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Dahme-Spreewald Friedrich Schorlemmer las aus Luther-Buch
Lokales Dahme-Spreewald Friedrich Schorlemmer las aus Luther-Buch
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07:05 24.04.2017
Friedrich Schorlemmer las am Freitagabend im Saal der Stadtverwaltung in Königs Wusterhausen aus „Luther: Leben und Wirkung“. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Königs Wusterhausen

Friedrich Schorlemmer, einer der bekanntesten Theologen aus der Wendezeit der DDR und Buchautor, las am Freitagabend im neuen Saal der Königs Wusterhausener Stadtverwaltung, der zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich war.

Sylvia Senger von der Stadtbuchhandlung Radwer freute sich sehr, Schorlemmer im Luther- und Reformationsjahr für eine Lesung aus seinem neuesten Buch „Luther: Leben und Wirkung“ gewonnen zu haben. „Es ist einer der Höhepunkte in unserem Bücher-Frühling“, sagte sie und verwies auch auf den Welttag des Buches am Montag. Zudem sei es die 28. Lesung der Stadtbuchhandlung in Folge, die restlos ausverkauft sei.

„Man muss ja mal Deutsch mit euch reden“

Tatsächlich war der neue Saal der Stadtverwaltung bis auf den letzten Platz gefüllt – vornehmlich von älteren Semestern, die Schorlemmer sicher noch von den Zeiten kannten, als er zur Wende auf dem Berliner Alexanderplatz redete. Jetzt waren sie gespannt auf das, was er in Zeiten von Welten-Unruhe zu sagen hat. „Man muss ja mal Deutsch mit euch reden“, rief Schorlemmer in den Saal hinein, als er durch die hinteren Stuhlreihen schreitend nach vorn zum Podium lief. Eine Reihe von geflügelten Luther-Worten auf den Lippen, ließ er sein Publikum die kurzen Sprüche vollenden. Die Königs Wusterhausener schlugen sich glänzend, auch wenn sie sich manchmal in die Irre führen ließen, wenn es gar nicht Luthers Worte waren, die er zitierte.

Als glänzendes Beispiel sei hier der Satz vom Apfelbäumchen zu nennen, der zwar hervorragend zu Luther passte, jedoch nicht von ihm sei. Der Satz „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ sei dem Reformator wahrscheinlich in Zeiten großer Verzweiflung nach dem Zweiten Weltkrieg in den Mund gelegt worden. Dennoch, so Schorlemmer, gebe es insgesamt 45 Redewendungen Luthers, die in unser Sprachgut eingegangen seien.

Plötzlich war Luther einer, der irgendwie mit im Saal saß

Auch der Verfassungssatz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, sei auf den Reformator zurückzuführen. Dieser hatte sich nämlich mit seinen Glaubenssätzen in Rom unbeliebt gemacht – doch er widerrief nicht, selbst unter der Androhung, mit dem Tode bestraft zu werden. Die Bibel in ein verständliches Deutsch zu übersetzen und die heilige Schrift auf diese Weise zum „Volkseigentum“ zu machen, sei Luthers großer Verdienst.

Und noch eines schaffte Schorlemmer mit der Lesung aus seinem Luther-Buch: Den großen Mann aus Wittenberg mit seinen 95 Thesen als Menschen erscheinen zu lassen. Als einen Mann, der helle und dunkle Phasen durchlief, der Angst hatte und an Depressionen litt, zugleich aber ein großer Poet und fröhlicher Mann mit Humor gewesen sei. Luther war plötzlich keine Gestalt der Geschichte mehr – 533 Jahre alt – sondern irgendwie wie einer, der mit im Saal der Stadtverwaltung saß und sagte: Jeder ist wichtig, jeder hat eine Begabung und Mut und Verantwortung, sich seines Verstandes zu bedienen – ohne die Anleitung eines anderen. Das war und ist Provokation. Dafür stand Luther und dafür steht Schorlemmer.

Von Andrea Müller

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