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Fliegerdorf vor neuem Startversuch

Flugplatz Friedersdorf Fliegerdorf vor neuem Startversuch

Nach einem Eigentümerwechsel könnte der seit fast 20 Jahren geplante Ausbau des Flugplatzes in Friedersdorf wieder Fahrt aufnehmen. Die alten Pläne von einem in Europa bisher einzigartigen Fliegerdorf mit 27 Doppelhäusern mit integrierten „Flugzeuggaragen“ sollen nun Realität werden. Bisher sind solche „Fly-in-community“ nur in den USA üblich.

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In der Startphase sollen auf dem Areal des Friedersdorfer Sonderlandeplatzes 13 Doppelhäuser mit integrierten Flugzeughangars entstehen.

Quelle: Fly-Up Flug- und Freizeit GmbH

Friedersdorf. Das uralte Sprichwort „Was lange währt, wird gut“ soll sich nun auch auf dem Flugplatz in Friedersdorf beweisen. Zwar fand das bisher in Deutschland einzigartige Projekt für den Bau eines Fliegerdorfes, einer sogenannten Fly-in-Community, schon auf der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) 2002 selbst in Fachkreisen Aufmerksamkeit und Zuspruch. Doch geschehen ist seither auf dem rund 60 Hektar großen Flugplatz, der offiziell „Sonderlandeplatz Friedersdorf“ heißt, nichts. Unter der Kennung „EDCF“ kreisen seit jeher „nur“ die Segelflieger.

Erst zogen sich nach der Wende die Ermittlung sowie der Ankauf der Flächen der ehemals fast 50 Eigentümer über Jahre hin, dann schwebte im Hintergrund die große Unbekannte BER mit ihren immer wieder geänderten Flugrouten über dem Projekt und nun hat der bisherige Mitgesellschafter und Hauptfinanzier des Millionen-Projektes, der Hobbyflieger Henry Brauner, Sohn des bekannten Filmproduzenten Arthur Brauner, offenbar das Interesse verloren. Er verkaufte seine Geschäftsanteile an der kurz nach der Wende noch mit Beteiligung des Kreises für den Erhalt des einstigen Flugplatzes der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) gegründeten Fly-up Flug- und Freizeit GmbH an einen turkmenischen Bauunternehmer. Das jedenfalls bestätigte Fly-up-Geschäftsführer Werner Reimann, der zugleich den „Pfauenhof“ in Kolberg betreibt. Dabei ließ er keinen Zweifel, das besagter Unternehmer aus Turkmenien fortan auch der Hauptfinanzier des Projektes ist: „Dank seiner Unterstützung soll der schon 1999 beschlossene und 2000 genehmigte Bebauungsplan nun Realität werden.“ Die Kosten dafür beziffert Reimann in der Startphase einschließlich Erschließung auf etwa 15 Millionen Euro.

Werner Reimann ist Geschäftsführer der  Fly-up

Werner Reimann ist Geschäftsführer der Fly-up.

Quelle: Franziska Mohr

Der Flugplatz wird künftig geteilt und sowohl von kleinmotorigen Maschinen bis 5,7 Tonnen (acht Personen) als auch Segelflugzeugen, Hubschraubern, Motorseglern, Freiballons und Luftschiffen genutzt. Die luftrechtliche Genehmigung dafür liegt seit 1998 vor, wobei der Nachtflug ausgeschlossen ist. Die Planungen weisen eine asphaltierte sowie eine Gras-, Start- und Landebahn aus. Ein kleines Betriebsgebäude mit Büro und Unterkünften für den Wachschutz soll Reimann zufolge in sechs Wochen geliefert werden.

Auf einem Teil des Areals will die Fly-up ein Luxusmotel vor allem für zahlungskräftige Geschäftsleute errichten, die mit dem Flieger an- und möglicherweise direkt nach dem Aufwachen auch wieder abreisen möchten. In der ersten Ausbaustufe des Fliegerdorfes sind 13 Doppelhäuser vorgesehen, die an der Rückfront über jeweils zwei „Flugzeuggaragen“ verfügen. In ihnen können ein- oder zweimotorige Flugzeuge untergestellt werden. An der Vorderfront sind normale Autogaragen vorgesehen. Diese in den USA längst üblichen, aber in Deutschland bisher einzigartigen Häuser werden unmittelbar auf einem Hangar aufgesetzt. In einer zweiten Bauphase werden noch einmal 14 dieser Doppelhäuser gebaut.

Doppelhäuser mit 550 Quadratmetern Wohnfläche

Da die „Fluggaragen“ nicht gerade klein ausfallen, weisen auch die Doppelhäuser mit jeweils vier Eigentumswohnungen Wohnflächen von etwa 550 Quadratmetern auf. Insider vermuten potenzielle Käufer vor allem in den ehemaligen Sowjetrepubliken sowie im arabischen Raum. Zumal Reimann zufolge mit der Festsetzung der BER-Flugrouten und den damit verbundenen effektiveren Startbedingungen in Friedersdorf das Kaufinteresse deutlich gestiegen sein dürfte.

Die schon vor über zwölf Jahren erteilte Baugenehmigung für das erste Musterhaus mit „Fluggaragen“ ist allerdings abgelaufen und muss neu beantragt werden. „Der B-Plan von 1999 für das komplette Fliegerdorf gilt aber noch“, bestätigt der Heideseer Bürgermeister Siegbert Nimtz (parteilos). Für ihn scheint jetzt auch die Finanzierung gesichert. Nimtz hofft, dass dieses einzigartige Projekt mit dem Eigentümerwechsel wieder an Fahrt gewinnt. Die Gemeinde hat dies aber an die Bedingung geknüpft, dass der Segelflug auf dem seit 1935 bestehenden Flugplatz in jedem Fall erhalten bleibt. „Wir freuen uns natürlich, dass wir Segelflieger direkt mit in die Planungen aufgenommen wurden“, sagt Stefan Kaden, Vorsitzender des in Friedersdorf ansässigen Segelflugvereins Luftsportclub Interflug Berlin. Damit wäre die Rechtsunsicherheit beseitigt und der Flugplatz bliebe dauerhaft erhalten. Die 115 Vereinsmitglieder mit ihren jährlich knapp 3500 Starts betrachteten das Gesamtprojekt optimistisch.

Mitgesellschafter und neben Reimann auch Geschäftsführer der Fly-up ist Klaus-Günter Heller, der bis Februar 2013 zugleich Liquidator der Flugplatz Betriebsgesellschaft Fürstenwalde mbH war.

Von Franziska Mohr

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