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Friedliches Zusammenleben am Fontaneplatz

Flüchtlingsarbeit in Königs Wusterhausen Friedliches Zusammenleben am Fontaneplatz

Im Mehrgenerationenhaus von Königs Wusterhausen kümmern sich Renate Müller-Schäfer und Heike Kötter um ortsansässige Flüchtlinge. Neben Deutschkursen und Hausaufgabenbetreuung helfen sie den Flüchtlingen auch dabei, die Kinder in Schulen und Kindergärten anzumelden. Andere Nutzer der Einrichtung müssen nicht darum bangen, vernachlässigt zu werden.

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Heike Kötter (l.) und Renate Müller-Schäfer im Mehrgenerationenhaus.

Quelle: Philip Ziche

Königs Wusterhausen. Seitdem sich das Mehrgenerationenhaus am Königs Wusterhausener Fontaneplatz um Flüchtlinge kümmert, verfügt es auch über ein „internationales Kinderzimmer“. Dabei handelt es sich um eine großzügige Spielecke, in der Kinder aller Herkunftsländer spielen können. „Spielen ist international“, findet Renate Müller-Schäfer. Im Kinderzimmer könnten die Kinder nicht nur mit für alle verständlichen Spielsachen spielen, sondern dabei auch spielerisch die Sprache lernen, erklärt die Pädagogin. Anhand eines Kaufmannsladens und einer Spielzeugküche können die Kinder, aber auch die Eltern deutsch lernen.

Müller-Schäfer ist seit einem Jahr mit der Flüchtlingsarbeit im Mehrgenerationenhaus betraut. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Flüchtlinge zu ihrem Bildungs- und Teilhabepaket zu beraten. Sollte daneben noch anderes wie das Ausfüllen eines Formulars anfallen, helfen sie und die anderen Mitarbeiter natürlich auch, aber primär soll es um die Anmeldung von Kindern in Schulen und Kindergärten gehen. Rund 120 Flüchtlinge aus Zentral- und Westafrika, dem Nahen Osten und Osteuropa lassen sich zum Thema Bildung beraten. Zusätzlich bietet das Mehrgenerationenhaus nachmittags Hausaufgabenbetreuung für die schulpflichtigen Flüchtlingskinder an. Die Kommunikation findet meist auf Deutsch statt; in ihren Schulen erhalten die Kinder gesonderten Deutschunterricht und auch für die Erwachsenen gibt es Deutschkurse, die laut Müller-Schäfer auch gut besucht werden. Ab und zu wird aber auch ein Übersetzer benötigt, dabei achten die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses darauf, dass ein erwachsener Dolmetscher gefunden wird und die Aufgabe nicht auf die Kinder fällt.

Das Zusammenleben zwischen Flüchtlingen, Aussiedlern und Sozialhilfeempfängern im Mehrgenerationenhaus klappt gut, benachteiligt fühlt sich niemand. „Ich habe es noch nicht erlebt, dass jemand ,Jetzt kümmert ihr euch nur um die’ gesagt hat“, sagt Müller-Schäfer. Häufig erfolge die Annäherung über die Kinder, das sei „ein schöner Schritt aufeinander zu“. Auch Heike Kötter, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, sieht die Integration der Flüchtlinge als gelungen an: „Die Menschen wissen, dass hier interkulturelle Offenheit herrscht. Alle Angebote sind für alle offen.“ Veranstaltungen, die sich ausschließlich an Flüchtlinge wenden, gäbe es nicht.

„Ich bin erstaunt, wie gelassen die Königs Wusterhausener mit der Situation umgehen“, sagt Renate Müller-Schäfer. „Es hat sich gut ins Stadtbild eingefügt.“ Auch die Flüchtlinge scheinen mit ihrer Unterkunft zufrieden zu sein. Zwar gäbe es hin und wieder durch gegenseitiges Missverstehen kleine Probleme, aber öffentliches Anpöbeln oder ähnliches sei noch nicht vorgekommen. „Das Viertel ist geübt im Umgang mit anderen Kulturen“, sagt Heike Kötter. „Man muss aber auch das Gespräch mit denjenigen suchen, die Ängste oder Sorgen haben.“

Von Philip Ziche

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