde Entscheidung zur Friedhofs-Kapelle vertagt

Ob der Friedhof in Boddinsfelde wieder eröffnet und die kleine Kapelle darauf repariert wird, ist nach wie vor offen. Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung von Mittenwalde konnten sich in ihrer jüngsten Sitzung nicht einigen und schickten die Beschlussvorlage zurück in die Ausschüsse. Es sei erst zu klären, welche Ausgaben damit verbunden sind.

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Die Friedhofskapelle im Brusendorfer Gemeindeteil Boddinsfelde ist vor dem Abriss gerettet. Aber wie geht es mit ihr weiter?

Quelle: Andrea Müller

Boddinsfelde. Mit großen Erwartungen war die Chefin des Reitgutes Boddinsfelde, Katrin Labrenz, am vergangenen Montag in die Sitzung der Stadtverordneten nach Mittenwalde gekommen. Im Gepäck hatte sie 31 Unterschriften von Anwohnern des winzigen Ortsteils. „Fast alle, die hier wohnen, unterstützen unser Anliegen, den Friedhof wieder zu eröffnen und die kleine Kapelle zu reparieren“, sagte sie vor den Anwesenden in der Einwohnerfragestunde und übergab die Liste mit den Namen an das Präsidium des Stadtparlaments bestehend aus dem Vorsitzenden Lutz Krause (Pro Bürger) und Hedda Dommisch (parteilos), amtierende Bürgermeisterin der Stadt.

Das Dach der kleinen  Kapelle auf dem Boddinsfelder Friedhof weist Löcher auf und benötigt dringend Erste Hilfe

Das Dach der kleinen Kapelle auf dem Boddinsfelder Friedhof weist Löcher auf und benötigt dringend Erste Hilfe.

Quelle: Andrea Müller

Bevor der Tagesordnungspunkt dann tatsächlich aufgerufen wurde, mussten die Boddinsfelder, die Katrin Labrenz begleitet hatten, viel Geduld aufbringen. Fast zwei Stunden hatten sie zu warten, bis der Abgeordnete Frank Kausch (für die SPD) in dieser Sache das Wort ergreifen durfte. Er wohnt selbst in Boddinsfelde und kennt alle Zusammenhänge um Schließung des Friedhofs und Abrissabsichten für die Kapelle. „Das Friedhofswesen ist eine Pflichtaufgabe der Stadt“, betonte er gleich zu Beginn. Der Friedhof in Boddinsfelde sei 2004 geschlossen worden, ohne die Bürger zu fragen. Die Situation in dem Gemeindeteil habe sich im Verhältnis zu damals entscheidend geändert. Sei er damals tatsächlich am Aussterben gewesen, hätten sich heute wieder junge Familien angesiedelt. Auch der damals verfallene Gutshof sei durch die Familie Labrenz wieder aufgebaut worden und ziehe viele Besucher an, belebe den Ort. Zudem gehöre die Friedhofskapelle zu dem Ensemble des Gutshofes und sei würdig, unter Denkmalschutz gestellt zu werden. Die amtierende Bürgermeisterin machte im weiteren Verlauf darauf aufmerksam, dass der Friedhof nicht einfach wieder geöffnet werden könne. „Dafür war er zu lange geschlossen“, sagte sie. Werner Hannig (Linke) zeigte sich glücklich darüber, dass der Ortsbeirat von Brusendorf eine klare Aussage getroffen habe: Den Friedhof wieder eröffnen und die Kapelle erhalten will. Er sagte aber auch, dass der Ortsbeirat gar kein Recht habe, eine solche Beschlussvorlage in die Stadtverordnetenversammlung einzubringen. „Hier muss die Geschäftsordnung auf den Prüfstand“, forderte er. Schließlich beantragte Kausch, den Beschluss erst einmal in die Ausschüsse zu verweisen. Dirk Knuth (CDU) sah dafür keinen Grund und wollte lieber gleich entscheiden. Doch Hannig, der zugleich Vorsitzender des Finanzausschusses ist, blieb bei seiner Ansicht. „Die Konsequenzen sind nicht in der Beschlussvorlage ausgewiesen“ , monierte er. Schließlich könne sich die Stadt das Geld nicht selbst drucken. Andreas Lück (AfD) unterstützte Hannig: „Er ist der Vorsitzende des Finanzauschusses“, betonte er. Mittenwalde sei gut beraten, dessen Argumenten zu folgen.

Auch im Innenraum hat die eindringende Feuchtigkeit  erste  Spuren hinterlassen

Auch im Innenraum hat die eindringende Feuchtigkeit erste Spuren hinterlassen. Dennoch kann er mit relativ wenig Aufwand wieder hergestellt werden.

Quelle: Andrea Müller

Nach ausgiebiger Diskussion erfolgte die Abstimmung. Alle Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung waren dafür, den Beschluss zunächst in den Finanz- sowie Ordnungsausschuss zu verweisen.

Die Boddinsfelder verließen darauf hin enttäuscht die Versammlung. Katrin Labrenz bleibt dennoch optimistisch: „Es wird schon gelingen, Friedhof und Kapelle für Boddinsfelde zu erhalten“, sagte sie auf Anfrage der MAZ.

Von Andrea Müller

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