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Frustration und fehlender Aktivismus

Erklärungen zum Scheitern des BER-Volksbegehrens Frustration und fehlender Aktivismus

Resignation und Frust – nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch unter den Initiatoren sind Gründe für das Scheitern des Volksbegehrens gegen eine dritte Start- und Landebahn am BER. Darüber sind sich die Unterstützer der Kampagne weitgehend einig. Um sie noch zu verhindern, hat Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher einen außergewöhnlichen Vorschlag.

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Die Aktivisten des Volksbegehrens gegen die dritte Startbahn haben mit viel Einsatz gekämpft, wie hier am Sonnabend in Blankenfelde-Mahlow – gereicht hat es nicht.

Quelle: V. Fournier

Dahmeland-Fläming. „Die machen doch sowieso, was sie wollen. Wir können doch eh nichts ausrichten.“ Solche Sätze haben die Initiatoren des Volksbegehrens gegen die dritte Start- und Landebahn am BER in den vergangenen Monaten immer wieder gehört.

Am Tag nach dem Scheitern sucht man nun nach Erklärungen.„Immer weniger Menschen glauben, dass man Einfluss auf die Politik nehmen kann“, sagt Alexander Fröhlich, der Büroleiter des Bürgermeisters von Blankenfelde-Mahlow. Das Ergebnis habe ihn nicht überrascht. Spätestens nachdem die brandenburgische Landesregierung vor zwei Jahren das erfolgreiche Begehren für ein Nachtflugverbot gekippt hat, seien viele Flughafengegner frustriert. „Es ist uns nicht gelungen, Aktivisten auf die Straße zu bekommen, um die Leute anzusprechen“, sagt Fröhlich. Beim Nachtflugbegehren haben noch mehr als 10 000 Blankenfelde-Mahlower unterschrieben, jetzt waren es nur rund 6000. Dazu komme auch die Uneinigkeit innerhalb der BER-Gegnerschaft, von denen einige in der zusätzlichen Startbahn eine Chance sehen, den Lärm zu verteilen. „Ein gefährlicher Trugschluss“, sagt Alexander Fröhlich, denn mehr Bahnen bedeuteten auch mehr Flugverkehr. Auch habe es am Bewusstsein in den Orten gefehlt, die von einer zusätzlichen Bahn betroffen wären, etwa in Ludwigsfelde, Zossen oder Rangsdorf.

Unterstützung für diese These kommt von Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel (SPD): „Ich halte den Zeitpunkt für falsch, weil es am Bewusstsein gefehlt hat“, sagt er. Nach der BER-Eröffnung wäre das Ergebnis vielleicht ein anderes gewesen. „So hat man es verpasst, ein deutliches Signal an die Landesregierung zu setzen“, sagt Igel.

Für Carl Ahlgrimm (parteilos), den Bürgermeister von Großbeeren, ist eine dritte Start- und Landebahn – trotz aller Beteuerungen der Landesregierung – so gut wie abgemacht. „Man wartet, bis der Bedarf da ist und baut“, sagt er. Spätestens nach der Landtagswahl 2019 sei die jetzige Koalitionsvereinbarung, die eine dritte Startbahn ausschließt, hinfällig. Ahlgrimm rechnet fest damit, dass der BER dann zum internationalen Drehkreuz ausgebaut wird – mit enormen Auswirkungen für die Betroffenen. „Wegen der internationalen Anschlüsse könnte dann sogar das Nachtflugverbot wackeln“, sagt er. Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) sieht nur noch eine Möglichkeit, eine BER-Erweiterung zu verhindern. „Wir sollten in Berlin Unterschriften dafür sammeln, dass Tegel offen bleibt“, sagt er. Mit Tegel als Stadt- und Regierungsflughafen könne der BER kleingehalten werden. Von einer dritten Bahn wäre Rangsdorf unmittelbar betroffen. Deshalb haben auch 3000 Einwohner – also ein Viertel der Bevölkerung – unterschrieben. Weil bei drei Bahnen die Flugrouten um 15 Grad abknicken, wäre auch der Süden Berlins wieder betroffen. Die Flugroutendiskussion 2010 habe gezeigt, dass sich Menschen am besten motivieren lassen, wenn die Gefahr von Flugzeugen über ihren Köpfen real wird.

Stefanie Waldvogel, eine der Initiatorinnen des Volksbegehrens, sieht in dem Ergebnis keine Niederlage. Die Eichwalderin gibt sich kämpferisch: „Wir haben eine gute Basis geschaffen, mit der wir weiterkämpfen können.“

Von Christian Zielke

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