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Fachbereichsleiter geht in den Ruhestand

Königs Wusterhausen Fachbereichsleiter geht in den Ruhestand

Eine gewisse „Leidensfähigkeit“ ist Werner Blume, dem Königs-Wusterhausener Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, nicht abzusprechen. Hat er doch immerhin vier Bürgermeister und etwa 210 Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung begleitet, bevor er sich Ende Oktober in den Ruhestand verabschiedet.

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Werner Blume geht Ende Oktober in den Ruhestand.

Quelle: Franziska MOhr

Königs Wusterhausen. „Als Abiturient hätte ich mir eines ganz sicher nicht vorstellen können, dass ich einmal in einer Verwaltung arbeite und dabei auch noch glücklich bin“, sagt Werner Blume schmunzelnd. Aber wie das Leben so spielt. In den Wendewirren 1990 ist der Diplom-Ingenieur für Gerätetechnik in die Stadtverwaltung Königs Wusterhausen geradezu „reingeschlittert“, die er nun als Ruheständler Ende Oktober verlässt.

„Die größte Kuriosität meiner 26-jährigen Verwaltungslaufbahn ist meine Einstellung im Juli 1990“, sagt der 64-Jährige schmunzelnd. Bis dato im Institut für Nachrichtentechnik in Schöneweide tätig, wurde diese wissenschaftliche Einrichtung wie so viele damals abgewickelt. Als Vater von zwei Kindern ließ er nichts unversucht, um wieder in Arbeit zu kommen. Daher bewarb er sich auch blind – ohne eine bestimmte Stelle im Auge zu haben – in der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen, als plötzlich an einem Donnerstagabend die damalige ehrenamtliche Kulturstadträtin Loni Schulze an seiner Wohnungstür klingelte. „Sie erklärte kurzerhand, dass man mich, den Leichtathleten, vom Sport als fairen Partner kenne. Daher frage sie“, erinnert sich Blume heute, „ob ich mir vorstellen könne, ab Montag in der Stadtverwaltung zu arbeiten.“ Und Werner Blume konnte und war damit quasi über Nacht Dezernent für Kultur und Sport. Damals noch in dem Türmchen-Rathaus in der Friedrich-Engels-Straße 25.

Kenner der Kommunalverfassung

Als im September 1990 ein Kulturduo die Platzmiete für die Festwiese nicht bezahlte, pfändete er einfach mitten in der Nacht ihre Kasse. „Das wäre jetzt undenkbar“, sagt Blume. Heute wohlwissend, dass diesbezüglich unzählige rechtliche Bedenken bestehen. Schließlich hat der Ingenieur, der ab Februar 1991 als Hauptamtsleiter tätig war, von 1991 bis 1997 noch einmal kräftig die Schulbank gedrückt und einen Abschluss als Verwaltungswirt erworben. Werner Blume gilt derzeit in der Königs Wusterhausener Stadtverwaltung als der Kenner der Kommunalverfassung. Er beherrscht sie aus dem Effeff und hat sich diesbezüglich längst nicht nur die Anerkennung der Mitglieder der sechs Stadtverordnetenversammlungen erworben, die er während seiner Amtszeit begleitete. Dabei bewies er auch so manche „Leidensfähigkeit“ in über 210 Sitzungen des Stadtparlaments sowie unzähligen Beratungen in Ausschüssen und Ortsbeiräten. Vier Bürgermeister hat er begleitet. Loyalität war oberstes Prinzip. So sagt er auch heute gelassen: „Jeder von ihnen hatte seine Stärken und Schwächen.“

Aus der Ruhe brachte ihn zumindest äußerlich kaum etwas. Gilt er doch nicht gerade als ein Temperamentsbolzen. Und geschieht es doch einmal, dass er die Äußerungen eines Abgeordneten, wie auf einer Zernsdorfer Ortsbeiratssitzung „als abenteuerlich“ charakterisiert, horcht das gesamte Auditorium auf: Seine Stimme hat Gewicht. Als eine der schwierigsten Entscheidungen für die Stadt charakterisiert er in den 26 Jahren den Kauf des Funkerbergs, die Entlassung von fast 50 Erzieherinnen bei der Übertragung der Kitas in eine freie Trägerschaft sowie die dramatische Rettung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, die 2003/04 kurz vor der Pleite stand. Umso mehr freut sich Blume, dass es gelang, das Leben der Menschen im Neubaugebiet in Königs Wusterhausen jetzt modern und ansehnlich zu gestalten und dass die WoBauGe nun in einem ruhigen Fahrwasser agiert. Als erfolgreich bewertet Blume auch die Gestaltung des neuen Wohngebietes auf dem Areal des einstigen Schwellenwerkes in Zernsdorf. Auch bittere Momente blieben nicht aus. Dazu zählt der jetzt offiziell als Fachbereichsleiter Zentrale Dienste tätige Blume den Abschied von langjährigen Mitarbeitern, die den Anforderungen nicht mehr gewachsen waren.

Im Ruhestand würde sich Werner Blume vor allem über ein Tänzchen mit seiner Frau sowie mehr Zeit für die Fitness – vor allem für das Walken und Radfahren – freuen.

Von Franziska Mohr

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