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Dahme-Spreewald Fäkalienabfuhr fast 50 Prozent teurer
Lokales Dahme-Spreewald Fäkalienabfuhr fast 50 Prozent teurer
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06:21 11.01.2018
Die Fäkalienabfuhr verteuert sich im Vergleich zu den Vorjahren erheblich. Rund 4000 Haushalte sind betroffen. Quelle: Peter Geisler
Königs Wusterhausen

Der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband MAWV mit Sitz in Königs Wusterhausen wartet zum Jahresbeginn mit einem Gebührenhammer für Besitzer von Abwassergruben auf. Der Preis für die Fäkalienabfuhr steigt von 4,17 auf 6,28 Euro je 0,5 Kubikmeter. Außerdem wird zusätzlich eine monatliche Grundgebühr von mindestens 1,50 Euro fällig. Sie richtet sich nach der Größe des Wasserzählers und kann bis zu 150 Euro betragen. Die neue Gebührensatzung war im Dezember von der Verbandsversammlung beschlossen worden, sie ist zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten.

Peter Sczepanski ist Vorsteher des Märkischen Abwasser- und  Wasserzweckverband MAWV mit Sitz in Königs Wusterhausen Quelle: Frank Pawlowski

MAZ-Leser René Kacza aus Niederlehme rechnete aus, dass ein durchschnittlicher Haushalt künftig 1018 Euro statt 667,20 Euro zahlen muss. Er weist auf weitere Verteuerungen hin, wie die neue Mindermengengebühr je Entsorgung von 23,46 Euro. Er glaubt, dass die wenigsten Kunden in den Veröffentlichung des Verbandes den Preisanstieg mit dem neuen Gebührensatz für den halben Kubikmeter erkannt haben. Laut MAWV sind rund 4000 Haushalte im Kerngebiet des Verbandes betroffen, das sind etwa zehn Prozent der Haushalte.

Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden

Verbandsvorsteher Peter Sczepanski begründete den deutlichen Preisanstieg damit, dass die Leistungen neu ausgeschrieben werden mussten. Spätestens alle fünf Jahre sei der Verband gesetzlich dazu verpflichtet. Eine erste europaweite Ausschreibung vor zwei Jahren sei für einen Teil des Verbandsgebietes wieder aufgehoben worden. Damals habe nur ein Unternehmen ein Angebot abgegeben, das dem Verband zu teuer war. Aber auch die neue Ausschreibung im vorigen Jahr brachte aus Sicht des Verbandes kaum bessere Ergebnisse. „Wir haben noch nachverhandelt. Trotzdem erhöhen sich die Gebühren nicht unwesentlich“, sagte Peter Sczepanski.

Die Fäkalienabfuhr im Norden des MAWV-Gebietes ist deutlich teurer geworden. Quelle: Schmidt

Ein Grund dafür ist nach Ansicht der MAWV-Verantwortlichen die Marktlage. Die Zahl der Abfuhrunternehmen nehme stetig ab, weil sich keine Fahrer mehr für die schlecht bezahlte und körperlich schwere Arbeit finden würden, so der Kaufmännische Leiter des Verbandes, Otto Ripplinger. Die wenigen verbleibenden Firmen würden die Preise zunehmend diktieren. „Die Leistungen der mobilen Entsorgung werden zunehmend teurer. Eine Erhöhung der Gebühren war somit unvermeidbar“, sagte wer. Ripplinger glaubt sogar, dass es in wenigen Jahren überhaupt keine Unternehmen für die Fäkalienabfuhr mehr geben wird. „Deshalb denken wir darüber nach, dass einmal komplett selbst zu machen.“

Diese Nordgemeinden gehören zum mobilen Entsorgungsgebiet

Zum mobilen Entsorgungsgebiet im Norden des Verbandes gehören Bestensee, Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde, Ortsteile von Heidesee, Königs

Mobile Entsorgung und Wasserparlament

Der MAWV beauftragt Fachunternehmen für die Entsorgung von Abwasser aus abflusslosen Gruben und Kleinkläranlagen.

Zu den neuen Modalitäten können sich betroffene Grubenbesitzer aus dem Norden des Verbandsgebietes telefonisch beim Wasserbetrieb DNWAB erkundigen (0 33 75/2 56 84 27).

Beschlüsse für den MAWV fasst die Verbandsversammlung. In diesem „Wasserparlament“ haben die Orte je einen Sitz, können aber entsprechend der Einwohnerzahl mehrere Stimmen haben. KW (37), Schönefeld (15), Zeuthen (12), Wildau (11) und Bestensee (8) haben die meisten der 123 Stimmen.

Wusterhausen, Schönefeld und Zossen sowie die Gemeinden Schulzendorf, Wildau und Zeuthen. Auf der Internetseite des MAWV sind die neuen Gebühren für dieses Gebiet sowie die geänderte Satzung veröffentlicht worden.

Verband erstattet weitere Anschlussbeiträge

Eine gute Nachricht gibt es für Bewohner von Wernsdorf, Zernsdorf, Kablow und Zeesen. Sie können mit Rückzahlung von Beiträgen für den Abwasseranschluss rechnen. Wie Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW) im Stadtrat berichtete, seien die Unterlagen dazu gefunden worden. Sie stammen noch aus der Zeit, als die Orte zum Amt Unteres Dahmeland gehörten. Verbandsvorsteher Sczepanski sagte, ab Mitten des Jahres könnten diese Fälle nun bearbeitet werden.

Von Frank Pawlowski

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