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Fantasievoll wie die Kinder

Ausstellung in Gottsdorf Fantasievoll wie die Kinder

Die Illustratorin Gudrun Lenz zeigt ab 20. Juni 2015 einige ihrer Arbeiten im „Art(T)raum“ von Detlef David in Gottsdorf. Die gebürtige Mahlowerin hat früher für das „Sandmännchen“ gearbeitet und entwirft heute Bilder für Schul- und Kinderbücher.

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Die Nasenbärbande hat einige Abenteuer zu bestehen – Gudrun Lenz schuf die Bilder dazu.

Quelle: Karen Grunow

Gottsdorf. Bei ihr gibt es selbstbewusste Kinder, garstige Hexen, perfekte Schmetterlinge und „Kuhpupsmaschinen“. Die Illus­tratorin Gudrun Lenz wird einige dieser wundersamen Wesen und Dinge ab Sonnabend in Gottsdorf zeigen. Die ungewöhnliche Idee, Strom mittels Rinderwindkraft zu erzeugen, ist im Übrigen keine Erfindung von ihr, sondern von den Kindern aus dem Kinofilm „Quatsch und die Nasenbärbande“. Gudrun Lenz hat ein wunderbares Buch zum Film illustriert und wird einige dieser Arbeiten ebenfalls im „Art(t)raum“ von Detlef David ausstellen.

Der Gottsdorfer Künstler und die heute in Berlin lebende, gebürtige Mahlowerin, die teilweise in Rangsdorf aufgewachsen ist, kennen sich seit vielen Jahren; gemeinsam haben sie nach der Wende eine Kunsttherapie-Ausbildung absolviert. Schon lange versuchte David, die Illustratorin zu einer kleinen Ausstellung zu überreden. Als sie sich nun endlich entschloss, doch einmal ihre Werke vorzustellen, war das für sie auch eine Art Wiederbegegnung mit sich selbst und ihrer Arbeit aus früheren Jahren.

Sie will doch nur malen

„Ich will malen“, wusste sie schon sehr früh. Ihre Eltern unterstützten das talentierte Mädchen, das bereits als Kind ein bilderloses Märchenbuch, aus dem ihr Vater immer wieder vorlas, illustrierte. „Lerne das, was du gerne machst, denn du musst dein Leben lang arbeiten“, bestärkte die Großmutter sie in ihrem Wunsch.

Nach einer Ausbildung zur Positivretuscheurin, der Geburt ihrer ersten Tochter und einigen Jahren im Beruf entschied Gudrun Lenz sich mit 22 für ein Studium an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin-Schöneweide. Als Abschlussarbeit entwarf sie eine Verpackung für Piko-Eisenbahnen.

Sie wollte dann für das Fernsehen arbeiten, für Kinder. Acht Jahre lang, bis in die Wendezeit hinein, durfte sie unter anderem für das Sandmännchen erzählende Objekte entwickeln. Das waren oft Collagen mit beweglichen Elementen, mit denen vor der Kamera eine kleine Geschichte wiedergegeben werden konnte.

Dazu gehören auch jene Szenenbildbücher, von denen Gudrun Lenz ebenfalls einige in Gottsdorf zeigen wird: Von ihr konzipierte und aufwendig gefertigte Pop-up-Bücher, die vor der Kamera aufgeschlagen wurden und dann ein dreidimensionales Panorama entfalteten, das in eine Geschichte hineinleiten konnte. „Ich habe beim Fernsehen immer gern experimentelle Sachen gemacht“, erzählt sie und zeigt einige Beispiele in ihrer Wohnung in Berlin-Friedrichshain.

Neben ihrem Arbeitsplatz hängen gerade einige kleine Bilder für Schulbuch-Illustrationen. Das macht sie heute hauptsächlich, neben besonderen Kinderbüchern wie „Mein erster Naturführer“, für den sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Henkel sehr naturgetreue Pflanzen- und Tiermotive entworfen hat. Eine Arbeit, die vor allem Akkuratesse verlangt, was für sie weniger kreativ, aber dennoch reizvoll ist. Von Märchenbüchern und Geschichten wie jener von der Nasenbärbande aber schwärmt Gudrun Lenz: „Bei den freien Büchern hat man mehr Spiel bei Farben, Form und Inhalten.“

Einblick in das Innenleben der Familien

Die Bilder solcher Bücher sind zwar ebenso mit Aquarellfarben entstanden, aber doch ganz anders: mit verschobenen Perspektiven, Häusern ohne Fassaden, damit man hineinblicken kann in das Innenleben der Familien.

Bei einem Buch, das sie für den sorbischen Domowina-Verlag gestaltet hat, hat jedes der Grimm-Märchen eine andere Farbstimmung. „Ein Märchenbuch illustrieren zu können, war ein Traum“, erzählt sie. Das Haus der bösen Hexe bei „Hänsel und Gretel“ ist einmal von oben zu sehen, die Wipfel der schlanken Kiefern beugen sich bedrohlich in dieser Szene, in der die beiden Kinder noch sorglos am Pfefferkuchenhaus naschen, derweil die Hexe sich schon gierig die Hände reibt. Bilder für eine sorbische Fibel waren Gudrun Lenz’ Einstieg in die seit vielen Jahren währende Zusammenarbeit mit dem Verlag.

Mittlerweile ist sie zweifache Großmutter und registriert fasziniert, wie Kinder heute die Welt erobern. Deshalb schaut ihr Rotkäppchen eben nicht artig und schüchtern, wie sie es von den alten Büchern aus ihrer eigenen Kindheit kennt. Sondern neugierig und mutig. Einigen dieser fröhlichen Kinder können die Besucher dann am Sonnabend ab 15 Uhr in der Gottsdorfer Ausstellung begegnen.

Info: Die Ausstellung ist bis zum 12. Juli im „Art(t)raum“ bei Detlef David im Pekenbergweg 2 zu sehen, Anmeldung unter  03 37 32/4 05 95.

Von Karen Grunow

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