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Festakt in der Finanzhochschule Brandenburg

Königs Wusterhausen Festakt in der Finanzhochschule Brandenburg

Mit einem Festakt wurde am Freitagnachmittag das 25-jährige Bestehen der Brandenburger Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen gefeiert. In ihrer Festansprache würdigte die Brandenburger Staatssekretärin Daniela Trochowski (Linke) vor etwa 250 Gästen die Hochschule „als einen Garanten für eine qualitativ hochwertige Ausbildung.“

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Staatssekretärin Daniela Trochowski (Linke) bei ihrer Festansprache im AFZ in Königs Wusterhausen.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. „Rassismus ist in der Gegenwart keine Seltenheit. In unserer Bildungseinrichtung aber hat er keinen Millimeter Platz“, betonte der angehende Finanzwirt Ümit Bozkurt am Freitagnachmittag vor mehr als 250 Gästen auf der Festveranstaltung anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Aus- und Fortbildungszentrums (AFZ) der Finanzverwaltung in Königs Wusterhausen.

Visitenkarte des Campus Königs Wusterhausen

Von 1971 bis 1990 befand sich auf dem Areal des Aus- und Fortbildungszentrums Königs Wusterhausen in der Schillerstraße  das Schülerinternat „Otto Winzer“ des Außenministeriums der DDR, in dem maximal 270 Kinder und Jugendliche lebten, deren Eltern im Ausland tätig waren.

1991 wurde das sechs Hektar große Gelände an das Finanzministerium übergeben. Im September startete der erste Ausbildungsjahrgang.

Von 2004 bis 2011 entstanden auf dem Gelände für insgesamt 33 Millionen Euro unter anderem ein modernes Hörsaal- und ein Seminargebäude sowie eine Mensa und eine Bibliothek.

2008 wurde das zum Teil neu errichtete Aus- und Fortbildungszentrum feierlich eröffnet.

Zum Campus gehören jetzt die Fachhochschule für Finanzen, die Landesfinanzschule, das Fortbildungszentrum der Finanzverwaltung, die Landesakademie für öffentliche Verwaltung und die Justizakademie.

Studenten hatten in den vergangenen Monaten das Leben von Menschen aus der Region erforscht, die aufgrund ihrer Rasse oder ihrer Überzeugung Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Auf Wunsch der Studenten wurde daher auf diesem Festakt den vier wichtigsten Gebäuden des Campus die Ehrennamen von Lothar Kreyssig, Martha Mosse, Rolf Grabower und Edith Bach verliehen. Gleich am Eingang des Campus trägt das Verwaltungsgebäude jetzt den Namen der Sängerin Edith Bach, deren Stimme am 22. Dezember 1920 beim legendären Weihnachtskonzert, der ersten Rundfunksendung Deutschlands, vom Funkerberg in Königs Wusterhausen erklang. Während der Nazizeit musste Edith Bach auf Grund ihrer jüdischen Wurzeln Deutschland verlassen.

Garant für hochwertige Aus- und Fortbildung

Die Brandenburger Staatssekretärin Daniela Trochowski (Linke) betonte in ihrer Festansprache, „dass das AFZ heute als Garant für eine qualitativ hochwertige Aus- und Fortbildung, als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis gilt, das sich zukunftsweisend neuen Herausforderungen stellt.“ 2015 hätten hier erstmals auch Anwärter aus Polen ein Studium aufgenommen. Auch das sei ein Stück Europa. Gegenwärtig werden auf dem Campus an der Fachhochschule für Finanzen sowie an der Landesfinanzschule insgesamt 1000 junge Menschen ausgebildet. Von ihnen befinden sich jeweils etwa 600 direkt auf dem Campus, während weitere 400 ihre Praktika in den Finanzämtern unter anderem in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt absolvieren. Zudem bilden sich jährlich auf dem Gelände des AFZ über 13 000 Frauen und Männer unter anderem an der Landesakademie für öffentliche Verwaltung sowie der Justizakademie weiter.

Aktive, frei denkende Leute

„Hier sind in 25 Jahren nicht nur moderne Gebäude entstanden, sondern es haben sich vor allem aktive, frei denkende junge Leute entwickelt“, lobte die Vize-Chefin der Fachhochschule für Finanzen, Gabriele Gößling. Sie gehörte mit zu den ersten Dozenten, die 1990 von Nordrhein-Westfalen nach Brandenburg kamen. „Anfangs unterrichteten wir in einer Garage, in der es obendrein noch durchregnete“, erinnert sich die 57-Jährige. Dennoch habe bei Studenten und Lehrkräften gleichermaßen eine unglaubliche Euphorie geherrscht, die neuen Herausforderungen zu meistern. Begonnen wurde Gößling zufolge auf dem gesamten Gelände mit einem Schreibautomaten und einem einzigen Kopierer. Heute unvorstellbar sei von moderner Computertechnik nichts zu spüren gewesen. Daher habe die Leiterin der Fachhochschule für Finanzen, Bettina Westphal, den Festakt nicht umsonst unter den Titel „Von der Kreide in die Cloud“ gestellt.

Landrat Stephan Loge (SPD) bezeichnete das Bildungszentrum als „tollen Standortfaktor für die Region, dem die Kommunalpolitik künftig aber mit Wohnungs-, Kita- und Freizeitangeboten vor allem auch für junge Familien stärker Rechnung tragen muss.“

Von Franziska Mohr

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