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Dahme-Spreewald Erbengemeinschaft will Wohnungen bauen
Lokales Dahme-Spreewald Erbengemeinschaft will Wohnungen bauen
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04:45 07.09.2016
Jochen Palenker vor dem Schloss in Schulzendorf. Er widmet sich dem Familienerbe. Quelle: Dörthe Ziemer
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Schulzendorf

Wenn Jochen Palenker über Schulzendorf redet, dann fallen Begriffe wie Nachhaltigkeit, Konsens und Fürsorge. Der 58-jährige Arzt ist Mitglied der Erbengemeinschaft von Richard Israel und seiner Frau Bianca, die bis 1939 das Gut Schulzendorf bewohnten und bewirtschafteten. Palenker hat vor Jahren seinen Beruf aufgegeben, um die Rückübertragung des Familienbesitzes gemeinsam mit seinem Cousin in die Hände zu nehmen.

Schloss im Dornröschenschlaf

Während das Schloss wie in einem Dornröschenschlaf auf die Erweckung wartet, werden die Pläne zur Bebauung einer Brachfläche an der Illgen-/Ecke Walther-Rathenau-Straße konkreter. Kürzlich hat der Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde die Beschlussvorlage für den Bebauungsplan für die 8385 Quadratmeter große Fläche gebilligt. Wenn die Gemeindevertreter am 21. September ebenfalls zustimmen, wird der Plan für einen Monat öffentlich ausgelegt. Vorgesehen sind acht Häuser mit Mietwohnungen und einer Zufahrt von der Walther-Rathenau-Straße aus. Wie viele Wohnungen dort entstehen, sei derzeit noch offen, sagt Palenker.

Dem Bebauungsplan in seiner jetzigen Form ist ein auch von kritischen Stimmen begleiteter Abstimmungsprozess vorausgegangen, durch den ein Konsens zwischen dem Träger, also der Familie Israel, und der Gemeinde erzielt wurde. Deshalb geht Palenker davon aus, dass die Gemeindevertretung während ihrer Sitzung im September ihr Okay gibt. Das wäre im Sinne des Ortes, so Bürgermeister Markus Mücke (parteilos), denn die Gemeinde am Berliner Stadtrand und in Flughafennähe benötige dringend neuen Wohnraum. „Dass jemand dabei auch einen Gewinn erzielt, ist nicht verachtenswert“, sagt Mücke mit Blick auf die Bürger, die fürchten, dass Investoren dort nur ihren Reibach machen wollten.

Nachhaltiges Interesse

Palenker liegen solche Gedanken fern: „Wir haben ein nachhaltiges Interesse an Schulzendorf.“ Er spricht von einem Staffelstab, den er an seine Kinder und Enkel übergeben möchte. „Die Frage ist, ob man das nur als Geschäft sieht oder ob man auch möchte, dass es den Leuten hier gut geht.“ Kleine Leute zu drangsalieren sei auch nicht seines Urgroßvaters Stil gewesen, sagt der Urenkel von Richard Israel, der 1939 mit seiner Familie das Gut verlassen musste und später im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet wurde. Von den sechs nach Theresienstadt deportierten Familienmitgliedern überlebte Bianca Israel als einzige.

Richard Israel hat, so verrät es die Ortschronik, in gutem Einvernehmen mit den Schulzendorfern gelebt. Er ließ eine vierklassige Schule und eine Spielschule, also eine Art Kindergarten, bauen und den Gutsbezirk an das Stromnetz und die Trinkwasserversorgung anschließen. „Eigentum verpflichtet“, sagt Jochen Palenker. Deshalb sähe er auch das Schloss schon heute gern in anderer Nutzung. Der geplante Hotelbetrieb mache nur Sinn, wenn der Flughafen fertig sei.

Schloss als Filmkulisse

So bleibt auf dem Gutsgelände nichts weiter, als Grünflächen zu pflegen, Dachrinnen zu säubern und Reparaturen am Haus vorzunehmen. Ab und zu führt Jochen Palenker Kitagruppen durchs Schloss oder es wird als Filmkulisse genutzt.

Es ist das Haus, in dem Palenkers Großvater Ernst Israel und seine Geschwister geboren wurden, und es ist das Haus, in dem Palenker die Akten zu seiner Familiengeschichte gelesen hat.

Von Dörthe Ziemer

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