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Dahme-Spreewald Fünf Steine, fünf Namen, fünf Schicksale
Lokales Dahme-Spreewald Fünf Steine, fünf Namen, fünf Schicksale
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00:31 02.10.2015
Gunter Demnig verlegte am Montag fünf Stolpersteine in Zeuthen. Weitere werden folgen. Quelle: Andrea Müller
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Zeuthen

Fünf Stolpersteine wurden am Montag von Gunter Demnig in Zeuthen verlegt. Sie erinnern an fünf jüdische Mitbüger im Ort, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus ihren Häusern vertrieben, in Lager deportiert und ermordet wurden. In Zeuthen sind das Käthe Brasch, Georg Elias, Simon Lerner sowie Regina und Ludwig Pelz, die dieses Los erleiden mussten.

Der aus Berlin stammende Künstler Gunter Demnig hatte Anfang der 90er Jahre sein Projekt „Stolpersteine“ begonnen, mit dem an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert wird. „Inzwischen sind es 55 000 Stolpersteine in 20 Ländern Europas“, sagte Demnig am Montag bei der Verlegung des Stolpersteins für Käthe Brasch in der Niederlausitzstraße 12.

Gunter Demnig verlegt in der Niederlausitzer Straße 12 einen Stolperstein. Quelle: Andrea Müller

Zuvor gab es einige Irritationen, weil Anne Bartel vom Zeuthener Yachtklub, die auf diesem Grundstück beheimatet ist, darauf aufmerksam machte, dass Käthe Brasch gar nicht in diesem Haus, sondern in Berlin gewohnt habe. „Ich habe das auch Irmtraud Carl und dem Verein Kulturlandschaft frühzeitig mitgeteilt“, sagte sie während der Feierstunde. Gleichzeitig betonte die Zeuthenerin, dass es wichtig und richtig sei, an die jüdischen Opfer des Naziregimes zu erinnern. Allerdings sollten die Fakten stimmen, die in die Stolpersteine eingraviert sind. Käthe Brasch, so korrigierte vor Ort auch Irmtraud Carl, hatte für das Grundstück des Yachtklubs eine Hypothek gemeinsam mit anderen aufgenommen. Gewohnt habe sie dort nicht. Ob nun eine Korrektur auf dem Stolperstein vorgenommen werden soll, war vor Ort nicht klar. Vielmehr waren sich die Anwesenden einig, dass es wichtig sei, an die Jüdin zu erinnern.

Mahnmal

Die fünf Stolpersteine in Zeuthen liegen in der Niederlausitzstraße 12, in der Lindenstraße 13, in der Fontaneallee 12 und der Friesenstraße 12. Zehn weitere Stolpersteine sollen dazu kommen.

Gunter Demnig entwickelte die Idee mit den Stolpersteinen 1993. Sie liegen da, wo die jüdischen Opfer einst gelebt haben.

Dieses Projekt gilt heute mit rund 55 000 Stolpersteinen als weltweit größtes dezentrales Mahnmal.

Es erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus und den Holocaust.

Die Lebensläufe der verfolgten jüdischen Mitbürger hatten Schüler der Gesamtschule „Paul Dessau“ mit erforscht. Schon mehrere Jahre engagieren sich die Schüler der heutigen elften Klasse, besuchten die Ortschronisten von Zeuthen, Zeitzeugen sowie Archive. Die Gemeinde Zeuthen, das unterstrich in einer kleinen Gedenkveranstaltung in der Martin-Luther-Kirche Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD), hatte das Projekt um Irmtraud Carl und den Verein Kulturlandschaft sowohl inhaltlich als auch finanziell unterstützt. „Projekte dieser Art halten die Erinnerungen wach“, sagte Burgschweiger. Von Schuld und Vergebung sprach in der Kirche Pfarrerin Cornelia Mix . „Weil wir um die Schuld wissen, die das deutsche Volk und die christliche Kirche auf sich geladen haben, wollen wir alles tun, das solches Unrecht nicht wieder geschieht“, sagte sie.

Irmtraud Carl ließ den Blick nach der Verlegung der fünf Stolpersteine in die Zukunft gleiten. Denn insgesamt sollen in Zeuthen 15 solcher Steine verlegt werden. Allerdings muss erst geklärt werden, wie deren Verlegung möglich werden kann, denn die betreffenden Straßen seien unbefestigt und die Erinnerung und das Gedenken an die weiteren Opfer sollten auf keinen Fall im Sande verlaufen.

Von Andrea Müller

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