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„Food Assembly“ startet in Wildau

Regionalmarkt „Food Assembly“ startet in Wildau

Kunden und Erzeuger zusammenbringen und frische regionale Produkte stärken. Das ist das Ziel von Food Assembly. In der vergangenen Woche eröffnete die neue Form des Regionalmarktes auch in Wildau.

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Katharina Branske nahm gerne von den Kostproben, die Bäcker Olaf Schüren servierte.

Quelle: Danilo Hafer

Wildau. Ein Mango-Curry-Brot ist auch für die passionierte Hobby-Bäckerin Katharina Branske eine völlig neue Erfahrung. „Es schmeckt gut, aber ganz anders als die Brote, die man sonst so kennt“, sagt sie. Gebacken hat die ungewöhnliche Brotkreation der Gräbendorfer Bäcker Olaf Schüren. Zehn verschiedene Sorten, vom Roggen- über Krusten- bis zum Zwiebelbrot bot er seinen Kunden am vergangenen Donnerstag zur Verkostung an.

Sechs Erzeuger bieten ihre Waren an

Der Bäcker ist einer von derzeit sechs regionalen Erzeugern, die ihre Produkte auf der Food Assembly in Wildau vermarkten. Neben Bäcker Schüren bieten auch ein Imker, eine Weinhändlerin und ein Landwirtschaftsbetrieb – mit Eiern, Kartoffeln und vielem mehr – ihre Waren an. Am Donnerstag fand diese neue Form des regionalen Verkaufs in Wildau zum ersten Mal statt.

Auch frische Eier und Wurstprodukte wurden konnten probiert werden

Auch frische Eier und Wurstprodukte wurden konnten probiert werden.

Quelle: Danilo Hafer

„Wir wollen Käufer und Erzeuger leichter zusammenbringen und regionale Produkte stärken“, erklärt Organisator Patrick Grabasch die Idee dahinter. Alle Hersteller, die ihre Produkte auf der Food Assembly anbieten, kommen aus einem Umkreis von maximal 150 Kilometern. Jeder Erzeuger erhält ein Schild, auf dem Name und Entfernung vermerkt sind. So kann jeder Kunde sofort sehen, woher das vor ihm liegende Produkt kommt.

19 Märkte gibt es in Deutschland, zwei davon in Brandenburg

Deutschlandweit gibt es inzwischen 19 dieser Märkte. Nach Kleinmachnow ist Wildau die zweite Stadt in Brandenburg, in der das Konzept umgesetzt wird. Patrick Grabasch ist davon überzeugt, dass sich die Idee auch in Wildau durchsetzen wird. „Es gibt hier viele junge Familien, die Wert darauf legen, gesund zu essen“, sagt er. Da die Food Assembly im Familienladen Seifenblasen stattfinde, könne man gleichzeitig Kinder für eine gesunde Ernährung sensibilisieren. „Und auf der anderen Seite passt dieser Markt auch in das Konzept des Ladens, weil Essen auch eine Form der Kultur ist“, betont Grabasch.

Das Konzept kommt bei den Besuchern an

Einige Wildauer nutzten am Donnerstag die Gelegenheit, sich einmal selbst einen Eindruck vom neuen Markt-Konzept zu verschaffen. Auch Heike Buschkowiak schaute sich in aller Ruhe um. „Ich finde das toll, weil man so einfach mehr über seine Produkte erfahren kann“, sagt sie. Denn nur so könne man wirklich erfahren, was noch drinsteckt in den Lebensmitteln. Das findet auch Katharina Branske, die noch immer an das Mango-Curry-Brot von Bäcker Schüren denken muss. „Wenn ich in einen Supermarkt gehe, nehme ich die Waren einfach aus dem Regal, völlig anonym, hier sehe ich, wer das Produkt gemacht hat und kann mit demjenigen ins Gespräch kommen.“

Die Idee der Food Assembly

Das Konzept von Food Assembly (Lebensmittel-Vereinigung) stammt aus Frankreich. Dadurch sollen kleine bäuerliche Betriebe gestärkt und Kunden mit frischer regionaler Ware versorgt werden.

Der Kunde registriert sich ohne Mitgliedsbeitrag und Mindestumsatz auf der Internetseite und bestellt die Waren ganz bequem online.

Etwa 700 Regionalmärkte , auf denen Bauern ihre Waren direkt an ihre Kunden übergeben, gibt es in Frankreich bereits.

In Wildau findet der Markttag jeden Donnerstag im Zeitraum von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr im Familienladen „Seifenblase“ in der Karl-Marx-Straße 114 statt. Kontakt: foodassembly.de/de/assemblies/7871

Spontane Einkäufe sind auf der Food Assembly allerdings nicht zu empfehlen. Denn anders als auf herkömmlichen Märkten, bestellt der Kunde die Ware schon vorab im Internet. Dazu müssen sich die potenziellen Käufer online registrieren. Anschließend können sie aus dem jeweiligen Angebot für ihren Standort auswählen. Die Ware kann dann auf der wöchentlich stattfindenden Food Assembly abgeholt werden. So können sich Käufer sicher sein, dass sie auch das bekommen, was sie brauchen und nicht vor leeren Körben stehen.

Händler schätzen die Online-Abwicklung

Doch auch für die Erzeuger ist dies ein großer Vorteil, sagt Bäcker Olaf Schüren. „Dadurch, dass die ganze Bestellung online abgewickelt wird, habe ich ein sehr geringes Risiko. Denn ich weiß genau, wie viel Ware ich mitnehmen muss“, sagt er. In seinem Laden müsse er immer abwägen, wie viel er vorbereitet. Wetter, Fußball und andere Einflüsse spielen dabei eine wichtige Rolle. Das sei selten leicht. Und auch das gehört zum neuen Konzept: Händler sollen nicht wieder mit vollen Kisten den Markt verlassen. Da sie schon vorher wissen, wie viel sie brauchen werden, müssen sie weniger wegwerfen.

Einige Händler sind nur einmal im Monat auf der Food Assembly

Auch die Berliner Weinhändlerin Franziska Lichtenberg ist schon lange eine Anhängerin des Assembly-Konzeptes. „Ich biete meine Waren auf ungefähr zehn verschiedenen Assemblys an“, sagt sie. Allerdings sei sie in Wildau immer nur einmal im Monat. Man müsse zunächst einmal sehen, wie sich das Konzept hier durchsetze. „Ich finde die Idee super und hoffe, dass sie sich auch hier gut entwickeln wird“, sagt sie.

Bäcker Olaf Schüren hofft, dass es genügend Kunden gibt

Auch Bäcker Schüren hofft das, er ist aber dennoch etwas skeptisch, ob es in Wildau und Umgebung auch genügend Menschen gibt, die das Konzept anspricht. „Das ist heute erstmal ein Versuch und wir müssen sehen, wie es anläuft“, sagt Olaf Schüren. Sonst verkauft er seine Produkte nur im eigenen Laden und auf einem Verkaufswagen, mit dem er durch verschiedene Orte in der Region fährt. Ein weiter Absatzmarkt wäre da nicht schlecht.

Von Danilo Hafer

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