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Fluglärmmessung an Grundschule

Schulzendorf Fluglärmmessung an Grundschule

Mit einer mobilen Messstation wurde an der Grundschule in Schulzendorf der Fluglärm gemessen. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Herbert Burmeister (Linke) sieht aufgrund der ausgewerteten Daten dringenden Handlungsbedarf. Schallschutzmaßnahmen müssten ergriffen werden.

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An der Grundschule in Schulzendorf wurde der Fluglärm gemessen.

Quelle: oliver becker

Schulzendorf. Die Ergebnisse der Fluglärmmessung an der Grundschule Schulzendorf liegen vor. Auf der gemeindeeigenen Internetseite wurden sie kürzlich veröffentlicht. Auf Wunsch der Gemeindevertretung hatte das Rathaus in der Zeit vom 28. September bis 28. Oktober die Messung mit einer mobilen Lärmmessstation des Landkreises durchgeführt. Während dieser Zeit war die Südbahn des neuen BER wegen Baumaßnahmen auf der Nordbahn temporär für Starts und Landungen von den Airlines genutzt worden. Vom 29. Oktober bis 29. November und nach Ende der Nutzung der Südbahn wurde eine sogenannte „Nullmessung“ durchgeführt, um Vergleichswerte zur Lärmbelastung des Südbahnbetriebs zu erhalten. Uneinigkeit besteht indes über die Aussagekraft der erhobenen Daten. Der Landkreis hatte die mobile Messstation kostenfrei zur Verfügung gestellt und die Auswertung durchgeführt.

Uneinigkeit bei der Bewertung der Daten

„Ich lese aus den Daten nichts heraus, was mich in der Thematik weiterbringt“, sagte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). Die Starts auf der Südbahn entsprächen nicht jenen, wenn der BER in Betrieb sei. „Dann wird in eine ganz andere Richtung gestartet. Deshalb ist die Belastung durch die Starts nicht aussagekräftig“, sagte Mücke. Wenn Ostwind ist, starten die Flugzeuge nach der Eröffnung im 15-Grad-Knick oder mit einer 90-Grad-Kurve von der Südbahn. Die 90-Grad-Kurve soll die Standard-Startroute sein, die vor der Autobahn abkurvt. Die größeren Flugzeuge, die diese Steigung nicht fliegen können, nehmen die 15-Grad-Route. „Sie geht direkt über Schulzendorf hinweg. Damit kommt man näher an die Grundschule heran“, sagte der Bürgermeister.

Während des Messzeitraums seien die Flugzeuge nach dem Start jedoch gleich nach Norden geflogen, um auf die Route der Nordbahn zu kommen. Lediglich die Landungen seien auf der Bahn so erfolgt wie künftig am BER. Die Geradeaus-Route sei ferner so weit weg von der Schule, dass man daraus keine Schlüsse für eine steigende Lärmbelastung ziehen könne. „Es gibt keinen großen Unterschied, ob die Südbahn in Betrieb ist oder nicht. Das heißt, es fliegen noch viel mehr Flugzeuge über uns, die ein Geräusch verursachen, was aber nicht zu Lärmschutzansprüchen führt“, so Mückes Bilanz. Erst die nach der Inbetriebnahme des BER erhobenen Daten seien ausschlaggebend und rechtfertigten möglicherweise einen Schutzanspruch, so Mücke weiter. Eine neue Messung mit der Lärmmessstation wird es dann aber nicht geben. Der Flughafen hat bereits heute in der Ernst-Thälmann-Straße auf einem Privatgrundstück und der 15-Grad-Route eine Messstation errichtet.

Dringender Handlungsbedarf

„Nach Inbetriebnahme ist der Lärmpegel natürlich höher. Aber er ist schon jetzt beträchtlich“, sagte Herbert Burmeister (Linke). „Ich sehe aus den Dingen, die da jetzt aufgetaucht sind, dringenden Handlungsbedarf“, so Burmeister weiter. „Man kann feststellen, dass unsere Schule in einem Bereich liegt, der Lärmwerte dicht an 50 Dezibel aufweist. Während der Schulzeit um neun Uhr liegen die Werte sogar darüber“, sagte er. Offiziell sei die Schule zwar nicht lärmgefährdet, weil sie nicht im Schallschutzbereich liege und ein deshalb Schutzanspruch nicht vorhanden. Die Daten offenbarten aber ein beträchtliches Problem, über das man mit dem Flughafen reden müsse. „Ob das anerkannt wird, vermag ich nicht zu sagen. Meine Erfahrungen mit dem Flughafen sind so, dass meistens versucht wird, solche Dinge zu umgehen“, so Burmeister.

Keine störende Lärmbelästigung

„Der Bürgermeister hat Recht, dass diese Zahlen nicht sehr aussagekräftig sind“, sagte dagegen Joachim Kolberg (CDU). Nach diesen Daten könne man davon ausgehen, dass die Lärmbelastung nicht groß ist, da die Werte teilweise unter 50 oder 40 Dezibel liegen. „Das ist keine störende Lärmbelastung“, so Kolbergs Fazit. Auch verliefen die Starts anders als nach Inbetriebnahme. „Es ist aber gut, dass wir überhaupt erste Zahlen haben. Wir wissen jetzt, dass es nach der Eröffnung mit der 15-Grad-Abknickung lauter wird als es jetzt bei der provisorischen Inbetriebnahme der Südbahn“, sagte der CDU-Mann.

„Die These, die der Bürgermeister aufstellt, ist richtig. Denn das Aufkommen an Flugbewegungen ist deutlich geringer als nach Inbetriebnahme des Flugverkehrs“, sagte Andreas Körner (Grüne). Dann seien die Flugrouten anders. Es sei bereits vorher klar gewesen, dass die Ergebnisse nicht die eigentliche Situation widerspiegeln. „Es ist nicht schädlich, diese Zwischenwerte zu haben“, sagte Körner.

Von Oliver Becker

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