Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Flüchtlinge in Angst nach ungeklärtem Todesfall
Lokales Dahme-Spreewald Flüchtlinge in Angst nach ungeklärtem Todesfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 04.12.2017
Bewohner des Flüchtlingsheimes trauen sich abends nicht mehr alleine nach draußen. Quelle: Frank Pawlowski
Anzeige
Waßmannsdorf

Ein ungeklärter Todesfall sorgt derzeit für Unruhe in der Waßmannsdorfer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber. Die Bewohner haben Angst und fordern, dass mehr für ihre Sicherheit getan wird. In dem Heim leben derzeit 146 Menschen aus 17 Nationen.

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Vor zwei Wochen war auf dem Gelände ein 27 Jahre alter Afghane schwer verletzt aufgefunden worden. Der Mann ist inzwischen verstorben, wie Polizeisprecher Torsten Wendt mitteilte. Das Amtsgericht hat eine Obduktion angeordnet. „Die intensiven kriminalpolizeilichen Ermittlungen werden in alle Richtungen geführt und dauern an“, sagte Wendt. Die Tatumstände sind rätselhaft. Der Mann kann von Heimbewohnern, oder – wie die Bewohner glauben – von Eindringlingen attackiert worden sein.

Das Zimmer, in dem das Opfer wohnte, ist noch versiegelt. Quelle: Frank Pawlowski

Der Afghane wird als ruhig und besonnen beschrieben. „Alle haben Angst, fürchten um ihr Leben“, sagte der Libanese Walid Hamdar. „Im Dunkeln traut sich niemand mehr alleine raus.“ Er dolmetscht für die arabisch sprechenden Bewohner. Hauptkritikpunkte der Flüchtlinge sind, dass es keine ausreichende Beleuchtung auf dem Gelände und keine Einlasskontrollen gibt. Sie fordern außerdem, mehr Überwachungskameras anzubringen. Es gibt auch Klagen über die generellen Lebensumstände im Heim.

Das zweite Haus wird gerade saniert, die Bauarbeiten sollen bis Ende 2018 dauern. Etliche Flüchtlinge sind in Wohncontainern untergebracht worden. Quelle: Frank Pawlowski

Ein Teil der Bewohner ist in Wohncontainern untergebracht, weil eines der beiden denkmalgeschützten, ehemaligen Kasernengebäude saniert wird. Es soll Ende 2018 wieder bewohnbar sein. Ein Haus ist bereits saniert worden. Das Heim wird im Auftrag des Landkreises von der Human Care GmbH betrieben. Geschäftsführer Holger Wollesen sagte der MAZ, wegen des unklaren Tathergangs sei es schwierig, konkrete Maßnahmen zu ergreifen.

Wachdienst erweitert Kontrollgänge

Die Sorgen der Bewohner seien aber verständlich: „Alle Mitarbeiter der Einrichtung sind sensibilisiert und auch der Wachdienst hat seine Kontrollgänge erweitert.“ Einlasskontrollen seien nicht vorgesehen. Ob das erforderlich werde, hänge vom Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen ab. Eine Ausweitung der Kameraüberwachung sei aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Es gibt eine Kamera am Eingang des eingezäunten Geländes.

Auf dieser Wiese soll der schwer verletzte Afghane an einem Samstagmorgen gefunden worden sein. Er verstarb am 25. November im Krankenhaus. Quelle: Frank Pawlowski

Der Landkreis prüft nach den Hinweisen aus dem Heim nun die Installation von zusätzlichen Lampen auf dem Gelände, wie der zuständige Mitarbeiter sagte. Mit der Arbeit des Heimbetreibers ist der Landkreis zufrieden. Das Unternehmen habe sich als „zuverlässiger Partner“ bei der Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen erwiesen, sagte Kreissprecherin Heidrun Schaaf. Human Care und zuvor das Mutterunternehmen K&S GmbH sind seit 1992 Betreiber der Waßmannsdorfer Gemeinschaftsunterkunft.

Von Frank Pawlowski

Ulrike Tippe ist die neue Präsidentin der Technischen Hochschule Wildau. Am Montag wird sie sich und ihre drei Stellvertreter in einer außerordentlichen Sitzung des Senats der Hochschule vorstellen.

04.12.2017

Die Telzer Modellbahnfreunde öffnen einmal im Jahr die Tür zu ihren Vereinsräumen für die Öffentlichkeit. Am 9. und 10. Dezember haben Besucher in diesem Jahr die Gelegenheit, sich die aufwendig gestalteten Anlagen der Tüftler anzusehen.

01.12.2017

Einfache Handprothesen für Menschen in bettelarmen Ländern bauen: Bisher ist die Mitwirkung an der globalen Aktion „Helping Hands“ nur im Rahmen von bezahlten Team-Events mit mindestens 20 Teilnehmern möglich. Deshalb plant der Wünsdorfer Tourismus-Unternehmer Mathias Tauchnitz den weltweit ersten öffentlichen Workshop.

04.12.2017
Anzeige