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„Es müssen nicht immer die Berge sein“

Wandern in Dahmeland-Fläming „Es müssen nicht immer die Berge sein“

Im Interview spricht Bernhard Mainzer, der Vorsitzende des Märkischen Wanderbundes Fläming-Havelland, über das Wandern in der Region und erklärt, was Teilnehmer am kommenden Samstag auf der Baruther Pilgertour erwartet. Außerdem verrät er die schönsten Routen in der Region und beschreibt, was den Reiz des Wanderns ausmacht.

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Erlebniswanderungen, eine Kombination aus Natur und Kultur, werden immer beliebter.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Am Sonnabend heißt es wieder: Wanderschuhe schnüren und die Natur entdecken. Auch in den Kreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald werden zum Tag des Wanderns Pilgertouren stattfinden. Aus diesem Anlass fragte die MAZ den Vorsitzenden des Märkischen Wanderbundes Fläming-Havelland, Bernhard Mainzer aus Großbeeren, wie es um das Wandern in der Region steht.

Herr Mainzer, welchen Stellenwert hat das Wandern in Teltow-Fläming?

Bernhard Mainzer : Der Märkische Wanderbund steht am Anfang seiner Neuformierung. Leider musste ich in der kurzen Zeit meiner Arbeit als Vorsitzender die Erfahrung machen, dass das Wandern in Brandenburg eine sehr schwache Lobby hat und von der Politik nicht gefördert wird. Darin unterscheiden wir uns von einigen anderen Bundesländern. Es war auch nicht leicht, unseren Wanderkalender zu erstellen. Wir brauchen dringend Wanderführer, die sich bereiterklären, Touren mitzugestalten. Inzwischen komme ich selbst schon an die Grenze des Machbaren. In Thüringen und Franken haben die Wandervereine teilweise mehrere hundert Mitglieder und werden von der Politik unterstützt.

Aber liegt das nicht auch daran, dass die Landschaft in diesen Bundesländern mit Hügeln und Bergen gesegnet ist?

Mainzer : Ja, das Wandern ist dadurch mehr in der Kultur verankert. Aber wir in unserer Region müssen uns doch fragen: Was haben wir, was andere nicht haben? Wir können stolz sein auf unsere wunderschönen Landschaften aus Wäldern und Seen in Kombination mit kulturhistorischen Schätzen. Und das auf engstem Raum, das ist einmalig in Deutschland. Es müssen nicht immer die Berge sein. Im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel eine 100-Kilometer-Rundwanderung von Caputh aus über Potsdam, Werder/Havel, Klaistow und Ferch mit 65 Teilnehmern gestartet, auf der Route waren insgesamt 15 Seen und zehn Schlösser. Dafür haben wir viele positive Rückmeldungen bekommen. Dies ist der Beweis, dass Berge kein Muss sind. Wichtig ist, dass es Höhepunkte auf der Strecke gibt. Generell stelle ich hinsichtlich der Beteiligung an unseren Touren erste kleinere Erfolge unserer Arbeit fest. Das macht mir Mut.

Wanderrouten durch das Dahme-Seenland


Am 14. Mai, dem bundesweiten Tag des Wanderns, wird es auch geführte Wanderrouten durch das Dahme-Seenland geben. Der Tourismusverband Dahme-Seen bietet gemeinsam mit ehrenamtlichen Wanderwegewarten fünf geführte Wanderungen an: Um 9.30 Uhr startet Wanderwegewart Manfred Reschke am Bahnhof Zeuthen zu einer grenzüberschreitenden Wanderung Richtung Norden. Die Tour über Grünau und wahlweise bis nach Köpenick ist kostenfrei. Zur

gleichen Zeit startet auch Bernd Jaschen seine Wanderung durch das Sutschketal am Bahnhof Bestensee. Dabei gibt es Einblicke in die Ortsgeschichte und mit dem Märkischen Lamahof in Schenkendorf ein besonderes Zwischenziel zu entdecken.

In Königs Wusterhausen wird die Wandersaison an diesem Tag um 10 Uhr am Bahnhofsvorplatz eingeläutet. Hans und Christiane Rentmeister laden zu einer kostenfreien Tour entlang des Nottekanals zum Märkischen Lamahof und zurück über Krummensee ein. Weiter südlich startet um 10 Uhr am Bahnhof Groß Köris Jutta Spigalski mit einer Wandergruppe durch die Wustrick und die Löptener Fenne. Für Langschläfer bietet Naturführerin Kirsten Heidler um 14 Uhr noch eine Wanderung auf der Lesefährte Waldweisen an. Start ist hier an der Oberförsterei Hammer mit einem Unkostenbeitrag von acht Euro.

Kontakte: Der Tourismusverband Dahme-Seen ist unter Tel.  0 33 75/25 20 25 zu erreichen. Anmeldungen für die Wanderungen des Märkischen Wanderbundes sind unter Tel.  01 72/3 10 73 25 möglich.

Wie viele Mitglieder hat der Märkische Wanderbund zur Zeit?

Mainzer : Wir sind 45 Mitglieder und haben uns im November 2015 reorganisiert, denn seit 2012 gab eine Art Stillstand, was die Aktivitäten anging. Wir sind relativ klein, wenn man uns mit anderen Verbänden innerhalb Deutschlands vergleicht. Organisiert sind wir wie ein Ortsverband, aber von der Ausdehnung her fungieren wir im Prinzip wie ein Landesverband: Das Vereinsgebiet umfasst die Naturräume Hoher Fläming, Niederer Fläming, West- und Vorfläming, das Havelland einschließlich Potsdam, das Baruther Urstromtal, die Zauche und den Teltow. Unsere Mitglieder wohnen weit verstreut in diesen Gebieten, deshalb sehen sie sich nur einmal im Jahr bei der Mitgliederversammlung und dann natürlich auf den Wanderungen. Alle zwei Monate gibt es eine Vorstandssitzung in Beelitz.

Welche Art von Touren bietet der Wanderbund an?

Mainzer : Wir haben vier große Schwerpunkte: Einerseits sportliche Touren wie die 100-Kilometer-Wanderung von Caputh aus, oder die 50-Kilometer-Rundwanderung durch die Potsdamer und Havelländer Park- und Seenlandschaft. Dafür muss man auch ein bisschen trainiert sein. Daneben haben wir gelenkschonende Gesundheitswanderungen oder reine Naturwanderungen im Programm. Im Zentrum unseres Wanderkalenders stehen allerdings klassische Erlebniswanderungen, bei denen neben der Freude an der Natur die Kultur und die Geschichte unserer Region ein wichtiger Themenschwerpunkt sind.

Welche Wanderrouten kann man in Teltow-Fläming entdecken?

Mainzer : Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es zwar keine zertifizierten Wanderwege, dennoch haben wir in dieser Region Erlebniswanderungen in unserem Kalender. Hier steht neben der Natur auch die Geschichte und die Kulturgeschichte ganz stark im Vordergrund. Solche Touren bieten wir oft im Großraum Potsdam an, aber auch zum Beispiel in Nuthe-Urstromtal: Am 25. September werden wir von Stülpe aus einen Erlebnis-Rundwanderweg zum Schlangenberg gehen. Die beliebteste Erlebniswanderung in Teltow-Fläming findet wieder am 1. Oktober statt, dann pilgern wir von Blankensee aus über die Glauer Berge durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz. Auch die Wanderung am kommenden Samstag findet im Landkreis Teltow-Fläming statt.

Was erwartet Wanderer an diesem Tag?

Mainzer : Wir werden von Baruth aus starten und die eiszeitliche Entstehung des Urstromtals erkunden. Unser Wanderführer Volker Laschke wird erläutern, wie etwa Endmoränen und die für das Urstromtal typischen Dünen entstanden sind. Die Teilnehmer werden 15 Kilometer in etwa viereinhalb Stunden zurücklegen.

Planen Sie mit Ihrem Wanderbund auch Ausflüge in andere Gebiete und Länder?

Mainzer : In diesem Jahr haben wir uns ganz bewusst dazu entschieden, unsere 30 Wanderungen nur im Vereinsgebiet anzulegen, um erst einmal das Wandern in unserer Region zu stärken. Ich finde es toll, dass wir am Sonnabend unserer Leidenschaft eine lautere Stimme geben können. Tendenziell wollen wir in den nächsten Jahren Wanderausflüge in andere Teile Deutschlands unternehmen. Wir haben viele Ideen.

Was bedeutet Wandern für Sie?

Mainzer : Für mich ist es eine Kombination aus Erholung, sportlicher Herausforderung als körperliche Ertüchtigung in Verbindung mit einem Naturerlebnis. Besonders wichtig sind mir bei meinen Wanderungen die ständig neu entstehenden sozialen Kontakte von Gleichgesinnten.


Von Melanie Höhn

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