Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Farbfelder in der Neuen Galerie
Lokales Dahme-Spreewald Farbfelder in der Neuen Galerie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 15.08.2015
Die Künstlerin Gudrun Venter in ihrem Atelier. Quelle: Karen Grunow
Anzeige
Wünsdorf

Vor den Fenstern der mehrgeschossigen Kulturmühle im havelländischen Perwenitz wogen die Bäume, ein kräftiger Wind jagt über die weiten Felder. Doch diese Landschaft ist allenfalls ferne Inspiration für einige der Bilder von Gudrun Venter, die ab Sonnabend ihre Arbeiten in der Neuen Galerie in Wünsdorf zeigen will. „Es geht mir um die Farbe“, erläutert sie das Wesen ihrer Werke, die manchmal Landschaften zu rezipieren scheinen und doch in erster Linie „Farbfelder“ sind. So hat sie ihre Wünsdorfer Ausstellung auch genannt, zu der Margitta Wünsche vom Amt für Bildung und Kultur des Landkreises Teltow-Fläming sie schon seit langem überzeugen wollte.

Dieser Tage nun wird alles vorbereitet, ausgewählt und gehängt. Gudrun Venter selbst hat rund 50 Arbeiten, darunter 30 großformatige, gewissenhaft ausgesucht. Die meisten Gemälde sind in den vergangenen zehn Jahren entstanden. Studiert hat Gudrun Venter eigentlich Bildhauerei, sie hat bei Bernhard Heiliger und Joachim Schmettau gelernt. „Irgendwann begann ich, meine Plastiken zu bemalen“, versucht sie, ihren Weg zur Malerei zu skizzieren. In ihren Bildern löste sich die Idee der Figur immer mehr auf, verschwand, wurde Fläche, Feld, Farbfeld. „Ich bin in die Malerei reingewachsen“, sagt sie. Ein paar ihrer früheren dreidimensionalen, gleichwohl farbkräftigen Arbeiten stehen noch in ihrem Atelier. Gleich neben „Terra Umbra“, einem quadratischen Gemälde, dessen zwischen fahlem Braun aufbrechenden Farbstreifen selbst aus größerer Distanz noch eine Dreidimensionalität anzuhaften scheint.

Ihre Leinwände fertigt sie selbst an, mit Pinsel und Spachtel trägt sie die Ölfarben auf. „Um Flächen auszugleichen, benutze ich eine Lackrolle“, erklärt sie. Zeichenkohle verwendet sie oft ganz zu Beginn. Und gerne, wie auf ihrem noch nicht ganz fertigen „Sommerbrief“, als matten und punktuellen Effekt über dem zig Schichten Ölfarbe liegen. Hier hat sie mit Gelb und Violett bewusst Komplementärfarben, wie sie Goethe als solche definierte, eingesetzt. Das Wissen um die Farben, deren Wirkungen und Bedeutungen, das Bewusste, Unbewusste, aber eben auch das tiefe Verständnis für die Kunstgeschichte tragen ihre Werke.

Um die 50 Schichten hat Gudrun Venter bereits auf die Leinwand aufgetragen. So richtig fertig fühle es sich aber noch nicht an: „Ich überlege noch“, sagt sie etwas zögerlich. Die großen Es, das T, das R oder das H bleiben in diesem „Sommerbrief“ ohne Bedeutung. „Ich habe sie nur formal eingesetzt.“ Den Titel indes hat das quadratische Bild bereits, die aktuelle Jahreszeit drängt sich hier in die Idee und eben die warmen Farbtöne.

Zeigen möchte sie in Wünsdorf auf jeden Fall das „Winterfeld“ von 2011. Schon der hohe, strahlendblaue Himmel wirkt frostig-klar, das angegraute Weiß auf dem Boden offenbart Zäune und Wege nur noch in Resten, hüllt alles ein und fängt im Schneeglitzern den Himmel ein. Die tiefe, strahlendweiße Horizontlinie über einem Streifen Düsternis, der wie ein fernes Meer wirken mag, hat etwas seltsam Verheißendes, zugleich Unheimliches. Noch nie, sagt Gudrun Venter, habe sie dieses Bild gezeigt. „Aber ich liebe es sehr.“ Sie spiele hier mit Eindruck und Atmosphäre. Verorten lässt sich dieses Winterfeld nicht. „Ich sammle Bilder in meinem ganzen Leben ein“, erzählt die Künstlerin. Dabei bewege sie sich immer quer durch die Jahreszeiten, male den Winter im Sommer und umgekehrt.

„Vielleicht ist schon die Farbwahl eine Art von Abstraktion“, überlegt sie vor der „Schneeschmelze“ mit dem moosiggrünen Waldboden, von dem allmählich das Winterweiß verschwindet. Was realistisch wirkt, ist für sie in der Farbwahl ungewöhnlich. „Ich arbeite selten in grünen Tönen“, sagt sie. In ihrem Atelier schafft sie sich ein möglichst neutrales Umfeld, die Wände des Backsteinbaus, in dem sich weitere Ateliers, ein Café und eine Galerie befinden, sind weiß. Das braucht sie zum Arbeiten, dieses wie sie sagt „Unbelastete“, das ein Werk beim Entstehen nicht von vornherein beschwert. Am liebsten arbeitet sie an der Nordwand ihres Ateliers, dort sei das Licht am schönsten. Die Ost- und die Westseite des Baus, der tatsächlich eine Mühle war, bis Mitte der 1990er Jahre die Kunst dort einzog, sind durchfenstert. Der Blick schweift hinaus; die grünen Baumwipfel wogen, der Wind pfeift über die Felder. „Landschaft hat durch den Horizont eine Gegenständlichkeit“, folgt Gudrun Venter dem Blick des Besuchers.

Den will sie mit ihren Bildern mit einem durchaus bildhauerischen Ansinnen einfangen: „Die Konzentration des Betrachters muss in diesem Rechteck sein“, zeigt sie auf ein Gemälde. „Ich denke nicht nur in Illusionen. Ich sehe beim Arbeiten eben auch das reale Rechteck.“ Wie sehr ihre Farbfelder Raum nicht nur suggerieren, sondern tatsächlich einnehmen und formen können, ist ab Sonnabend in Wünsdorf zu erleben.

Info: Eröffnet wird Gudrun Venters Ausstellung in der Neuen Galerie in der Wünsdorfer Gutenbergstraße 1 am Sonnabend um 15 Uhr mit einer Laudatio von Alfred Bringmann und Musik von Kontrabassist Matthias Bauer. Zu sehen ist die Schau bis zum 4. Oktober, geöffnet ist sie stets donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Von Karen Grunow

Dahme-Spreewald Leader-Förderung im Schenkenländchen - Gute Chancen fürs „Litbeg“

Die Sanierung der alten Schule in Märkisch Buchholz, in der jetzt das Literatur- und Begegnungszentrum „Franz Fühmann“ untergebracht ist, könnten schon bald abgeschlossen werden. Voraussetzung dafür ist ein positiver Förderbescheid, der Mittel aus dem EU-Förderprogramm Leader beschert. Die Chancen stehen nicht schlecht.

15.08.2015
Polizei Dahme-Spreewald: Polizeibericht vom 11. August - Lkw und Pkw in Flammen

Ein Lkw und ein Pkw gerieten am Montagnachmittag unabhängig voneinander auf der A13 zwischen den Anschlussstellen Staakow und Baruth in Brand. Von dem brennenden Lkw wurde zudem ein nahegelegenes Waldstück in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt entstanden Schäden von 100 000 Euro. Die Autobahn war bis in den späten Abend hinein gesperrt.

11.08.2015

Schrecklicher Fund am Senftenberger See: Ein Badegast hat die Leiche eines Mannes am Dienstagmittag auf der Wasseroberfläche treiben sehen. Wie lange der Mann schon im Wasser lag, ist bisher unklar. Damit steigt die Zahl der Badetoten in diesem Sommer in Brandenburg weiter an.

12.08.2015
Anzeige