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Experten empfehlen Bau einer Brücke

Bahnquerung in Eichwalde Experten empfehlen Bau einer Brücke

Die geplante Bahnquerung in der Eichwalder Friedenstraße sorgt weiter für Diskussionen. Experten sprechen sich nun für eine Brücke und damit gegen einen Tunnel aus. Die Anwohner bleiben skeptisch. Sie befürchten, dass ein solches Bauwerk ein Fremdkörper im Ort werden könnte.

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Vertreter des Planungsbüros, des Landkreises, der Gemeinde und der Deutschen Bahn stellten verschiedene Planungsvarianten vor.

Quelle: Uta Schmidt

Eichwalde. Kaum ein Bauwerk dürfte in absehbarer Zeit das Gesicht der Gemeinde Eichwalde derart verändern wie die geplante Bahnquerung im Bereich Frieden- und Stadionstraße. Auch wenn noch nicht feststeht, ob eine Brücke oder ein Tunnel gebaut werden soll, das Vorhaben spaltet die Bürgerschaft in Befürworter und Kritiker. Das zeigte eine Informationsveranstaltung über das umstrittene Bauvorhaben in der Radelandhalle. Vertreter des Planungsbüros, der Deutschen Bahn, des Landkreises und der Gemeinde stellten der Öffentlichkeit verschiedene Varianten für den Ersatz des Bahnüberganges vor und erläuterten die Modalitäten für den Bau einer „nicht höhengleichen Kreuzung“.

Favorit der Experten ist nach eingehender Untersuchung von sechs verschiedenen Trassenführungen der Bau einer Verkehrs- und Fußgängerbrücke im bisherigen Verlauf der Friedensstraße. „Wir müssen uns für eine Variante entscheiden und einen Beschluss fassen“, kündigte Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) an. Sowohl Brücke als auch Tunnel wären technisch machbar. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Beim Bau eines Tunnels müsste die Gemeinde allerdings die entsprechenden Mehrkosten tragen.

Tunnel wäre doppelt so teuer wie eine Brücke

Und die haben es in sich: Planer setzen die Kosten für eine Brücke mit acht Millionen Euro an, die für einen Tunnel mit etwa 16 Millionen Euro. „Wir befinden uns in der Phase der Vorentwurfsplanung, bei der mehrere Varianten der Trassenführung untersucht werden – egal ob mit Tunnel oder Brücke. Noch hat keine Variante den Zuschlag erhalten“, bestätigte auch Dietmar Licht, der Amtsleiter Gebäudemanagement des Landkreises Dahme-Spreewald. Der Landkreis werde neben Bund, Bahn AG und Gemeinde Bauherr des neuen Verkehrsbauwerks werden. Schon 2010 hatte der Landkreis eine Studie zur überörtlichen Verkehrsentflechtung im Umkreis des BER in Auftrag geben, die zwei niveaufreie Querungen der Bahnlinie Berlin-Cottbus im Raum Eichwalde und Zeuthen favorisierte. Empfohlen wird darin die „sicherheitstechnische Entschärfung“ des Gefahrenpunktes an der Bahnschranke in der Friedensstraße. An diesem werden am Tag durchschnittlich 5900 Kraftfahrzeuge und 300 Züge auf vier Gleisen gezählt. Cornelia Kulecki von der DB Netz bestätigte, dass alle „Kreuzungsbeteiligten“ – Landkreis, Bahn, Bund und Gemeinde – den Bau einer niveaufreien Querung wünschen. Bei einer Entscheidung für den Tunnel würde die Deutsche Bahn für die Bauausführung verantwortlich sein, bei einer Entscheidung für eine Brücke hingegen der Landkreis. Die Kreistagsabgeordneten werden ebenso entscheiden müssen.

Massive Auswirkungen auf das Ortsbild

Fest steht, Brücke oder Tunnel werden massive Auswirkungen sowohl auf das Ortsbild als auch den Verkehrsfluss in Eichwalde haben. Die „Vorzugslösung“ sieht eine 150 Meter lange und über acht Meter hohe Brücke im Bereich der Stadion- und Friedensstraße mit einen starken Eingriff im Naturbereich rund um den Sportplatz vor. Anwohner befürchten bereits den unerfreulichen Ausblick auf den Betonsockel der Brücke. „Die Brückenvariante wird von der Bevölkerung als Drama angesehen“, sagte Gemeindevertreterin Birgitt Klunk (Grüne). Martin Kalkoff (Linke) dazu: „Weder Brücke noch Tunnel sind schöne Bauwerke. Das wird kein Wunschkonzert, sondern eine Frage der Machbarkeit.“ Am 21. Juni befasst sich die Gemeindevertretung mit diesem Thema. Bürgermeister Speer: „Bereits 2013 hat die Gemeindevertretung einen eindeutigen Beschluss für den Bau der Bahnquerung gefasst. Jetzt geht nicht mehr um das Ob, sondern das Wie“. Die Bauausführung wird 2018 bis 2020 erwartet.

Von Uta Schmidt

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