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Dahme-Spreewald Farbe ist etwas sehr Erotisches
Lokales Dahme-Spreewald Farbe ist etwas sehr Erotisches
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22:10 12.09.2016
Der Schulzendorfer Maler Frank von Feilitzsch in seinem Atelier in der Schulzendorfer Heinrich-Zille-Straße. Quelle: Andrea Müller
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Schulzendorf

Auf dem Tisch im Schatten steht ein Kaffee, türkisch mit ein wenig Milch zubereitet. Vorsichtig nimmt Frank von Feilitzsch einen Schluck des heißen Gesöffs. Hinter ihm im Haus steht auf einem Tisch eine begonnene Skulptur aus Ton. Gesicht und Hände sind schon sichtbar. „Eine Freundin von mir“, erklärt Frank von Feilitzsch.

Plötzlich dringt das aufdringliche Kreischen einer elektrischen Säge vom Nachbargrundstück weiter hinten in der Straße herüber. „Nicht auszuhalten“, sagt der Künstler. „Wer erlaubt bloß jetzt in dieser Jahreszeit das Abholzen von Bäumen“, fragt er. Vor ein paar Tagen habe er deswegen sein Grundstück fluchtartig verlassen. „Ich halte das nicht aus“, erklärt er, bleibt aber dieses Mal sitzen.

Die Schulzendorfer kennen Frank von Feilitzsch. Er ist einer der Künstler im Ort mit gewaltiger Schaffenskraft. Das Haus ist bis zur Decke vollgehängt mit Bildern in allen erdenklichen Formaten. Die meisten bersten vor Farben und Formen. Besonders die weiblichen Linien scheinen es dem Maler angetan zu haben. Weich, üppig, bunt springen sie den Betrachter an.

„Farbe ist schön“, sagt von Feilitzsch und fügt hinzu: „Sehr erotisch.“ Der Künstler malt aus dem Bauch heraus, aus der Seele. In einer Schule gelernt hat er es nie. „Malen kann man nicht lernen“, behauptet er. Ob anderen das, was er malt, gefällt, ist ihm egal. „Ich male für mich“, sagt er.

Kurse vom Künstler

Inzwischen aber gibt er anderen von dem ab, was über die Jahre im Gedächtnis seiner Finger beim Malen entstanden ist. Frank von Feilitzsch bietet in der Volkshochschule Dahme-Spreewald Kurse an. Seine Schüler sollen ihn aber nicht kopieren, sondern eher aus sich heraus mit Farben und Pinseln agieren. Man braucht Vertrauen in sich selbst. Und Mut, etwas zu wagen.

Dennoch kennt der Schulzendorfer die dunklen Phasen. Manche Bilder wirken düster, dazu gehören auch einige Selbstporträts. Das Leben ist halt nicht immer schillernd. Schon gar nicht das eines Künstlers. Geld verdienen mit den Bildern ist schwer. Feilitzsch ist viele Jahre über die Weltmeere gefahren, um Segelboote für eine Hamburger Reederei zu überführen. Damit ließ sich Geld verdienen. Damit konnte man die Welt sehen. „Das mache ich aber jetzt nicht mehr“, erzählt der Maler und Bildhauer, auf dessen Grundstück – das selbst ein Kunstwerk (der Natur) ist – wundersame Gestalten „leben“.

Porträts in Serie

Demnächst möchte er nach altmeisterlichem Vorbild eine Serie von Porträts in Öl malen. „Auf Holz, darauf kann man schön herum kratzen“, so der Künstler. Und er freut sich immer auf den Tag des offenen Ateliers, wenn Dutzende Besucher durch sein Haus strömen, um seine Kunst zu sehen. „Das letzte Mal habe ich 120 Besucher gezählt“, so von Feilitzsch, der seinen Gästen zum Kunstgenuss auch gern einen guten Tropfen Rotwein ausschenkt. Im Oktober wollen die Künstler aus Schulzendorf, Zeuthen und Eichwalde noch einmal ihre Ateliers öffnen. Frank von Freilitzsch wird dann dabei sein.

Von Andrea Müller

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