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Dahme-Spreewald Erdgas-Pläne in Märkisch Buchholz
Lokales Dahme-Spreewald Erdgas-Pläne in Märkisch Buchholz
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06:40 13.05.2016
Gunnar Assmann (l.) mit Mitarbeiter Andrei König-Adolph. Quelle: Karen Grunow
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Märkisch Buchholz

Die jüngsten Nachrichten des Unternehmens Engie, die bestehenden Gassonden in Märkisch Buchholz zu verschließen und Neubohrungen im Bereich der unweit der Stadt befindlichen Sonde MB1 vornehmen zu wollen (die MAZ berichtete), haben für viel Unruhe im Ort gesorgt. Ende Juni nun wird es einen Termin geben, bei dem die Eckpunkte für die anstehende Umweltverträglichkeitsprüfung, die das Unternehmen durchführen lassen muss, festgezurrt werden.

Nach den in den Jahren 2014 und 2015 durchgeführten Wartungsarbeiten an den Erdgassonden MB1 bis MB3, die sich bei Märkisch Buchholz und Münchehofe befinden, seien die alten Verrohrungen intensiv analysiert worden. Dafür wurden die Herstellungsprotokolle von 1986 und die Materialzertifikate des damals verwendeten Betons ausgewertet. „Sie sind sicher“, betont Engie-Projektleiter Gunnar Assmann. „Aber für den Zweck der Förderung haben wir nicht eindeutig belegen können, dass sie die heutigen Anforderungen erfüllen.“

Bestehende Bohrungen werden aufgegeben

Die bestehenden Bohrungen MB1 und MB3 werden deshalb komplett aufgegeben. „MB2 war immer nur vorgesehen, um möglicherweise Lagerstättenwasser zurückzuführen“, so Assmann. Dafür sei dieser Zugang auch geeignet. Neu gebohrt wird bei MB1 zunächst bis in eine Tiefe von etwa 1500 Metern, dann werde horizontal weitergebohrt in die Lagerstätte. Mit dem neuen Vorhaben, nun auch die Aufbereitung am Standort der MB1 zu konzentrieren, entfallen Leitungen, die zur bislang im Gewerbegebiet Märkisch Buchholz angedachten Aufbereitungsanlage verlaufen wären. „Wir brauchen keine obertägige Sauergasleitung mehr“, so Assmann. Liefe alles so, wie er und seine Kollegen es sich erhoffen, könnte die Produktion 2020 beginnen.

Planungs-Details

Die seit 1986 bestehenden Sonden MB1 und MB3 werden zurückgebaut. Sonde MB2 bleibt, um gegebenenfalls später Lagerstättenwasser verpressen zu können. Die Genehmigungen für die Rückbauarbeiten, die jeweils etwa drei Monate dauern werden, werden für die beiden Sonden und die Sonde in Leibsch vorbereitet.

Am Standort MB1 sollen zwei Neubohrungen entstehen, die zum Teil über horizontale Verrohrungen zur Lagerstätte geführt werden. Anfang 2018 könnte das Genehmigungsverfahren dafür durch sein, dann würde das Baugenehmigungsverfahren für die Aufbereitungsanlage beginnen.

Auch die Stadtverordneten seien von den neuen Plänen überrascht worden, bestätigt die Märkisch Buchholzer Bürgermeisterin Bianca Urban (Buchholz: offen und bunt). „Aber MB1 war eigentlich immer der favorisierte Standort des Unternehmens“, sagt sie zugleich.

Die Stadtverordneten-Fraktion der Einzelkandidaten sowie der Fraktion von „Buchholz: offen und bunt“, Heimatverein und SPD haben nun Engie gebeten, in einer öffentlichen Veranstaltung Rede und Antwort zu stehen. Das soll am 25. Mai um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle stattfinden. „Inwieweit wird unser Forderungskatalog aufrecht erhalten?“, fragt Urban. Denn mit dem Wegzug aus dem Gewerbegebiet hat die Stadt kaum noch Einspruchsmöglichkeiten. „Wir werden keine Abstriche machen, bei dem was bereits zugesichert worden ist“, so Assmann. Der geplante Architekturwettbewerb werde stattfinden, versichert er.

„Wir sind in einem Landschaftsschutzgebiet!“

Die Gemeinde Münchehofe agiert eng mit der sich gegen die Engie-Pläne engagierenden Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“ (BI). „Wir haben uns den BUND und den NABU dazugeholt“, berichtet Münchehofes Bürgermeister Ralf Irmscher, der auch Sprecher der BI ist. „Wir sind in einem Landschaftsschutzgebiet!“, sagt er energisch.

Man habe aus Gesprächen im Landesamt für Umwelt die Botschaft mitgenommen, dass es eigentlich keinen Unterschied mache, ob sich eine solche Anlage am Rande oder mitten im Landschaftsschutzgebiet befindet, so Assmann.

Für das Unternehmen jedenfalls werde der Standort in der Zukunft eine große Bedeutung haben. Denn in absehbarer Zeit werden viele der vor Jahren angezapften Lagerstätten in Deutschland aufgebraucht sein. Assmann sagt dazu: „Märkisch Buchholz wird 10 bis 15 Prozent der Reserven des Unternehmens darstellen.“

Von Karen Grunow

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