Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald FDP fordert Abwahlverfahren gegen Perlick
Lokales Dahme-Spreewald FDP fordert Abwahlverfahren gegen Perlick
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:54 07.11.2017
Der Konflikt zwischen dem neuen Chef und seinem Stellvertreter sorgt für Unruhe im Königs Wusterhausener Rathaus. Quelle: Irmscher
Anzeige
Königs Wusterhausen

Der Rassismus-Vorwurf gegen Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU) löst in der Stadtpolitik in Königs Wusterhausen ungläubiges Staunen aus. Vor allem Vertreter der CDU reagierten überrascht und verwundert. CDU-Fraktionschef Peter Dreher vermutet gar eine Retourkutsche. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, sagte er der MAZ.

Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU). Quelle: Rolf Arnold

Er bezieht sich darauf, dass der Vorwurf von einem früheren Rathaus-Mitarbeiter erhoben wird, dessen Entlassung Perlick einst mit erwirkt hatte. Der Ex-Mitarbeiter hat jetzt eidesstattlich erklärt, Perlick habe bei einer Dienstberatung vor zweieinhalb Jahren Flüchtlinge als „Bimbos“ bezeichnet. Perlick bestreitet das. Peter Dreher wundert sich über den Zeitpunkt. „Warum wurde das nicht gleich damals angezeigt?“, fragt er sich. „Ich höre jedenfalls zum ersten Mal davon.“ Dreher kritisierte auch den neuen Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW), der den Fall öffentlich machte. „Ich finde das Verfahren äußerst bedenklich. Man kann solch unbestätigte Vorwürfe nicht an die Öffentlichkeit bringen. Das ist ein schäbiges Verhalten. Wenn sich der Vorwurf als haltlos erweist, wovon ich ausgehe, ist das Rufmord.“ Dreher sieht sich außerdem von Ennullat getäuscht, der in einem Brief an die Fraktionschefs versichert habe, der Wahlkampf sei beendet. „Wie man sieht, ist das mitnichten der Fall, der Wahlkampf geht weiter“, sagte Dreher.

Hanke: Vertrauensvolle Zusammenarbeit scheint nicht möglich

SVV-Vorsitzender Georg Hanke (SPD) warnte vor Vorverurteilungen. „Wir sollten uns nicht auf dieses Niveau begeben. Erst mal muss geklärt werden, ob solche Äußerung überhaupt getätigt wurde“, sagte er. Hanke sieht den Konflikt zwischen dem neuen Bürgermeister und seinem Stellvertreter mit Sorge. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit scheine nicht möglich zu sein. „Das Ganze schadet dem Ansehen von Königs Wusterhausen.“ Allerdings hofft Hanke, dass eine „konstruktive Arbeit mit Blick in die Zukunft“ noch möglich ist. „Das wäre gut für die Stadt.“ Der Vorsitzende der CDU Königs Wusterhausen, Mario Kühl, reagierte ebenfalls verwundert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Jörn Perlick so etwas gesagt haben soll“, erklärte er. Mehr wollte er dazu nicht sagen, weil er die Einzelheiten nicht kenne.

Der FDP/Piraten-Fraktionschef im Königs Wusterhausener Stadtrat, Raimund Tomczak (FDP), sieht sich hingegen in seiner Kritik an Jörn Perlick bestätigt. Er wirft ihm vor, seine Plichten als Vizebürgermeister nicht zu erfüllen und wiederholt herablassend auf Anfragen reagiert zu haben. „Wir werden deshalb in der SVV im Dezember einen Abwahlantrag gegen ihn einbringen“, kündigte er an. Tomczak hatte Perlick kürzlich bereits zum Rücktritt aufgefordert.

Von Frank Pawlowski

Seit einigen Wochen hört man Gänsegeschnatter am Himmel und sieht Tiere in Formation fliegen: Die Zugvögel machen sich auf den Weg gen Süden. Auf ihrer Reise rasten sie auch in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming, wo sie sich auf den langen Weg in wärmere Gefilde vorbereiten.

10.11.2017
Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) - Rassismus-Vorwurf gegen Vize-Bürgermeister

Königs Wusterhausens Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU) sieht sich mit einem Rassismus-Vorwurf konfrontiert. In einer Dienstberatung soll er sich abfällig über Flüchtlinge geäußert und sie als „Bimbos“ bezeichnet haben. Perlick bestreitet das. Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW) erstattete trotzdem Anzeige.

07.11.2017

In Deutschland sind 7,5 Millionen Menschen in Minijobs beschäftigt. Was ein gutes Sprungbrett in den Berufseinstieg sein kann, wird für viele zur Falle: Sie verharren jahrelang in Minijobs. In der Region Dahmeland-Fläming sind davon vergleichsweise wenig Menschen betroffen. Das hat jedoch nicht nur positive Gründe.

07.11.2017
Anzeige