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Fahrsicherheitstraining für Senioren

Polizei und ADAC Fahrsicherheitstraining für Senioren

Ein speziell auf ältere Menschen zugeschnittenes Fahrsicherheitstraining boten Polizei und ADAC auf dem Gelände der Regionalen Verkehrsgesellschaft in Mittenwalde an. Kostenlos konnten hier Senioren ihr Wissen testen sowie ihr Können auf dem Trainingsparcours. Fahrsicherheitstrainer standen ihnen dabei mit vielen Tipps zur Seite.

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Gabriele Bax aus Königs Wusterhausen parkte hier rückwärts ein. Im Gegensatz zu einem richtigen Parkplatz konnte sie das hier ohne Angst üben. Es standen ja keine anderen Pkw da.

Mittenwalde.  Die Polizeiinspektion Dahme-Spreewald und der ADAC führten kürzlich auf dem Gelände der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald in Mittenwalde ein kostenloses Fahrsicherheitstraining für Senioren durch. Die seien besonders häufig in Unfälle verwickelt. Laut Statistik werde alle 46 Minuten ein Verkehrsunfall von einer Person über 65 Jahr verursacht.

Kleiner Wissenstest wie bei der Fahrprüfung

Polizeihauptkommissarin Susanne Heinrich führte vor Ort mit den Test-Willigen einen kleinen Test mit Fragen durch, wie sie bei der theoretischen Prüfung für den Führerschein gestellt werden. Welche Profiltiefe müssen die Reifen mindestens aufweisen?, war eine Frage. Wie schnell ein Kraftfahrzeug mit Schneeketten fahren darf, eine andere. An dieser ersten Station kamen die Frauen und Männer schon das erste Mal ins Schwitzen.

Ist der Sitz richtig eingestellt

Ist der Sitz richtig eingestellt? Kommt die Fahrerin mit gebeugten Armen an das Lenkrad? Wie ist der Blick in die Spiegel? Uwe Otto, Fahrsicherheitstrainer bei der Polizei, kontrollierte das bei allen Teilnehmern des Parcours.

Quelle: Andrea Müller

Noch mehr aber rollten die Schweißperlen auf dem Trainingsparcours. Hier hatten die Fahrsicherheitstrainer von der Polizeischule in Basdorf bei Oranienburg mehrere Übungen eingebaut. Gabriele Bax, 73 Jahre alt aus Königs Wusterhausen, war eine der ersten, die sich auf die Strecke trauten. Zuerst allerdings prüfte Uwe Otto, ob sie richtig im Auto sitzt, der Sitz auf ihre Körpergröße richtig eingestellt ist und sie mit gebeugtem Bein mit Kraft auf die Bremse treten kann. „Ist das Bein gestreckt, kann es im Fall eines Unfalls zu schweren Verletzungen in den Gelenken kommen“, erklärte er. Auch das aufrechte Sitzen sei sehr wichtig. Otto erinnerte sich aus seiner Praxis bei der Polizei an einen Unfall, bei dem ein junges Paar gegen einen Baum gefahren war. „Wir fanden die beiden zunächst nicht. Dann sahen wir sie eingequetscht im Fußraum. Tot.“, berichtete er. Hätten die beiden nicht fast gelegen im Auto, hätten sie gute Chancen gehabt, den Unfall zu überleben.

Heiko Müller vom ADAC, Geschäftsstelle im A 10-Center in Wildau, warb für die Mitgliedschaft bei den Gelben Engeln

Heiko Müller vom ADAC, Geschäftsstelle im A 10-Center in Wildau, warb für die Mitgliedschaft bei den Gelben Engeln. Der ADAC spendiert auch ein Sicherheitstraining.

Quelle: Andrea Müller

Nach dieser ersten Station hieß es rückwärts in eine Parklücke einparken. „Hier traue ich mich“, so Bax. Wenn auf beiden Seiten aber Autos stehen, wie auf einem richtigen Parkplatz, dann fehle ihr der Mut. Deswegen nahm die Königs Wusterhausenerin hier die Gelegenheit wahr und übte mehrmals und mit Unterstützung der Trainer. Das parallele Einparken fiel der Senioren schon deutlich leichter. Auch das Wendemanöver im hinteren Teil des Parcours war kein Problem für sie.

Erst Vollgas, dann Vollbremsung

Doch dann kam die Bremsübung. „Ich hatte einfach keine Courage“, gab die Frau ohne Umschweife nach dem ersten Versuch zu. Gefordert war, auf einer Strecke von 15 Metern auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und dann an einem markierten Punkt voll auf die Klötzer zu gehen. Bei dieser Geschwindigkeit sollte der Bremsweg nicht länger als neun Meter sein. Er errechnet sich aus der Geschwindigkeit, dividiert durch zehn hoch zwei. Beim zweiten Anlauf klappte es bei Gabriele Bax schon deutlich besser. Sie brauchte sich deswegen nicht zu schämen. Fast allen Senioren erging es hier gleich. Zum Abschluss sollten die Frauen und Männer noch zügig einen mit Kegeln markierten Slalom durchfahren.

Erst Vollgas, dann  Vollbremsung – für viele der Teilnehmer beim Fahrsicherheitstraining war das eine Mutprobe und kostete zunächst Überwindung

Erst Vollgas, dann Vollbremsung – für viele der Teilnehmer beim Fahrsicherheitstraining war das eine Mutprobe und kostete zunächst Überwindung.

Quelle: Andrea Müller

Gabriele Bax hat das Training etwas gebracht. Seit einer schweren Erkrankung ihres Mannes ist sie nach Jahren wieder Autofahrerin. „Ich muss jetzt fahren, und das Training hat mir wirklich geholfen“, sagte sie zum Schluss.

Der ADAC verlost unter den Teilnehmern einen Preis: Ein großes Fahrsicherheitstraining auf dem Gelände des Automobilclubs.

Von Andrea Müller

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