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Unternehmen sollen bei Banken Partner statt Bittsteller sein

Diskussion beim Forum Mittelstand zur Gefahr von Kreditklemmen Unternehmen sollen bei Banken Partner statt Bittsteller sein

Wer ein Unternehmen auf die Beine stellen will, braucht Geld. Und meistens mehr, als man zur Verfügung hat. Deswegen müssen Unternehmer oft Kredite aufnehmen. Dabei kann es zu Schwierigkeiten kommen. Wie das vermieden kann, ist beim Forum Mittelstand diskutiert worden.

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Auch inhaltlich standen sie sich gegenüber: Bankenvertreter Olav Wilms und Stefan Schmidt auf der einen Seite, die Unternehmer Michael Groß und Steffen Lange (v.l.) auf der anderen. Moderiert wurde das Forum Mittelstand von Susan Friedrich.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Schönefeld. Nach dem Auftaktvortrag zur Podiumsdiskussion des „Forum Mittelstand“ am Mittwochabend in Schönefeld hätte man als Unternehmer guter Dinge sein können. Stefan Schmidt, Abteilungsdirektor im Zentralen Firmenkundenbereich der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), erläuterte darin die Kreditsituation seit der Umsetzung des „Basel III“ genannten Regelpakets für Banken: Die Gefahr einer Kreditklemme wäre bei den Kunden der MBS – die nach eigener Aussage immerhin 35 bis 40 Prozent der in ihrem Geschäftsgebiet ansässigen Firmen betreut – nicht gegeben. „Haben Sie keine Angst vor dem Bankgespräch, die Kredithürden sind gar nicht so hoch. Reden Sie einfach mit uns!“, sprach er die Anwesenden offensiv an.

Die nächsten Veranstaltungen

Wie kommunizieren Unternehmen öffentlichkeitswirksam den Bedarf an Nachwuchsfachkräften? Diese Frage beschäftigt das Forum Mittelstand in seiner nächsten Veranstaltung unter dem Titel „Liebhaber/in gesucht...“.

Im Forschungszentrum Desy in Zeuthen diskutieren am 25. September um 19 Uhr Personalleiter, Journalisten und Firmenchefs, wie ungewöhnliche Mittel helfen können, passende Bewerber für offene Stellen und Ausbildungsplätze zu finden. Mehr Informationen unter www.wfg-lds.de.

In der anschließenden Debatte stellten Schmidts Gesprächspartner die Situation nicht ganz so rosig dar. Schönefelds Bürgermeister Udo Haase hatte schon im Grußwort gemahnt, dass mittelständische Unternehmen „Partner der Banken und nicht Bittsteller“ sein sollten. Der Unternehmer Steffen Lange schilderte seine Erfahrung mit dem Start-Up Sim4u, das Flugsimulatoren für Fluggesellschaften anbietet. 2013 geriet die Branche in eine Krise, welche Sim4u mitriss. „Die Liquidität war nahe null“, sagte Lange, und für 100.000 Euro sei man sehr lange Klinken putzen gegangen, um das Unternehmen vor der Insolvenz zu retten. Sein Fazit: „Wenn Sie kein Geld haben, schmeißt ihnen auch keiner welches hinterher.“

Michael Groß, der als Professor der Wildauer Hochschule und Gesellschafter von „Venture Capital Point“ langjährige Erfahrung mit Investoren und Finanzierungen hat, stritt nicht ab, dass gerade die Sparkassen „sehr engagiert“ sind, sagte aber in Anspielung auf vergangene Finanzkrisen über Geldinstitute allgemein: „Die müssen ihren Laden aufräumen!“ Dem stimmte sogar Olav Wilms von der Investitionsbank des Landes (ILB) zu: „Für Unternehmer ist es schön zu sehen, dass sich auch die Banken mal um die Bilanz kümmern müssen.“

Debattiert wurde auch über die Leidenschaft des Unternehmers. Lange sagte, er wollte den Bankberatern die Geschäftsidee schmackhaft machen, sei damit aber „auf Granit gestoßen.“ Stefan Schmidt hielt dagegen: „Eine strategische Vision zu formulieren gehört dazu. Beharrlichkeit zahlt sich aus.“ 

Manche Gäste bemängelten im Nachhinein den Fokus der Debatte und vermissten einen zentralen Punkt: Wie können die regionalen Unternehmer tatsächlich ihr „Rating“ bei den Geldinstituten verbessern? So gesehen fehlte dem Podium der wichtigste Vertreter, das Bindeglied zwischen beiden Seiten: ein Berater.

Von Peter Degener

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