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Feuerwehrleute aus der Region offenbar nicht unter „Sieg Heil!“-Rufern

Ermittlungen reichen bis nach Dahmeland-Fläming Feuerwehrleute aus der Region offenbar nicht unter „Sieg Heil!“-Rufern

Der Staatsschutz ermittelt gegen brandenburgische Feuerwehrleute wegen Nazi-Parolen bei einem Lehrgang in Eisenhüttenstadt. Dort waren auch Kameraden aus der Region Dahmeland-Fläming – gegen sie wird allerdings nicht ermittelt.

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Quelle: dpa

Königs Wusterhausen. Rechtsextreme Umtriebe bei der Feuerwehr? Diese Frage müssen sich im Moment freiwillige Ortsverbände und Berufswehren in ganz Brandenburg stellen. Am Wochenende wurde bekannt, dass der Staatsschutz gegen mehrere Teilnehmer eines Lehrgangs an der Feuerwehrschule in Eisenhüttenstadt ermittelt. Sie sollen bei einem Feierabend-Bier am 26. August „Sieg Heil!“ gerufen und rechtsextreme Musik gehört haben. Unter den 30 Kursteilnehmern waren auch Kameraden aus der Region Dahmeland-Fläming – ermittelt wird gegen die beiden Feuerwehrleute nach MAZ-Informationen aber nicht.

Einer der Kursteilnehmer kommt aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Bestensee, ein zweiter tut seinen Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Luckenwalde. Die Dienstherren der Wehren sind die jeweiligen Bürgermeister: „Von unseren Feuerwehrleuten hat einer an dem Kurs in Eisenhüttenstadt teilgenommen“, bestätigt Klaus-Dieter Quasdorf, parteiloser Bürgermeister von Bestensee und stellt klar: „Er ist in dem Ermittlungsverfahren aber kein Beschuldigter, sondern Zeuge.“ Zudem hätten Quasdorfs Mitarbeiter persönlich mit dem Feuerwehrmann gesprochen und schätzten ihn als unbedenklich ein. Darum werde es auch „definitiv“ keine dienstlichen Konsequenzen geben: „Wenn jemand nicht betroffen ist, gibt es auch keine Konsequenzen“, so Quasdorf. Mehr wolle er zu dem Vorgang nicht sagen.

Ähnliches ist aus dem Rathaus in Luckenwalde zu erfahren: „Gegen meinen Feuerwehr-Mitarbeiter wird weder ermittelt noch wurde er als Zeuge vernommen“, schreibt Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) auf MAZ-Anfrage. „Da es keine Ermittlungen gegen ihn gibt und er auch nicht involviert ist, gibt es keine Veranlassung für mich, über ein weiteres Verfahren nachzudenken.“ Sie sei fest davon überzeugt, so die Bürgermeisterin weiter, „dass es in der Luckenwalder Feuerwehr keinen Nährboden für rechtsextreme Umtriebe gibt.“

Inwieweit Rechtsextreme in Feuerwehren aktiv sind, ist nicht bekannt. Hinter vorgehaltener Hand wird von einzelnen Kameraden mit Verbindungen in die rechte Szene gesprochen. „Mir persönlich ist so etwas noch nicht untergekommen“, sagt Dieter Heinze, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Dahme-Spreewald, mit Blick auf die Vorkommnisse in Eisenhüttenstadt, „natürlich müssen sich die Feuerwehren mit solchen Leuten auseinandersetzen. Wenn sich diese Vorwürfe bestätigen, müssen sie entlassen werden. Das gilt auch für Hauptamtliche.“

Von Martin Küper

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