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Fertigteilhäuser für Flüchtlinge

Asylbewerber in Wildau Fertigteilhäuser für Flüchtlinge

Die Stadt Wildau will am Ortsausgang Zeuthen künftig 140 Flüchtlinge aufnehmen, die in Fertigteilhäusern untergebracht werden sollen. Die Mehrheit der Wildauer empfindet dies als „eine clevere Lösung“, die auch eine städtebauliche Akzeptanz findet. Auf einer Einwohnerversammlung bekundeten zahlreiche Bürger ihre Bereitschaft zu helfen.

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Mehr als 250 Einwohner kamen zur Einwohnerversammlung in das Volkshaus in Wildau.

Quelle: Franziska Mohr

Wildau. „Deutschland kann nicht die Probleme aller Menschen dieser Welt lösen, aber Wildau ist jetzt gefordert, den durch Krieg und Zerstörung in Not Geratenen zu helfen“, appellierte der Wildauer Bürgermeister Uwe Malich (Linke) am Donnerstagabend an die Humanität und das Mitgefühl der Wildauer Bürger, von denen sich etwa 250 im Volkshaus eingefunden hatten. Auf der Tagesordnung der Einwohnerversammlung stand nur ein Thema: Die Unterbringung von Flüchtlingen.

„Die Lage hat uns überrollt. Augenblicklich geht es für die Flüchtlinge nur um ein Dach über dem Kopf, Heizung und ein Bett“, umriss Vize-Landrat Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) die Situation. Der Landkreis wolle Zelte sowie die Sperrung von Sporthallen vermeiden. „Dabei dürfen wir uns auch nicht scheuen, das Wort endlich in den Mund zu nehmen. Wir können nur jenen helfen, deren Leben akut bedroht ist“, sagte Klinkmüller.

In Wildau wurden verschiedene Standorte geprüft. Letztlich fiel die Wahl von Stadt und Kreis auf Teile des alten Campus in der Friedrich-Engels-Straße. Dort will die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft (Wiwo) vier zweigeschossige Fertigteilhäuser für maximal 140 Flüchtlinge errichten. „Das ist eigentlich nicht unsere Aufgabe. Aber anders als bei einem privaten Investor können wir auf diese Weise unseren städtebaulichen Einfluss in Bezug auf die Wahl des Grundstücks sowie die Art der Bebauung bewahren“, begründete Wiwo-Geschäftsführer Frank Kerber das Engagement des kommunalen Unternehmens. Geplant sind insgesamt 28 Wohneinheiten, wobei jede von außen über einen separaten Eingang verfügt. Die Investitionssumme beträgt 1,8 Millionen Euro, die sich über einen zehnjährigen Mietvertrag mit dem Landkreis refinanzieren soll. Beabsichtigt ist auch eine Klausel, wonach das Mietverhältnis „im Falle von unüberbrückbaren Differenzen“ beendet werden kann. Den Zuschlag für die Betreibung der Unterkunft erhält voraussichtlich die neue Tochter der Seniorenheim Wildau GmbH, die Dahmeland Soziale Dienste GmbH. Die Wildauer Arbeits-, Beschäftigungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft soll sich um Arbeitsgelegenheiten für die Flüchtlinge unter anderem im Grünbereich kümmern.

In der Fragestunde wollten die Bürger unter anderem wissen, wo sie helfen können und ob aufgrund der Ereignisse mit höheren Gebühren zu rechnen ist. Letzteres schloss Bürgermeister Malich aus. „Für den Stadthaushalt kann ich derzeit Entwarnung geben“, sagte er. Möbel werden nicht benötigt, die Fertigteilhäuser sind möbliert. Gefragt sind Dolmetscherleistungen. „Es muss auch niemand befürchten, dass wie nach dem Krieg Flüchtlinge in private Wohnräume eingewiesen werden“, so Klinkmüller. Wo die Schmerzgrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Wildau sei, könne er derzeit nicht sagen, bekannte Malich.

„Das Vorgehen der Stadt ist ein cleverer Schachzug, um uns in diesem Bereich private Investoren vom Hals zu halten. Dafür möchte ich Danke sagen“, meinte der Bürger Andreas Kohlbach und erhielt dafür viel Beifall. „Jetzt werden wir akut helfen. Langfristig aber müssen wir uns für den Frieden und gegen Waffenlieferungen einsetzen, damit jeder dort leben kann, wo er geboren wurde“, sagte ein anderer Bürger.

Nach der Veranstaltung raunte eine Besucherin ihrer Nachbarin zu: „Heute haben sich die Gut-Menschen versammelt. “

Von Franziska Mohr

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