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Fluglärmkommission lehnt Militärjets ab

Schweizer Luftwaffe fliegt zur Luftfahrtausstellung Ila Fluglärmkommission lehnt Militärjets ab

Anfang Juni wird es wieder laut rund um den Flughafen BER. Zur diesjährigen Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Ila hat sich die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe angekündigt. Die Fluglärmkommission hat solche Militärflüge am Montag abgelehnt – die Entscheidung bleibt wirkungslos.

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Die Patrouille Suisse soll auch bei der diesjährigen Ila ihre Flug-Show zeigen.

Quelle: Messe Berlin

Schönefeld. Faszinierende Technik oder militaristische Prahlerei – an der Internationalen Luftfahrtausstellung (Ila) scheiden sich alle zwei Jahre die Geister. Vom 1. bis 4. Juni wird die Messe, die zu einer der wichtigsten ihrer Branche in Europa gehört, wieder in Selchow stattfinden.

Geht es nach der Mehrheit der Kommunen in der Fluglärmkommission, kommt die Ila in diesem Jahr ohne Flugvorführungen mit donnernden Militärjets aus. So hat es das Gremium am Montag in Schönefeld beschlossen. Die Entscheidung dürfte jedoch ohne Folgen bleiben, denn die Beschlüsse der Fluglärmkommission sind weder für den Flughafen noch die Messe Berlin, die die Ila veranstaltet, verbindlich. Die Organisatoren setzen auch in diesem Jahr auf Kampfflugzeuge. So hat sich die Patrouille Suisse, die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, angekündigt. Die Piloten sollen aber auf die lauten Nachbrenner verzichten und nicht schneller als 550 Knoten (rund 1000 Kilometer in der Stunde) fliegen, um den Lärm für die Menschen in der Umgebung so gering wie möglich zu halten.

Laut Gerhard Steintjes, dem Vorsitzenden der Kommission, sei die Zahl der Beschwerden von Anwohnern über laute Tiefflieger bei der Ila zurückgegangen – von mehr als 200 bis auf 58 im Jahr 2014. Weil die Ausstellung in diesem Jahr zwei Tage kürzer ist als in den Vorjahren, rechnet Steintjes mit weiter sinkenden Beschwerdezahlen. An den beiden Fachbesuchertagen dauern die Flugshows maximal 90 Minuten, an Besuchertagen dreieinhalb Stunden.

An das Ärgernis Ila hat sich Bernd Habermann, Vertreter von Blankenfelde-Mahlow, schon fast gewöhnt. Viel mehr regt ihn auf, dass die Fluglärmkommission sich geweigert hat, noch einmal über die Flugrouten zu reden. Blankenfelde-Mahlow hatte die Deutsche Flugsicherung aufgefordert, zu prüfen, ob die sogenannte Hoffmannkurve bei Starts von der Südbahn gen Westen sicher zu fliegen sei. Die Flugzeuge würden kurz nach dem Start im 90-Grad-Winkel nach Süden abknicken und über kaum bewohnte Gebiete zwischen Rangsdorf und Mittenwalde fliegen.

In Detlef Gärtner (SPD) hätte diese Variante einen prominenten Unterstützer. Der Beigeordnete des Landkreises hatte zur vergangenen Sitzung beantragt, den Verkehr zwischen 22 und 6 Uhr abwechselnd von der Nord- und Südbahn abzuwickeln, um so Lärmpausen zu ermöglichen. „Der Lärm soll planbar und besser verteilt werden“, sagt Gärtner. Die Bevölkerung soll wenigstens eine Woche lang ruhig schlafen können. Die Arbeitsgruppe, die sich mit dem Betriebsregime des Flughafens BER befasst, soll sich des Themas annehmen. Die DFS soll zwei verschiedene Abflugvarianten pro Bahn vorlegen. Dadurch und durch wöchentlichen Wechsel, so Gärtner, könne man in drei Viertel der Nächte für Lärmpausen und erholsamen Schlaf sorgen.

Für Detlef Gärtner ist mit dem Nein der Fluglärmkommission zur Hoffmann-Route die Diskussion nicht beendet. „Ich finde diese Idee sehr prüfenswert“, sagt er. Die Mehrheit der Gemeinden will erst wieder über die Flugrouten reden, wenn der BER eröffnet ist.

Von Christian Zielke

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